Delta präsentiert neue 350-kW-Ladesäule für EMEA-Region
Wie Delta mitteilt, soll sich die neue Lösung „an elektrische Pkw, Busse, Lkw und Nutzfahrzeuge“ richten. Entwickelt wurde das neue Modell mit Blick auf „netzeingeschränkte Standorte und Hochlastanwendungen“ und soll ultraschnelles Laden mit intelligentem Energiemanagement kombinieren, wie es heißt.
Da das System aus Schaltschrank und Ladesäule eine dynamische Lastverteilung, Backend-Anbindung sowie eine „Integration in intelligente Ladenetzwerke“ ermöglicht, soll sie sich etwa für Autobahn-Ladehubs, Ladeparks an Tankstellen und gewerbliche sowie industrielle Anwendungen bei Flotten- und Logistikbetreibern eignen. Auf seiner Website gibt Delta eine Effizienz von bis zu 96,5 Prozent an.
Der Schaltschrank des HPC 350 verfügt über „moderne Leistungsmodule“ und soll eine gleichmäßige Lastverteilung und das gleichzeitige Laden von zwei Fahrzeugen ermöglichen – die Abstufung der Leistungsmodule bzw. der Lastverteilung gibt Delta in der Mitteilung aber nicht an. Die Ladesäule verfügt über zwei Ladepunkte mit flüssigkeitsgekühlten Ladekabeln, die dauerhaft bis zu 500 Ampere Ladestrom bieten sollen. Das ist wichtig für die Hochlast-Anwendungen etwa bei E-Lkw oder modernen E-Autos mit hoher Ladeleistung, die über einen längeren Zeitraum sehr hohe Leistungen abrufen können. Ungekühlte Kabel schaffen zwar auch meist 500 Ampere in der Spitze, nach kurzer Zeit muss dann die Leistung aufgrund der Wärmeentwicklung reduziert werden. Dieses sogenannte Derating will Delta verhindern und damit „für zuverlässiges Schnellladen selbst bei hoher Auslastung“ sorgen.
Messsysteme und Zahlungsterminals für EU-Märkte
Die maximale Spannung liegt bei 950 Volt. Der HPC 350 unterstützt OCPP 1.6J, kann aber auf OCPP 2.0 geupgradet werden, wie es heißt. Für die Internet-Anbindung an das Backend sind ein Ethernet-Anschluss sowie Mobilfunk mit 3G und 4G verbaut.
Als Modell für die EMEA-Märkte (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) muss der HPC 350 „die zentralen Anforderungen des EU-Marktes“ erfüllen, wie es Delta ausdrückt. Dazu zählen zertifizierte Messsysteme und integrierte Zahlungsterminals, die optional bestellt werden können – Kunden in anderen Märkten, die nicht die EU-Vorgaben erfüllen müssen, können auf diese Extras verzichten. „Damit können Betreiber klare Preisinformationen bereitstellen und ein einfaches, nutzerfreundliches Bezahlerlebnis anbieten – überall dort, wo es gesetzlich oder marktseitig erforderlich ist“, so der Hersteller.
Das Lastmanagement erfolgt aber nicht nur zwischen den beiden Ladepunkten einer Säule, sondern auch über mehrere HPC 350 hinweg an einem Standort. Mit dem dynamischen Lastmanagement sollen die Betreiber en Energieeinsatz in Spitzenzeiten optimieren und das System in smarte Energie-Ökosysteme integrieren können. Dazu zählt Delta etwa den Einsatz erneuerbarer Energien (wie etwa einer PV-Anlage vor Ort) oder einem lokalen Batteriespeicher.
Delta Electronics kündigt an, das neue HPC-System im Laufe des Jahres 2026 auf mehreren Messen auszustellen, um interessierte Partner und Besucher darüber zu informieren. Konkret nennt Delta die Hannover Messe (20.-24. April), The Smarter E Europe (23.-25. Juni inklusive der Power2Drive) und „weitere wichtigen EV-Charging-Events in Europa, dem Nahen Osten und Afrika“.
delta-emea.com (Mitteilung), deltaww.com (Produktseite)





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