Landgericht München verhandelt Klage gegen diskriminierende Ladepreise

Am Landgericht München wird seit dieser Woche eine Klage gegen den Ladeanbieter EWE Go verhandelt. Geklagt hat DCS, das sich durch die B2B-Preise diskriminiert fühlt – und darin einen Verstoß gegen die AFIR sieht. Das Verfahren könnte die ganze Branche beeinflussen.

ewe go ladestation charging station hildesheim daniel boennighausen 2024 01 min
Bild: Daniel Bönnighausen

Offizielle Mitteilungen der beteiligten Unternehmen zu dem Verfahren in München gibt es derzeit nicht. Stefan Moeller von der Elektroauto-Vermietung Nextmove war bei dem Verhandlungstermin in München dabei. Moeller hat die Klage schon seit Langem verfolgt.

Gegenüber electrive hat EWE Go den Eingang der Klage und den Start des Verfahrens in München bestätigt. „In dieser Woche gab es eine erste Anhörung“, so eine Sprecherin. „Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, werden wir uns derzeit nicht zu den Inhalten äußern.“ Bei dieser Anhörung am Dienstag ging es wohl erst einmal um einige Formalien. So hat sich das Gericht einen Überblick verschafft und Zuständigkeiten geklärt. Das Ergebnis: Das Gericht sieht sich zuständig und wird das Verfahren fortsetzen. Wann genau die nächsten Verhandlungstage angesetzt sind, wollte das Oldenburger Unternehmen nicht bestätigten. Laut Moeller ist der nächste Termin für Juni angesetzt.

AFIR verbietet diskriminierende Preise

Doch worum geht es? In der AFIR, also der EU-Verordnung rund um den Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe – dazu zählen auch Ladesäulen – wird in Artikel 5, Absatz 3 geregelt: „Die Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte dürfen durch die berechneten Preise nicht zwischen Endnutzern und Mobilitätsdienstleistern oder zwischen verschiedenen Mobilitätsdienstleistern diskriminieren. Eine Differenzierung des Preisniveaus darf allerdings stattfinden, jedoch nur, wenn die Differenzierung verhältnismäßig und objektiv gerechtfertigt ist.“

Genau das sieht ein solcher Mobilitätsdienstleister (MSP), genauer gesagt das Münchner Unternehmen Digital Charging Solutions (DCS), anders und hat gegen die Preispolitik von EWE Go geklagt. Wie Moeller in seinem Youtube-Format „nextnews“ schon vor acht Monaten berichtet hat, lag der Ad-hoc-Preis bei EWE Go zum Zeitpunkt der Klageeinreichung bei 0,79 €/kWh – Moeller folgerte daraus, dass der B2B-Preis, den EWE Go dem MSP berechnet hat, noch über diesem Ad-hoc-Preis gelegen haben muss. Möglich ist hier ein Preis von 0,84 €/kWh, denn das ist inzwischen der Ad-hoc-Preis bei EWE Go.

Aber: Es gibt seitens beider Unternehmen unterschiedliche Angaben dazu, wann genau der Ad-hoc-Preis von 79 auf 84 Cent angehoben wurde. Wir haben in diesem Artikel zunächst – wie Stefan Moeller im April 2025 – angegeben, dass EWE Go den Ad-hoc-Preis nach der Einreichung der Klage angehoben hat. Daraufhin hat eine Sprecherin von EWE Go um eine Korrektur gebeten, „da wir den Ad-hoc-Preis bereits vor Einreichung der Klage angepasst haben“. In Reaktion darauf hat sich wiederum ein Vertreter von DCS gemeldet und angemerkt, dass die Preisänderung erst nach der Klage-Einreichung durchgeführt wurde.

Der genaue Zeitpunkt – der Klage-Einreichung an sich sind bereits mehrere Schriftwechsel vorausgegangen – könnte in dem Verfahren womöglich relevant sein, da so die mutmaßliche Diskriminierung gestoppt wurde, sobald den Endkunden gleich viel berechnet wie den MSP berechnet wurde. Allerdings ist die frühere Preisdifferenz zwischen dem Ad-hoc-Preis und dem MSP-Preis nicht der einzige Punkt, in dem sich DCS als MSP diskriminiert sieht: Zum einen wird MSP an Ladepunkten von EWE Go nach 45 Minuten eine Blockiergebühr berechnet, die es weder beim Ad-hoc-Angebot von EWE Go und dem Vertragskunden-Angebot per App (mit 0,52 €/kWh) gibt und MSP somit schlechter stellt. Und zum anderen hat DCS auch gegen die „verhältnismäßige“ Preisdifferenzierung geklagt, da EWE Go über die eigene App (mit Registrierung, aber ohne monatliche Grundgebühr in einem Abo) den Ladestrom für 0,52 €/kWh anbietet. Also 32 Cent Unterschied.

