Tesla-Werk in Grünheide soll nur noch zu 40 Prozent ausgelastet sein

Die Produktion von Tesla in Grünheide soll laut Zahlen des Datendienstleisters Inovev 2025 deutlich geschrumpft sein. Die Rede ist von nur 149.000 in dem deutschen Werk gebauten Model Y – das sind fast 30 Prozent weniger als 2024. Werksleiter André Thierig hat inzwischen allerdings widersprochen: Er erklärt, dass auch 2025 über 200.000 Fahrzeuge produziert wurden.

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Bild: Tesla

+++ Dieser Artikel wurde aktualisiert +++

Das Handelsblatt berichtete am Sonntagabend unter Rückgriff auf Daten von Inovev, dass in Grünheide im vergangenen Jahr nur 149.040 Fahrzeuge gebaut wurden. Dieser Wert würde deutlich unter den Jahresergebnissen von 2024 und 2023 mit 211.235 beziehungsweise 192.801 in Grünheide gefertigten E-Autos liegen. Unterboten wird das 2025er Resultat nur vom Eröffnungsjahr 2022, als der unterjährig gestartete Hochlauf der Fabrik 50.300 Model Y hervorbrachte.

In seinen offiziellen Geschäftsberichten gibt Tesla das Werk in Grünheide stets mit einer Kapazität von mehr als 375.000 Fahrzeugen an. Der um fast 30 Prozent geringere Output im Jahr 2025 würde also eine weiter schwindende Auslastung der Produktionsstätte bedeuten, die rechnerisch nur noch bei 39,7 Prozent liegt – gegenüber 56,3 Prozent im Jahr 2024. Die Gewinnmarge soll im vergangenen Jahr laut dem Artikel nur noch bei 0,74 Prozent gelegen haben.

Zur Datenlage schreibt das Handelsblatt, dass die Zahlen von Inovev teilweise Schätzungen beinhalten könnten, die später angepasst werden müssen. Ganz wasserdicht ist die Statistik also nicht. Tesla selbst hat eine Anfrage des Wirtschaftsblatts zu den Produktionszahlen unbeantwortet gelassen. Allerdings hat sich am Montagmittag Werksleiter André Thierig auf Linkedin zu dem Bericht geäußert. Darin wirft er dem Handelsblatt vor, schlecht recherchiert und unseriös berichtet zu haben – und zwar mit „nur einem Ziel – gemeinsam mit der IG Metall eine Anti-Tesla-Kampagne zu fahren!“

Die genannten 149.000 gebauten Model Y in 2025 seien falsch, so Thierig in seinem Post weiter. Es seien über 200.000 Einheiten gewesen. („Und das obwohl wir im 1. Quartal die Produktion für die Umstellung auf das neue Model Y angehalten und dann über mehrere Wochen wieder auf 5.000 Einheiten pro Woche hochgefahren haben“). Auch widerspricht Thierig der Darstellung, wonach er die Entwicklung in Grünheide seit Monaten schönrede: „In 2025 haben wir jedes Quartal die Produktion im Vergleich zum Vorquartal erhöht. Seit Beginn der Produktion in 2022 haben wir bereits über 700.000 Model Y in Grünheide produziert! Für das erste Quartal in 2026 planen wir zudem eine weitere Steigerung im Vergleich zum 4. Quartal in 2025.“ Die genannte Gewinnmarge von 0,74% dementiert der Werksleiter ebenfalls – ohne jedoch einen eigenen Wert zu nennen.

Auslieferungen eher rückläufig

Auffällig: Wie auch Tesla-CEO Elon Musk verweist Thierig darauf, dass das Model Y drei Jahre in Folge das meistverkaufte Fahrzeug weltweit gewesen sei. Eine Behauptung, der in der Branche viele widersprechen – allen voran Toyota. Dabei würde ein gedrosselter Output angesichts der eher schlechten Verkaufszahlen im Jahr 2025 gar nicht verwundern: Denn im vergangenen Jahr verzeichnete Tesla schon das zweite Jahr in Folge einen Rückgang seiner weltweiten Auslieferungszahlen. Während das Minus im Jahr 2024 noch gering ausfiel, war es 2025 um so deutlicher: Die Auslieferungen gingen um 9,1 Prozent auf rund 1,6 Millionen Fahrzeuge zurück.

