Porsche stellt Macan Electric auf Zellen von Samsung SDI um – für Südkorea
Das berichtet zumindest die südkoreanischen Zeitung „The Chosun Daily“. Der seit einigen Jahren verkaufte Taycan und der neue Cayenne Electric sind ohnehin mit Batteriezellen von LG Energy Solution ausgestattet. Von der Umstellung betroffen ist also derzeit nur der Macan Electric. Das elektrische Mittelklasse-SUV fertigt Porsche im Werk Leipzig – bisher ausschließlich mit Batteriezellen von CATL aus dem deutschen Werk im thüringischen Arnstadt am Erfurter Kreuz.
Laut dem „Chosun“-Bericht soll die Entscheidung „auch von den Marktbedingungen und Umweltfaktoren in der Absatzregion“ beeinflusst sein. „Südkoreanische Verbraucher sind dafür bekannt, beim Kauf eines Elektrofahrzeugs sogar den Batteriehersteller genau zu prüfen“, schreibt die Zeitung. Nicht nur angesichts heimischer Hersteller wie LGES, SK On und Samsung SDI ist die Verbindung zum Zellhersteller groß, sondern es hat auch eine politische Ebene: Nach dem Brand eines Mercedes EQE in der Tiefgarage eines Wohngebäudes in Incheon im Jahr 2024 hatte die südkoreanische Regierung Autobauer aufgefordert, ihre Batterielieferanten offenzulegen. Dem sind damals zahlreiche Hersteller nachgekommen und es ist ein bis heute gängiges Verfahren.
Von Porsche selbst gibt es in dem „Chosun“-Artikel kein Statement. Wir haben bei dem Hersteller aus Zuffenhausen um eine Stellungnahme zu dem Bericht gebeten. „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir und grundsätzlich nicht zu möglichen Lieferanten äußern“, erklärt eine Porsche-Sprecherin auf electrive-Anfrage. Das ist kein Dementi, aber eben auch keine Bestätigung.
Wie in unserem Tech-Deep-Dive zum Macan berichtet, nutzt Porsche in bisher allen Antriebsvarianten ein 100 kWh großes Batteriepack (95 kWh netto) mit prismatischen Zellen von CATL. Dabei kommt die NMC811-Zellchemie zum Einsatz. Mit dem 250 kW starken Heckantrieb ergibt sich eine WLTP-Reichweite von bis zu 641 Kilometern, mit dem 430 kW starken Macan Turbo sind es immer noch 591 Kilometer. Mit dem 800-Volt-System kann die CATL-Batterie mit bis zu 270 kW in 21 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen werden.
Mit dem jüngsten Elektro-Modell, dem Cayenne E4, hat Porsche seine Batterie-Aktivitäten umgestellt. Die Batterie ist nun nicht nur ein elementarer Bestandteil der Entwicklungsarbeit, sondern auch in der Produktion führt Porsche mehr Arbeiten selbst durch. Beim Taycan und Macan montiert der Zulieferer Dräxlmaier aus den eingekauften Zellen die einbaufertigen Batteriepacks und liefert diese in die Fahrzeugwerke. Beim Cayenne Electric aus dem VW-Werk Bratislava hat Porsche im slowakischen Horná Streda den Porsche Smart Battery Shop aufgebaut –und stellt dort die Batteriemodule mit den LGES-Zellen selbst her.





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