Was bemerkenswert ist: Bei der Digital Charging Solutions handelt es sich zwar im Angebot nach außen um einen reinen MSP. Die DCS-Anteilseigner sind aber BMW, Mercedes-Benz und BP, die über das Joint-Venture Ionity, das eigene HPC-Netz von Mercedes und über BP Pulse und Aral Pulse ebenfalls als CPO aktiv sind. Die Herausforderung in der Preisfindung für die eigenen Angebote, den Endkundenpreis und den sogenannten „Offer-to-all“-Preis für andere MSP ist DCS also bestens bekannt.

Bei der ersten Verhandlung am Landgericht München wurde etwa noch der Streitwert festgelegt – nach etwas Hin und Her hat der Richter wohl eine Summe von 700.000 Euro akzeptiert. Tatsächlich dürfte die Summe sogar höher liegen, denn vor Gericht wurde vorgetragen, dass monatlich zwischen 10.000 und 16.000 Ladevorgänge über DCS-Dienste an Ladepunkten von EWE Go abgewickelt werden – mit einem Umsatz von etwa 400.000 Euro. Legt man dann die Preisdifferenz zu Grunde, dürfte es um rund 150.000 Euro im Monat gehen – und das auf knapp zwei Jahre gesehen, seitdem die AFIR gilt (13. April 2024).

Der Klage sind sehr wahrscheinlich diskrete Gespräche zwischen den Partnern im Hintergrund vorausgegangen, bei denen es aber offenbar keine Einigung gab. Mit der Erhöhung des Ad-hoc-Preises von EWE Go auf den mutmaßlichen B2B-Preis hat sich die Klage aber nicht erledigt, da auch die in der Vergangenheit angefallenen Preisdifferenzen verhandelt werden – und auch die nach wie vor bestehende Differenz zwischen B2B- und App-Preis. Und auch Moellers Eindruck von der ersten Verhandlung in München ist, dass es DCS in der Sache nicht auf einen Vergleich ankommt, sondern um eine generelle Klärung geht. „Ich habe das Gefühl, dass die Sache nach dem Landgericht-Urteil noch durch die Instanzen gehen wird“, fasst Moeller im Gespräch mit electrive zusammen. Am Freitagabend um 18 Uhr wird er in der nächsten Ausgabe der „nextnews“ weitere Impressionen aus dem Gerichtssaal auf Youtube schildern.

„Die Klage und das folgende Urteil werden ganz klar eine Signalwirkung auf die Branche haben“, sagt E-Auto-Experte Moeller. „Da es auch um rückwirkende Beträge geht, sollte der ein oder andere Betreiber vielleicht schon einmal darüber nachdenken, entsprechende Rückstellungen zu bilden oder sein aktuelles Preismodell überdenken.“ Damit spielt Moeller auf die vielen vermuteten, aber eben noch nicht von Gericht bestätigten AFIR-Verstöße einiger Preismodelle an.

Was ist eine angemessene Preisdifferenz?

Klar ist: Sollten die Münchner Richter etwa den Vertragskunden-Preis bei EWE Go von 0,52 €/kWh hier als maßgeblich ansehen, wären sämtliche B2B-Preise über diesem Niveau eine Diskriminierung anderer MSP – und damit nach der AFIR illegal. Hier wird das Gericht während der im Juni beginnenden Beweisaufnahme die Zeugen und Argumente beider Seiten anhören, um sich eine Meinung über die Preisbildung, die eingerechneten Faktoren und eben die Verhältnismäßigkeit zu bilden.

In der ersten Verhandlung am Dienstag hat der Vorsitzende Richter schon zu Protokoll gegeben, dass er den Vertragskundenpreis (also die 0,52 €/kWh bei EWE Go) im Anwendungsbereich des Verbots der Preisdiskriminierung der AFIR sieht – und nicht nur den höheren Ad-hoc-Preis. Ob diese Rechtsauffassung nach der Beweisaufnahme noch Stand hat, wird wohl entscheidend für den Ausgang des Verfahrens sein.