Zwar konnten in einigen Ländern wie Südkorea, Thailand, Norwegen oder der Türkei die Zulassungen des für Grünheide relevanten Model Y um kumuliert fast 70.000 Einheiten erhöht werden, doch den Rückgang in den Märkten USA, China und Europa mit zusammen minus 155.000 Einheiten, konnten diese Zuwächse nicht kompensieren.

Vor diesem Hintergrund muten die aktuellen Diskussionen um die Erweiterungspläne in Brandenburg skurril an. Bekanntlich hat sich Tesla-CEO Elon Musk kurz vor den Betriebsratswahlen per Videobotschaft an die Belegschaft gewandt und damit gedroht, Pläne für die Werkserweiterung wieder abzublasen, wenn die Fabrik nicht „frei von externen Einflüssen“ bleibe. Die Ablehnung des Tesla-CEOs gegenüber gewerkschaftlich organisierter Arbeit ist bekannt, nicht nur in den USA. Auch rund um das deutsche Werk hat Musk bereits in der Vergangenheit vor einer zu starken IG Metall im Betriebsrat gewarnt.

Im weiteren Verlauf der Videobotschaft hob Musk die aktuelle Situation hingegen positiv hervor – und sprach von „einer der coolsten Fabriken der Welt“. „Giga Berlin ist eine fantastische Fabrik“, so Musk. „Die Stimmung dort ist cool. Wenn man herumläuft, wissen Sie, es ist sehr sauber, es ist innen und außen ziemlich schön.“ Neben dem Lob für die Fabrik und Belegschaft ging es in dem Video auch um künftige Produkte aus Grünheide. Laut Musk habe Tesla „gerade damit begonnen, die Produktion der Batteriezellen hochzufahren“. Das überrascht, denn noch Mitte Dezember hieß es, Tesla würde die Zellfertigung in Brandenburg erst ab 2027 planen – nachdem das Vorhaben seit 2022 auf Eis lag.

Thierig geht in seinem Linkedin-Post auch auf diesen Punkt ein: „Fakt ist […], dass wir aktuell weitere fast 100 Millionen in die Produktion von Batteriezellen investieren, wodurch weitere mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen werden. Welche andere Autofabrik in Deutschland kann diese Fertigungstiefe aufweisen?“. Seit 2020 habe Tesla überdies mehr als 5 Milliarden Euro in Grünheide investiert.

Und: Thierig spinnt das Narrativ, dass das Handelsblatt als Sprachrohr der IG Metall agiere. Wie angespannt die Lage in Grünheide zwischen dem Management und der Gewerkschaft vor der anstehenden Wahl ist, zeigt auch die jüngste Posse um eine angeblich mitgeschnittene Betriebsratssitzung. Der Konflikt wurde teils öffentlich ausgetragen. 

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen meldete sich am Montagmittag übrigens ebenfalls zum Handelblatt-Artikel zu Wort – in einem Kommentar unter dem Thierig-Post: Darin schreibt die Gewerkschaft, dass das Handelsblatt sie vorab um eine Einschätzung gebeten habe, ob diese Zahl von 149.000 produzierten Fahrzeugen in 2025 realistisch ist. „Unsere Antwort war: ‚Nein, die Zahl ist unrealistisch. Wir kennen keine genauen Zahlen, aber unserer Einschätzung nach müssten es über 200.000 gewesen sein‘.”

