Neue Strategie: Renault stoppt meiste Mobilize-Projekte
„Mobilize Beyond Automotive ist keine eigenständige Einheit mehr“, so Renault. „Die kommerzielle Nutzung der Marke Mobilize wird für Mobilize Financial Services fortgesetzt und für andere Angebote in den kommenden Monaten geprüft.“
Im Rahmen der Neuorganisation werden Ladelösungen für Elektrofahrzeuge direkt in ihre Geschäftstätigkeit des Konzerns integriert und Fabrice Cambolive, Chief Growth Officer der Renault-Gruppe, unterstellt, wie das Unternehmen mitteilt. Die Maßnahmen führen zum Abbau von rund 80 der etwa 450 Stellen in der Division Mobilize Beyond Automotive. Wie ein Sprecher gegenüber Reuters angab, sollen dabei „freiwillige Abgänge und interne Personalversetzungen“ bevorzugt werden.
,,Andere Aktivitäten […] mit begrenzten Profitabilitätsaussichten oder ohne direkten Bezug zu den strategischen Prioritäten des Konzerns werden eingestellt“, hieß es in einer Mitteilung von Renault. Genannt werden dabei die Carsharing-Angebote Zity in Mailand und Madrid sowie das elektrische Kleinstfahrzeug Duo – der Twizy-Nachfolger wird ebenfalls unter dem Label der Mobilitäts-Marke Mobilize vertrieben.
Renault reduziert auch seine Ambitionen beim Aufbau eines eigenen HPC-Ladenetzes und strebt bis Ende 2026 noch 100 Stationen in Frankreich sowie mehr als 100 in Italien an – deutlich weniger als das zuvor ausgegebene Ziel von 650 Stationen europaweit bis 2028. Geplante Projekte in Belgien und Spanien wurden aufgegeben.
Mobilize als Mobilitäts-Marke der Renault-Gruppe wurde 2021 vom damaligen Renault-CEO Luca de Meo gegründet und sollte „neue Mobilitätslösungen jenseits des traditionellen Renault-Geschäfts“ entwickeln. Dazu zählen etwa Carsharing-Dienste, Dienstleistungen rund um das Laden von E-Autos und auch spezielle Fahrzeuge wie eben den Duo oder eine auf Ridehailing-Angebote ausgelegte Elektro-Limousine, die aber schon 2023 wieder eingestellt wurde. De Meos Nachfolger François Provost hat nun nach einer internen Überprüfung entschieden, nicht weiter in Carsharing-Angebote und Schnelllade-Infrastruktur zu investieren, was angesichts knapper Kapitalressourcen nicht auf das unter Druck stehende Kerngeschäft einzahlt – Schnelllader werden auch von anderen Anbietern gebaut.





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