Die große Herausforderung ist die Formulierung in der AFIR selbst: In jenem Artikel 5, Absatz 3 wird auch geregelt, dass die von den Betreibern öffentlich zugänglicher Ladepunkte berechneten Preise „angemessen, einfach und eindeutig vergleichbar, transparent und nichtdiskriminierend“ sein müssen – konkreter wird es nicht. Allerdings hat bisher noch kein Gericht verhandelt, was einfache und angemessene Preise für Strom an der Ladesäule sind. Auch hier könnte ein Urteil in diesem Verfahren eine wegweisende Wirkung haben.

youtube.com (nextnews-Folge vom 4. April 2025)

36 Kommentare

zu „Landgericht München verhandelt Klage gegen diskriminierende Ladepreise“
Robert
06.02.2026 um 07:35
" öffentlich zugänglicher Ladepunkte berechneten Preise „angemessen, einfach und eindeutig vergleichbar, transparent und nichtdiskriminierend“ sein müssen – konkreter wird es nicht. Allerdings hat bisher noch kein Gericht verhandelt, was einfache und angemessene Preise für Strom an der Ladesäule sind." Also für mich angemessene Preise sind max. 39-44 cent AD-HOC an allen DC Säulen alles andere empfinde ich als unangemessene Wucherpreise. Vielleicht gibt es ja mal ein Gericht das das genauso sieht. (Die Hoffnung stirbt zuletzt)
Mario
06.02.2026 um 09:32
Richtiger Ansatz, aber ich würde noch ergänzen und die Diskriminierung zwischen privatem und öffentlichem Laden einbeziehen. Dann wären 30 Cent bei AC-Laden als angemessen zu betrachten.
Lanzu
06.02.2026 um 12:36
Ein wenig relativiert sich das Verhältnis, wenn man bedenkt, dass auch bei einer Wallbox Investitionskosten anfallen. Das kann schon 1000-3000€ kosten und dann je nach Verbrauch usw. kann man schon Kosten von 5-15 ct/kWh für die Installation berechnen.Klar, dafür bekommt man zu Hause auch mehr Komfort. Aber ich sehe 40 ct/kW durchaus als fairen Preis an.
Alexander Vollmer
09.02.2026 um 12:25
Du hast ein Kabel laut Tabelle in DIN VDE 0298-4. genommen? Für 11 kW Dauerlast? 5x10mm²? Damit es nicht abraucht? Für 50€? Wenn nicht, dann hast du derzeit keine Brandversicherung. Und es ist ein FI-Schalter und Leistungsstromschutzschalter nur für die Wallbox montiert? Wallbox mit oder ohne DC-Fehlerstromerkennung?Bei dem Wallbox-Preisniveau eher nicht und ein Ansteuern einer Balkonsolaranlage oder größeren PV-Anlage ist dann auch nicht drin. Also in wenigen Jahren Austausch, neue Leitung usw.Wer jetzt eine Wallbox installiert sollte die Installation auf 22kW auslegen, die verlegten Kabel halten die nächsten drei Wallboxen aus.
Flow
12.05.2026 um 22:24
also ich weiß nicht wo die 5x10mm² herkommen bei 11kw reicht ein 5x2,5 und selbst bei 22kw sollte ein 4mm² mehr als ausreichend sein, ich meine auch das alle zurzeit am markt erhältlichen wallboxen die gleichstromfehlererkennung drin haben die go-e hat das zb und die ist auch nicht teuer mit der kannste auch überschuss PV laden machen wenn du evcc oder deren controller benutzt und warum sollte man die wb zuhause auf 22kw auslegen? die autos hier in europa haben so gut wie alle 11kw 3 phasen lader drin nur die älteren hatten 7,2kw einphasig wofür du theoretisch ne 22kw wb brauchst damit du das einphasig laden kannst und ganz ehrlich wer juckt denn zuhause den akku immer mit 11kw voll ich fahre seit 5 jahren e auto und meiste zeit habe ich die wb eingestellt das die auf 4kw lädt das reicht für über nacht um den akku voll genug zu bekommen, wenn man jeden tag 300km arbeitsweg hat sollte man sich eh überlegen ob klüger wäre umzuziehen anstatt jeden tag 3 std auto zu fahren denn dann bräuchtest du die 11kw ladeleistung und als firmenwagen für vertreter und sonstige hast eh meist ne ladekarte fürn schnelllader...
