Wegen Batterieproblemen: Rückrufaktion für Zeekr 001 in China

Die Geely-Marke Zeekr muss über 38.000 Einheiten des Modells Zeekr 001 WE Edition zurückrufen, die zwischen 2021 und 2024 gebaut wurden. Bei den Fahrzeugen besteht die Gefahr eines thermischen Durchgehens der Traktionsbatterie, die vom Batteriehersteller Sunwoda stammt.

Zeekr min

Laut Chinas staatlicher Marktregulierungsbehörde (SAMR) wird der Elektroautohersteller ab dem 6. März 2026 insgesamt 38.277 Fahrzeuge des Modells Zeekr 001 WE Edition zurückrufen, die zwischen dem 8. Juli 2021 und dem 18. März 2024 produziert wurden.

Demnach kann es nach längerem Gebrauch zu einem ungewöhnlichen Anstieg des Innenwiderstands der Hochvoltbatterie kommen. Dies könnte zu einer verminderten Batterieleistung und im Extremfall zu einem thermischen Durchgehen der Antriebsbatterie führen, was Sicherheitsrisiken birgt.

Ein thermisches Durchgehen kann entstehen, wenn eine Batteriezelle durch Defekte, Überhitzung, innere Schäden oder Fertigungsfehler zu heiß wird. Das führt dazu, dass sich interne chemische Reaktionen immer schneller und exotherm (mit Wärmeabgabe) fortsetzen. Diese Hitze kann auch benachbarte Zellen treffen, so dass die ganze Batterie gefährdet ist. In schlimmen Fällen kann dies zu einem Brand oder Explosion führen.

Zeekr wird im Rahmen der Rückrufaktion Inspektionen oder Ferndiagnosen an den betroffenen Fahrzeugen durchführen. Für Fahrzeuge, deren Akkus noch nicht ausgetauscht wurden, bietet das Unternehmen einen kostenlosen Austausch an, um Sicherheitsrisiken zu beseitigen.

Zeekr hatte laut eigenen Angaben über sein cloudbasiertes Überwachungssystem bei bestimmten älteren Modellen des Zeekr 001 WE Edition mit 86-kWh-Batterie eine von den Erwartungen abweichende Kapazitätsminderung festgestellt, geht hierzu aber nicht weiter ins Detail Zeekr erklärte weiter, dieser Rückruf werde proaktiv eingeleitet, um die Fahrsicherheit zu gewährleisten.

Die in Europa ausgelieferten Einheiten des Zeekr 001 sollen von dem Mangel nicht betroffen sein. Denn auf dem Kontinent wurde nur die Version mit einer 100-kWh-Batterie mit NMC-Zellchemie ausgeliefert, nicht aber die mit der nun bemängelten 86-kWh-Batterie.

cnevpost.com, carnewschina.com

3 Kommentare

zu „Wegen Batterieproblemen: Rückrufaktion für Zeekr 001 in China“
erFahrer
11.02.2026 um 08:24
Die andere Seite der hohen „Innovationsgeschwindigkeit“. Finale Tests finden beim Kunden statt und das trifft nicht nur auf Asiatische Produkte zu. Eher je billiger desto eher ist der Effekt. Alles nix Neues.
René
11.02.2026 um 08:45
Warum gibt es so viele Rückrufaktionen wegen der Gefahr eines thermischen Durchgehens der Traktionsbatterie? Das passt nicht zu den Statistiken, dass E-Autos seltener brennen als Verbrenner.
E-Mobility
11.02.2026 um 11:39
"Mensch beißt Hund?" Rückrufaktionen sind auch bei Fossilen PKW gang und gäbe - und das nach 130+ Jahren Entwicklung und Verbesserung. Man fährt immerhin mit 65-80 Litern hochentzündlichem Sprit in einer Plastikschüssel umher. Das dürfte man "offen" in keiner Garage lagern. Im Auto schon.Die Anzahl 38k ist nicht besorgniserregend und vergleichbar auch mit Rückrufen europäischen Herstellern im Fossilen Bereich, wenn ich mich korrekt erinnere. Über die Jahre sind das 33 PKW pro Tag. Unschön. Aber: Das Problem ist erkannt.Kein Hersteller macht einen Rückruf gerne und freiwillig. Es finden immer intensive Tests auch der Batterien statt, denn der Reputation-Schaden und der finanzielle ist enorm: 330m USD /38k ca. 8.600 USD pro PKW inkl. Rückrufkosten.Dieser Rückruf ist zudem proaktiv: Ein Defekt kann sein, muss aber nicht. Eine Produktionsabweichung, die auf einen Zeitraum, Batterietyp und Hersteller eingegrenzt werden konnte, wie auch die hinterlegten Links zeigen, etwa https://www.electrive.net/2026/02/10/wegen-batterieproblemen-rueckrufaktion-fuer-zeekr-001-in-china/Und dass Geely den Hersteller der Batterie auf 330m USD verklagt hat, ist aus meiner Sicht ok, denn die BEV sind gerade in China sehr eng kalkuliert.WICHTIG: BEV brennen nur 1/5 bis 1/50 so häufig wie fossile PKW https://www.bundestag.de/resource/blob/891136/55c913be8b0207bcd76e911a66287f00/WD-8-002-22-pdf-data.pdf https://oekonews.at/mythencheck-brennen-elektroautos-wirklich-haeufiger+2400+1230906Die Haupt-Brandlast ist vor allem die Plastik-Innenverkleidung - egal ob BEV oder Fossil https://dekraprod-media.e-spirit.cloud/578b2cd5-7629-485e-a4b6-6c4e73f71231/media/fakten-zum-thema-e-mobilitaet-und-brandschutz.pdfIn China gilt ab 1.7. 2026 der Batteriestandard GB 38031-2025, der extreme Anforderungen stellt, z.B. 24 Tests, 2h Brandsicher, keine Ausgasungen in den Fahrgastraum, Kurzschluss nach 300 Ladezyklen etc. https://www.all-electronics.de/veranstaltungen-the-automotive-battery/was-chinas-gb-380312025-fuer-evbatterien-bedeutet/794962Mit den Batterieneuentwicklungen (Natrium, Feststoff-Elektrolyte etc.) und dem neuen chinesischen Standard werden die Batteriebrände weiter abnehmen.

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