Seat startet Nullserien-Produktion der E-Kleinwagen
In der Mitteilung schreiben die Spanier selbst vom „Countdown für die Serienproduktion“, der begonnen habe. Für Seat und die Marke Cupra ist es in der Tat ein wichtiger Meilenstein, da der Cupra Raval und kurze Zeit später der VW ID. Polo die ersten Elektroautos aus dem spanischen Werk sein werden. Und es handelt sich dabei nicht um irgendwelche Fahrzeuge, sondern vor allem beim ID. Polo um den Hoffnungsträger im gesamten Konzern, im Segment der bezahlbaren Elektro-Kleinwagen Fuß zu fassen.
Für die Fertigung der beiden E-Kleinwagen hat das Unternehmen das Werk in Katalonien in den vergangenen Jahren umgebaut. Im Rahmen der Transformation hat Seat in seinem Werk in Martorell eine Fläche von rund 160.000 Quadratmetern für die Produktion von E-Autos angepasst, die Produktionslinie 1 renoviert, 1.000 neue Roboter in die Karosseriephase integriert und 60 Stanzwerkzeuge für Komponenten installiert, darunter die neue PXL-Presse. Außerdem wurden vier neue Karosseriefarben für die elektrische Kleinwagenfamilie entwickelt. Hinzu kommt die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme der 600 Meter langen automatisierten Brücke, die das im Dezember eingeweihte Batteriesystem-Montagewerk mit der Linie 1 der Montagehalle verbindet.
„Wir stehen vor einem historischen Jahr. In Martorell, dem Epizentrum der zukünftigen Mobilität, befinden wir uns in der finalen Phase der Serienproduktion des Cupra Raval, jenes Fahrzeugs, das den Beginn einer neuen Ära für die Marke markieren wird. Wir sind stolz darauf, im Auftrag der Markengruppe Core des Volkswagen Konzerns das Projekt für urbane Elektroautos von Spanien aus voranzutreiben“, sagt Markus Haupt, CEO der Marken Seat und Cupra. „Wir haben unsere Produktionsstätten modernisiert, unsere Teams geschult und unsere Prozesse optimiert, um dies zu ermöglichen. Heute ist das Ziel, die Elektromobilität in Europa von der Iberischen Halbinsel aus zu etablieren, näher denn je.“
Seat/Cupra ist nicht nur für den Raval und ID. Polo aus Martorell verantwortlich, sondern auch für die beiden SUV-Ableger der E-Kleinwagen-Familie, also die im VW-Werk Navarra gebauten VW ID. Cross und Skoda Epiq. Das sogenannte „Entwicklungscluster“ wird von Seat/Cupra geleitet. So haben die Teams aus Martorell und Navarra eng zusammengearbeitet und laut dem Unternehmen 560.000 Schulungsstunden absolviert. Auch Zulieferer auf der Iberischen Halbinsel waren eingebunden: Spanien beheimatet über 90 Zulieferer und 110 Produktionsstätten, die zusammen 70 Prozent der Materialkosten der Fahrzeuge decken.
„Wir befinden uns in der Endphase unserer industriellen Transformation und überprüfen und optimieren den Betrieb unserer Anlagen, die bereits jetzt Maßstäbe in der Branche setzen“, sagt André Kleb, Chief Production Officer (CPO) für die Iberische Halbinsel der Markengruppe Core des Volkswagen Konzerns. „Martorell entwickelt sich stetig weiter und wird mit der Einführung der neuen Elektromodelle seine Position als Epizentrum der zukünftigen Mobilität festigen: ein flexibles Werk, das in der Lage ist, 100 Prozent elektrische, Hybrid- und effiziente Verbrennermodelle für verschiedene Marken des Volkswagen Konzerns zu produzieren und damit den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.“
Klebs Position gibt es erst seit wenigen Monaten: Im November 2025 hatten die VW-Volumenmarken der Brand Group Core (BGC) ein regionales Produktionsnetzwerk geschaffen, welches die Werke in fünf Produktionsregionen aufteilt. Die Werke sind seitdem nicht mehr den Marken zugeordnet (also in Spanien Martorell zu Seat/Cupra und Navarra zu VW), sondern eben der Produktionsregion. Zum 1. Januar hat André Kleb, bis dahin Leiter Planung und Produktionstechnik der Marke Volkswagen Pkw, die Verantwortung für die Produktion auf der Iberischen Halbinsel übernommen – neben den beiden spanischen Werken also auch für die Fabrik im portugiesischen Setubal, wo die Serienversion des ID.EVERY1 (vermutlich als ID. Up) vom Band laufen wird.





10 Kommentare