Xiaomi führt bei chinesischen E-Auto-Direktimporten nach Europa

Offiziell will Xiaomi erst 2027 in Europa starten. Über die E-Commerce-Plattform China EV Marketplace können E-Autos von Xiaomi und anderen Anbietern aber schon heute direkt nach Europa importiert werden. Und siehe da: Xiaomi war 2025 mit Blick auf die wichtigsten EU-Märkte die meistverkaufte E-Auto-Marke auf der Plattform.

China ev market place xiaomi su7 screenshot
Bild: Screenshot

China EV Marketplace ist nach eigenen Angaben der größte Online-Shop für chinesische Elektrofahrzeuge und bedient Kunden weltweit. Wie das Portal Car News China berichtet, hat die E-Commerce-Plattform jetzt seine jährliche Länderübersicht der meistverkauften Marken veröffentlicht. Demnach ist Xiaomi die beliebteste Marke für Direkt-Importe über die Plattform in etlichen EU-Märkten, darunter in Deutschland, den Niederlande, Spanien, Italien und in zwölf weiteren Ländern. Exakte Zahlen werden allerdings nicht genannt. Offiziell ist nur die Angabe von 11.000 weltweit ausgelieferte Elektrofahrzeugen in 2025, was einem Sprung um 224 Prozent gegenüber 2024 (3.400 Importe) bedeutet.

Ein Begriff ist uns der China EV Marketplace bereits, da im August 2025 publik wurde, dass es die Plattform europäischen Kunden jetzt auch möglich macht, straßenzugelassene Elektroautos und Plug-in-Hybride direkt aus China zu kaufen und nach Hause liefern zu lassen – inklusive Zoll-Abfertigung. Zuvor war dies zwar auch schon möglich, aber die Käufer mussten dabei mehr Eigeninitiative an den Tag legen, sprich: die Zollformalien selbst übernehmen und das E-Auto im Hafen abholen.

Grundsätzlich stellte der Marktplatz den Verkauf von Verbrennern 2022 ein und konzentriert sich seitdem ausschließlich auf elektrifizierte Fahrzeuge (New Energy Vehicles, NEVs). Künftig soll Europa dabei noch mehr im Fokus stehen: „2026 werden wir unsere europäische Präsenz weiter stärken, indem wir im ersten Quartal ein Kundendienstnetz eröffnen und ein Pilotprogramm für Lagerfahrzeuge starten“, wird Jakub Gersl, COO von China EV Marketplace, bei Car News China zitiert.

Die bis zu 35 Prozent Sonderzoll der EU auf China-Elektroautos bremsen freilich das Geschäft der Plattform. Sie gelten auch für E-Autos mit Range-Extender, nicht aber für Plug-in-Hybride. Die Zölle dürften aber im Laufe des Jahres durch Mindestpreis-Regelungen ersetzt werden.

carnewschina.com

8 Kommentare

zu „Xiaomi führt bei chinesischen E-Auto-Direktimporten nach Europa“
JoTh
28.01.2026 um 08:07
Eine Frage und vielleicht weiß hier jemand eine Antwort: wenn ich mir einen EV darüber kaufen würde, wie soll denn dann der Service und die Wartung laufen? Es ist schon jetzt schwierig eine Werkstatt zu finden, die sich mit Elektrofahrzeugen auskennt. Wenn es jetzt noch ein Fahrzeug ist, dass nicht aus "den klassischen OEMs" kommt, wie soll das in der Praxis funktionieren?
Micha
28.01.2026 um 09:34
"Wie soll das in der Praxis funktionieren?" Gar nicht, das ist halt der Preis, den man für diese "günstigen" Fahrzeuge zahlt. Wenn du Glück hast, findest du irgendwelche Ersatzteile über AliExpress und Co. und eine freie Werkstatt, die sich da dran traut. Denke dieser absolute Nischenmarkt ist nur für Leute, denen Geld vollkommen egal ist und das Auto im Zweifel einfach abschreiben, oder für erfahrene Schrauber, die alles selbst machen.
ID.alist
28.01.2026 um 08:31
Titel ist shon mal irreführend, und besonders wichtig ist es auch wieder nicht, ein paar hundert Xiaomi verteilt durch ganz Europa fallen nicht auf. Interessanter ist der eine Artikel vom Auto Bild, welches zeigt wieso sich so ein Grauimport nicht lohnt.
Xe Bo
28.01.2026 um 15:57
Können Sie auch ohne Rechtschreibfehler kommentieren, Aztasu? Ihnen geht es inhaltlich nur um China-Bashing. Ein Springer-Medium in die Diskussion einzubringen macht es nicht besser! Sie sind infam!
Martin
28.01.2026 um 08:49
Haben die Fahrzeuge dann einen CCS2-Anschluß verbaut?
Toni
28.01.2026 um 10:30
Wundervoll. Hier ist es wieder: Die Leute wollen Deutschland-Lohn und China-Preis zahlen. So funktioniert das ganze allerdings leider nicht. Würde gerne mal wissen, ob auch nur ein einziger deutscher Bürger mit einem chinesischen Arbeitnehmer tauschen wollen würde. Das deutsche Median-Einkommen liegt im Vergleich zu China bei dem rd. 2,5-fachen, so mein letzter Wissensstand. Wenn u.a. dadurch Preise steigen, dann will man lieber nichts deutsches mehr kaufen weil teuer. Also: Ich will mehr Geld, ergo steigen die Preise, die will ich aber nicht zahlen...hmm....
Arndt Schäffler
31.01.2026 um 16:23
Doch das funktioniert genauso. Nennt sich komparativer Kostenvorteil. Ein Land oder eine Region profitiert dann am meisten vom internationalen Handel, wenn es sich auf die Produktion von Gütern oder Dienstleistungen spezialisiert, bei denen es relativ gesehen die geringsten Opportunitätskosten hat. Jedes Land oder jede Region produziert das, was es am effizientesten und kostengünstigsten herstellen kann. Hat Deutschland die geringsten Opportunitätskosten? Nein, nicht mehr. Es kann damit keine Kostenführerschaft mehr übernehmen. (Verbleibt nur die Premium-Führerschaft.) Der Vergleich auf Medianeinkommen und Kaufkraft fremder Länder ist dabei irrelevant. Es gilt allein die Kaufkraft des inländischen Individuums. Die durchschnittliche inländische Kauftkraft steigt jedoch langsamer als die gemittelten Fahrzeugpreise deutscher Hersteller, welche überproportional zunehmen. Es ist ein normaler und alltäglicher Vorgang ein Produkt eines ausländischen Herstellers zu kaufen, wenn einem das gleiche Produkt eines inländischen Herstellers zu teuer geworden ist. Daran ist nichts auszusetzen. Einer Person mit geringer Kaufkraft einen Vorwurf zu machen, kein "deutsches Auto" mehr kaufen zu wollen/können, ist illegitim. Man muss akzeptieren, dass mehr Marken-Vielfalt in unser Straßenbild Einzug hält.
ErichW
31.01.2026 um 10:49
Dem ist nichts hinzuzufügen.

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