Roger Herman
07.02.2026 um 22:08
Meine Wallbox hat 500,- gekostet. Dazu 50,- für 10 m Anschlusskabel aus dem Baumarkt und 150,- für Elektriker und Sicherungsautomaten. Macht zusammen 700,- €. Wieso muss man 1.000,- und mehr für eine Wallbox ausgeben?
TeeKay
08.02.2026 um 10:31
Installier mal deine 500 Euro Wallbox an der Straße und leg dann die wöchentlichen Neuinstallationskosten auf die geladenen kWh um - vielleicht kommst du dann drauf, warum öffentliches Laden nicht mit 500 Euro Wallboxen klappt und du den Preis zuhause nicht mit dem an öffentlichen Säulen vergleichen kannst.
Roger Herman
08.02.2026 um 21:00
Was soll denn eine "Wallbox an der Straße" sein? Ich antwortete auf einen Beitrag, in dem die Begriffe "Wallbox" und "zu Hause" vorkamen. Definition Google: "Eine Wallbox (Wandladestation) ist eine kompakte Ladestation für Elektroautos und Plug-in-Hybride, die typischerweise an Garagen- oder Hauswänden montiert wird."
Ralf
09.02.2026 um 10:05
Eine öffentliche Ladesäule muss jährlich gewartet werden. Die Installation einer AC-Ladesäule kostet mit allem Pi pa po etwa 10-20 000 €. Die jährliche Wartung etwa 500 €. Weiß ich, weil ich das gerade tun sollte, anstatt auf electrive zu schreiben.
Tommy
06.02.2026 um 08:50
D´accord !!! die Preise an den Ladesäulen sind unverschämt zu hoch und dann auch noch versteckt, wenn überhaupt über Apps sichtbar!?? Es wird so kommen bzw. ist schon so, das die großen Anbieter, den Markt (preislich) bestimmen unter sich verteilen wie bei den Mineral- Anbietern. Das es z. B. andes geht, zeigt das neue YouTube Video von Move Electric „Ad hoc laden“
Waldi Waldemar
09.02.2026 um 08:24
Ergänzend noch dazu. Die Preise sind nicht nur versteckt, sondern auch in der APP öfters nicht korrekt angegeben. Bei meiner Gegenkontrolle sind über 20% meiner öffentlichen Ladevorgänge nicht zu dem Preis abgerechnet worden der mir in der APP angezeigt wurde. Dabei hat es variiert zwischen (-5ct) bis (+20ct + Transaktionsgebühr). Öffentliches laden ist aktuell nicht nur Wucher, sondern auch ein Glücksspiel
Volker Jaschke
06.02.2026 um 08:47
Gut dass die AFIR endlich durch Gerichtsurteile konkretisiert wird. Von "Wucher" zu sprechen ist m.E. allerdings falsch, den dies setzt die Ausnutzung einer Zwangslage des Konsumenten voraus. Das dürfte äußerst selten tatsächlich der Fall sein. Also bitte verbal abrüsten.
Hohop
06.02.2026 um 08:42
Stimmt. Aber ein Anbieter hat immer mit lokalen Besonderheiten zu kämpfen, siehe Ladenmiete am Flughafen und die Preise für Passagiere. Aber es sollten dann für alle die gln Preise sein.
Eike
06.02.2026 um 08:02
Der Preis ist zu gering das deckt nicht die Kosten. 44cent geht ggf an einzelnen sehr gut frequentierten aber trotzdem billigen Standorten aber alles hoch bis 55-59cent pro kWh wirds geben (müssen).
Tom
06.02.2026 um 13:30
Nein - vielleicht in der Aufbau-Phase. Aber es fließt auch Fördergeld! An der Börse wird die kWh teils unter 10cent gehandelt. Die Preise an der Säule sind Wucher!Die Großen schotten sich ab und verlangen für eine Lader aus einem anderen Netz bzw Anbieter ein Maximum an b2b Preis. Das ist lt. EU-Verordnung nicht erlaubt. Durch die hohen Ad-hoc-Preise versuchen sie das zu legalisieren.
Cüppers
06.02.2026 um 18:31
es fließt kein Fördergeld, und als Ladesäulenbetreiber zahlt man den gleichen Strompreis wie für einen Hausanschluß, also aktuell ca. 24ct wenn man Glück hat
Robert
09.02.2026 um 09:46
hast du Beweise dafür ? ausserdem gibts ja noch die THG Quoten wo die Ladesäulenbetreiber auch beantragen können Und auch wenn die Ladesäulenbetreiber keinen Industriepreis bekommen haben sie doch erheblichen Stromverbrauch der weit weit über dem eines normalen Bürgers liegt und da bekommen sie den Strom deutlich mehr Mengenrabatt als ich mit meinen Haustromtarif von 4000-5000 kw Verbrauch
