Renault will E-Auto-Sparte Ampere wohl zurück in den Konzern holen

Der französische Autohersteller Renault will seine 2023 abgespaltete E-Auto-Sparte Ampere offenbar zurück in den Konzern integrieren. Ein geplanter Börsengang von Ampere war bereits vor längerer Zeit gescheitert – und mittlerweile ist ein neuer CEO am Ruder, der die Dinge anders bewertet.

Produktion renault r5 in douai
Bild: Sasso, Christel / Planimonteur

Eineinhalb Jahre lang hatte die Renault Group die Pläne angekündigt, im November 2023 war es dann soweit: Renault gründete die eigenständige Firma Ampere für Elektroautos und Software-defined Vehicles (SDV) mit rund 11.000 Mitarbeitern, davon rund 35 Prozent Ingenieure. Dabei ging das eMobility-Cluster ElectriCity in Nordfrankreich, zu dem die Autofabriken in Douai und Maubeuge sowie das Komponentenwerk Ruitz gehören, sowie das Komponentenwerk in Cléon in den Besitz von Ampere über. Dadurch erhielt Ampere auch die Produktionsverantwortung für Elektromodelle wie den R4 und R5, die aber weiter unter der Marke Renault vertrieben werden. Später eröffnete Ampere noch ein neues Softwarezentrum in Nizza.

Ampere galt als Herzensprojekt des damaligen CEOs Luca de Meo, der bei Ampere auch die damals noch stärkeren Bündnispartner Nissan und Mitsubishi an Bord holte und Ampere schnell an die Börse bringen wollte. Doch relativ schnell sagte Renault bereits im Januar 2024 den Börsengang vorerst ab. Und bis heute wurde dieser nicht nachgeholt. Im März 2025 wurde dann auch noch Nissan von seiner Verpflichtung entbunden, 600 Millionen Euro in Ampere zu investieren. Und im Mai 2025 wurde auch die Investmentvereinbarung über 200 Millionen mit Mitsubishi aufgelöst.

Seit Luca de Meo im Sommer 2025 zum Luxuskonzern Kering gewechselt ist, überprüft sein Nachfolger François Provost die Strategie. Und will nun offenbar die einst vom ihm mitgetragene Ausgliederung von Ampere rückgängig machen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf zwei Insider. Allerdings dürfte Luca de Meo durch die Auflösung der Verträge mit Nissan und Mitsubishi diesen Schritt zumindest indirekt noch vorbereitet haben – denn seitdem war klar, dass Ampere sowieso vollständig zu Renault gehört.

Die Rückintegration von Ampere in den Konzern soll demnach die Organisation vereinfachen, Kosten senken und die Umsetzung zukünftiger Projekte beschleunigen. „Da kein Börsengang mehr geplant ist, wird auch keine separate Einheit mehr benötigt. Renault integriert daher alle Bereiche neu, um die Komplexität des ursprünglichen Modells zu reduzieren“, sagte einer der Insider gegenüber Reuters.

Ampere soll demnach künftig als reines Entwicklungszentrum des Konzerns für Elektrofahrzeuge und Software dienen, während die Auto- und Komponentenwerke von Ampere wieder zu direkten Tochtergesellschaften der Renault Group werden sollen.

Es ist bereits die zweite große Entscheidung von Vorgänger Luca de Meo, die François Provost nun wohl rückgängig macht: Im Dezember stoppte er das Carsharing-Geschäft von Mobilize und holte die bis dahin ebenfalls eigenständige Einheit mit ihren restlichen Aktivitäten zurück in den Konzern.

reuters.com, n-tv.de

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