Fastned erzielt 335.000 Euro Umsatz pro Standort
Bereits bekannt war, dass das Unternehmen aus Amsterdam vergangenes Jahr sein Netz auf 406 Standorte in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Deutschland, Großbritannien, der Schweiz, Dänemark, Spanien und Italien erweitert hat – das waren 60 neue Standorte, darunter auch der erste Fastned-Ladepark an einer Autobahn im Rahmen des Deutschlandnetzes. Zugleich befinden sich 50 dieser 406 Standorte in Deutschland.
Nun hat Fastned einige weitere Kennziffern zum vierten Quartal 2025 sowie zum Gesamtjahr 2025 veröffentlicht. Damit wollen die Niederländer einen ersten Ausblick auf den Geschäftsbericht geben, der am 19. März 2026 veröffentlicht werden soll.
So hat das Unternehmen im vierten Quartal 2025 einen Umsatz aus Ladevorgängen von 38,1 Millionen Euro erzielt – ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wächst das Ladegeschäft aktuell in einem stabilen Tempo: Für das dritte Quartal 2025 hatte Fastned ebenfalls einen Anstieg von 44 Prozent auf 33,5 Millionen Euro kommuniziert. Und auch im ersten Halbjahr 2025 hatte es ein Plus von 44 Prozent auf 54,3 Prozent gegeben.
Rechnet man nun die vier Quartale zusammen, so ergibt sich im Ladegeschäft ein Jahresumsatz von ca. 123,9 Millionen Euro, wobei die finale Zahl eben erst im März veröffentlich werden soll. Weitere nennenswerte Umsätze macht Fastned nicht, so dass dies ungefähr auch dem Gesamtumsatz entsprechen dürfte. Im Gesamtjahr 2024 hatte Fastned einen Umsatz von 86,3 Millionen Euro erzielt. Daraus ergibt sich von Jahr zu Jahr gesehen ebenfalls ein Umsatzplus von rund 44 Prozent – natürlich wenig überraschend, da dies auch der Wert für die einzelnen Quartale war.

Interessant ist die Umsatzentwicklung je Standort, die Fastned in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern konnte: Lag der Umsatz pro Standort 2022 noch bei durchschnittlich 167.000 Euro pro im Jahr, so lag er 2023 bei 224.000 Euro, 2024 bei 268.000 Euro und 2025 bei 335.000 Euro. Allein von 2024 auf 2025 betrug der Anstieg 25 Prozent, was laut Fastned deutlich höher als das Wachstum des Gesamtmarktes von 8 Prozent sein soll.
Für den deutlichen Umsatzanstieg pro Standort gibt es im wesentlichen zwei Gründe: Einerseits werden neue Ladeparks von Fastned im Schnitt größer dimensioniert als frühere Standorte und haben somit mehr Ladepunkte. Dadurch steigt das Umsatzpotenzial deutlich. Und andererseits werden die Ladepunkte von Fastned auch deutlich besser ausgelastet als früher, wobei das Unternehmen dabei von der deutlich gestiegenen Anzahl an Neuzulassungen von E-Autos in seinen Kernmärkten profitiert hat, deren Fahrer ihre Wagen u.a. bei Fastned aufladen. Dabei betont Fastned, dass es nicht nur auf die Expansion durch weitere Ladeparks setzt, sondern allein im vierten Quartal an 35 Standorten die Kapazitäten erhöht hat – durch Erweiterungen, Repowering-Maßnahmen und Upgrades auf höhere Ladeleistung. Dadurch will Fastned gerade auch in Spitzenzeiten mehr Kunden bedienen können.
„Das war ein hervorragendes viertes Quartal für Fastned und ich freue mich zu sehen, wie unser Team unser Geschäft in ganz Europa kontinuierlich ausbaut. Unser Netzwerk umfasst inzwischen mehr als 400 Stationen, die weiterhin branchenführende Erträge erzielen und uns großes Vertrauen in die Zukunft geben“, sagt Michiel Langezaal, Mitgründer und CEO von Fastned. Sein Unternehmen habe sich in eine „hervorragende Ausgangsposition für 2026 gebracht“, so Langezaal weiter.
Das Wachstum ist allerdings äußerst kapitalintensiv. So hat Fastned im vergangenen Jahr drei Anleiheprogramme aufgelegt und sich darüber 110 Millionen Euro an Finanzmitteln gesichert. Denn ein großes Ladenetzwerk aufzubauen, verschlingt Unmengen an Geld, die u.a. in Schnellladestationen, Trafos, Netzanschlüsse, Überdachungen etc. fließen. Solche Kosten müssen jahrelang abgeschrieben werden – entsprechend ist es ein Marathonlauf, bis ein Ladeanbieter auch unter dem Strich Gewinn schreiben kann.
Und so gibt Fastned an, zwar weiter ein positives operatives EBITDA zu schreiben, wobei die operative EBITDA-Marge im Gesamtjahr 2025 bei 35 bis 40 Prozent gelegen haben soll. Genauere Zahlen soll ebenfalls der Geschäftsbericht liefern. Nur: Auch wenn ein hohes operatives EBITDA toll klingt, so heißt das beim Geschäftsmodell eines Ladenetzwerks noch lange nicht, dass es auch unterm Strich einen Gewinn schreibt. Denn die hohen Abschreibungen fressen das operative EBITDA förmlich auf. Und so gab es 2024 trotz positivem operativen EBITDA unterm Strich ein Minus von 26,6 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2025 ein Minus von 18,3 Millionen Euro. Wie die finalen Zahlen für 2025 aussehen, will Fastned dann wie erwähnt am 19. März 2026 bekanntgeben.





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