Reisender
06.02.2026 um 07:47
Willkommen in der Planwirtschaft! Ich bin für 5 ct./kWh analog der Brötchenpreise in den Neuen Ländern bis 1989.
ID.alist
06.02.2026 um 08:21
Man kann sagen was man will, aber wenn die Klage von DCS Erfolg hat, dann wird es ein großes rütteln auf den Deutschen Fahrstrommarkt geben. Dieser versuch die Kunden an den eigenen Netz zu binden durch "kostenlose" Abos wäre dann nicht mehr so einfach. Aber was kann passieren: - Die "kostenlose" Abos verschwinden und es gibt nur den lächerlichen Ad-hoc Preis. Das kann aber nur funktionieren wenn alle sich daran halten, und die neuen Spieler wie Electra scheinen wenig Lust mitzumachen. - Der Preis für das "kostenlose" Abo wird zum Ad-hoc Preis. 52Ct/kWh ist ein OK Preis, ja es könnte günstiger sein, aber momentan wird viel Geld Investiert in den Aufbau. Das Laden würde normaler werden, man könnte einfach irgendwo fahren und dort mit üblichen Mitteln bezahlen. MSP würden dann etwas an Wichtigkeit verlieren und vielleicht komplett aus den privaten Bereich verschwinden.Wie auch immer die Klage ausgeht, es wird eine Effekt auf die E-Mobilität in Deutschland haben.
Klaus
07.02.2026 um 00:26
Dann ist es schon seltsam, dass kleine regionale Anbieter den Ladestrom für 39 ct/kWh per Ad hoc Ladung anbieten. Kein finanzstarket Konzern im Rücken, dafür aber 2 Ladesäulen bis 360 kW Ladeleistung. Die großen Ladestromanbieter sollten sich ein Beispiel am Heinrichshof in Köln (https://www.heinrichshof.net/ladepark/) nehmen. Das Laden eines E-Autos sollte so unkompliziert und einfach per EC-/Kreditkarte per Ad hoc möglich sein. Weg mit den Ladekartenwahnsinn und den unzähligen verschiedenen Ladepreisen an der ein und selben Ladesäulen. Weg vom Vertragskunden und hin zum Laufkunden, wie an der Tankstelle.ich möchte auf Touren nicht meine Ladeplanung nach dem Ladeanbieter ausrichten, sondern ich möchte Ad hoc zu fairen Preisen dort laden, wo es erforderlich wird.
Pičkica Podlac
06.02.2026 um 11:05
Eine Klage und ein großes Rütteln finden wir sehr gut.
gerd
06.02.2026 um 09:48
Basis sollte der Industriestrompreis sein, der ja hier verkauft wird.
Cüppers
06.02.2026 um 18:32
schön wär's... ist aber nicht so
Michael Schnabel
06.02.2026 um 14:33
Wird er nicht, da der Industriestrompreis nicht für Ladesäulenbetreiber gilt.
Micha
06.02.2026 um 13:16
Nein, wird er nicht!! Du zahlst an der Säule Endkundenpreise mit allen Umlagen, Steuern etc. Ganz genau wie zuhause auch, nur dass die Infrastrukturkosten noch on top kommen.
Thomas
06.02.2026 um 18:44
und für jede geladene kWh gibt es für den Betreiber auch noch eine THG-Präme.
Nils
06.02.2026 um 10:07
Ich kann den Wunsch nach 39–44 ct/kWh gut verstehen – das wäre für uns alle angenehm. Aber bei öffentlichen DC‑Schnellladern ist dieser Preis leider unrealistisch, und das hat wenig mit „Wucher“, sondern viel mit Technik und Kostenstruktur zu tun: DC‑Laden ist teuer in der Bereitstellung.Ein 150–300‑kW‑Lader braucht teure Netzanschlüsse, Trafostationen, regelmäßige Wartung und oft hohe Standortkosten. Das sind Fixkosten, die unabhängig davon anfallen, ob jemand lädt oder nicht.Dazu kommen hohe Leistungspreise. Betreiber zahlen monatlich für die bereitgestellte Anschlussleistung – selbst wenn die Säule gerade ungenutzt ist. Diese Gebühren müssen über den kWh‑Preis refinanziert werden.Und die Auslastung ist meist gering. Viele Standorte liegen bei 10–20 % Nutzung oder darunter. Das heißt: Die wenigen Nutzer müssen die Infrastruktur mittragen.Wenn man das alles zusammenrechnet, liegen die realen Kosten für Schnellladen fast überall in Europa deutlich über 50 ct/kWh. Preise von 39–44 ct/kWh wären nur mit massiven Subventionen oder extrem hoher Auslastung machbar.Deshalb wird ein Gericht vermutlich nicht zu dem Schluss kommen, dass heutige DC‑Preise „unangemessen“ oder gar „Wucher“ sind – aber mehr Transparenz und klarere Regeln wären sicher wünschenswert.
Roger Herman
07.02.2026 um 22:42
Hab gerade mal nachgesehen, was "mein Supercharger umme Ecke" (Wildau, A10 Center) verlangt: Je nach Tageszeit zwischen 25 und 47 Ct./kWh. Gilt zwar nur für Tesla-Fahrer, dürfte aber dennoch auskömmlich sein. Abgesehen vom wenige Kilometer entfernten weltgrößten Ladepark, in welchem das AC-Laden für Jedermann sogar kostenlos ist, dürfte Tesla ansonsten auch nichts zu verschenken haben. Preise jenseits von 65 Ct./kWh, bedeuten höhere Energiekosten/Strecke als beim Verbrenner und sind aus meiner Sicht unseriös. Das sieht man daran, dass es Anbieter gibt, die mit 39 Ct./kWh auskommen, wenn man sich quasi verpflichtet, nur bei denen zu laden. (Niemand kann sich leisten, bei acht oder zehn Anbietern, ein Abo abzuschließen.) Da hier offenbar die Marktwirtschaft nicht funktioniert, ist die Frage, ob der Lademarkt bereits kartellartige Strukturen enthält.
Steffen
07.02.2026 um 06:57
das sehe ich auch so. Und 10-20% Auslastung sind leider eher die Ausnahme
Wolfram
06.02.2026 um 18:34
ich kann Dir da nur beipflichten
Why Not?
06.02.2026 um 10:54
Für Wenigfahrer gilt bei LIDL/Kaufland (0,29€AC/0,44€DC) Aldi(gleiche Preise wie LIDL) Famila Nordwest(0,29€AC/0,48€DC) oder Edeka/Netto für 0,48€DC laden, und für Vielfahrer über einen Monatsvertrag z.B. ENBW oder IONITY für 0,39€ zu laden. Dann werden faire Anbieter mit Auslastung belohnt und wer abzocken will hat keinen Umsatz. Bei konsequenter Anwendung wird es etwas bewirken und die Preise endlich angemessen senken!
Peter
06.02.2026 um 12:55
0,44 ct/kWh gilt bei Kaufland/Lidl nur für die 50-60kW "Schnelllader". Höhere Ladeleistungen sind teurer. Außerdem ist das nicht der Adhoc-Preis, sondern der Preis über die ätzenden Kaufland/Lidl-Apps. Adhoc ist 25% teurer (-> auch dieser Preisunterschied je nach Bezahlart ist nicht AFIR-konform)
Norbert
06.02.2026 um 11:42
Wie im Artikel bereits ausgeführt, ist es bemerkenswert, dass DCS hier den Rechtsweg wählt.Schließlich praktizieren die mit DCS verbundenen CPOs genau das, was nun beanstandet wird. Aral pulse verlangt 92 ct/kWh im Roaming, 79 ct/kWh ad hoc und 69 ct/kWh über die eigene App. Ionity bewegt sich auf einem sehr ähnlichen Niveau mit 79 ct/kWh ad hoc und 70 ct/kWh über die App.Insofern wirkt das Vorgehen von DCS ein wenig wie der klassische Fall von mit Steinen im Glashaus werfen.
Stefan von nextmove
07.02.2026 um 12:44
Ionity Adhoc aktuell 75ct, also nur 5ct Differenz
TeeKay
06.02.2026 um 19:41
Was die DSC-Gesellschafter CPOs tun, kann DCS und muss DCS je nach rechtlicher Ausgestaltung der Satzung und Geschäftsführerverträge aber egal sein. Die sind eine eigene juristische Person und die Geschäftsführung hat zunächst einmal die Interessen von DCS und nicht der Gesellschafter zu verfolgen. Die Gesellschafter könnten jedoch die Geschäftsführung abberufen, wenn sie es wünschen.
TeeKay
06.02.2026 um 19:35
Hauptsache, das Gericht lässt sich Zeit, damit das alles wohl überlegt und nichts übers Knie gebrochen wird. Mit dem nächsten angesetzten Termin in fast einem halben Jahr ist auf jeden Fall sichergestellt, dass hier nichts zügig voran geht.

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