handelsblatt.com

21 Kommentare

zu „Tesla-Werk in Grünheide soll nur noch zu 40 Prozent ausgelastet sein“
Gregor Schulze
02.03.2026 um 10:25
"es gibt viel Potenzial" "Ich denke, wenn die Dinge gut laufen..." Diese Worte halten zumindest die Wohnung warm... Mehr muss Musk nicht sagen. Denn das nennt den realen Zustand der Produktion von Fahrzeugen.
David
02.03.2026 um 13:08
Das war von der ungefähren Größenordnung her bekannt, weil man die Tesla Zulassungen kannte. Es ging nur für den normal informierten Bürger in einem Gewitter von lancierten Falschzahlen seitens Tesla unter. Aber, ja, man ist in Europa selbstverschuldet fast vom Markt.
Bauri
03.03.2026 um 08:22
Das zelebrierte Gutmenschentum in Europa ist zum Ko.... Die grosse Welt kritisieren und gleichzeitig die eigene zerstören.
F.
02.03.2026 um 20:40
An welchen Zulassungszahlen willst du Produktionszahlen ablesen? Aus Grünheide wird in Märkte auf mindestens vier Kontinenten exportiert. Ich Maße mir nicht an, daraus Prodktions- oder Absatzzahlen zu ermitteln.Vielmehr weiß ich aus zurückliegenden Jahren, dass das HB gerne viele negative Vermutungen anstellt. Und ich kann mir nich denken, dass Thierig hier wirklich lügt, wenn selbst die IG Metall klar eine dem HB widersprechende Schätzung abgibt.
Thomas Jahn
02.03.2026 um 15:29
André Thierig liegt vollkommen richtig. Die redaktionelle Qualität der Artikel der Automobilredaktion im Handelsblatt hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Seit über einem Jahr werden in auffälliger Frequenz fehlerhafte oder unzureichend recherchierte Meldungen veröffentlicht, während zugleich mehrere ausländische Automobilmarken in einer Weise dargestellt werden, die den Eindruck gezielter Diffamierung erweckt. Statt fundierter Analyse dominieren Zuspitzung, Effekthascherei und ein Stil, der eher an Tabloid- als an Wirtschaftsjournalismus erinnert. Eine solche Entwicklung untergräbt die Glaubwürdigkeit der deutschen Automobilredaktion und beschädigt langfristig das Ansehen des gesamten Hauses. Die Chefredaktion sollte umgehend und sichtbar Konsequenzen ziehen. Ohne eine klare Rückbesinnung auf journalistische Sorgfalt, Sachlichkeit und Faktentreue droht ein nachhaltiger Reputationsverlust.
Branchenkenner
02.03.2026 um 17:29
Komische Sichtweise...spricht da ein zerknirschter Tesla-Fahrer? Tesla bietet veraltete Produkte und nur 2 Modelle an. Wie soll man sich mit sowas am Markt behaupten können? Die Produktionszahlen sind nachweislich gesunken. Ob jetzt 150k oder 200k, sie sind sehr niedrig. Und das liegt ausschließlich an Tesla und auch an Elons (Firmen-)Politik
Evt neukunde
03.03.2026 um 07:31
Was genau ist denn veraltet? Ich bin am überlegen eine Tesla zu kaufen und finde nichts mit ähnlichem Preis/Leistungsverhältnis. Was kannst du empfehlen?
Branchenkenner
03.03.2026 um 13:46
Alles ist veraltet, ich empfehle den Blick auf die 800V Autos der deutschen Hersteller und auf chinesische Modelle. BYD bringt diese Woche ein 1500kW Ladesäule und ein E-Auto mit 1500kW Ladeleistung raus. Der Zeekr 001 mit 2026 Facelift kann 1250kW abrufen. Head-Up-Display, autonomes Fahren nach Level 2++, LiDAR und Radarsensoren, Luftfederung, Massagesitze, bidirektionales Laden etc. gibt es natürlich auch alles. Bei Tesla gibt es nichts davon, im Gegenteil, man bekommt die älteste Hardware der Welt mit lahmen Akkuzellen, 400V, keine Radarsensoren, schlechter Ergonomie etc.
Fabian
04.03.2026 um 09:54
Witzig, dass du bei einem Vergleich mit Tesla ausgerechnet autonomes Fahren, Radar und Lidar nennst. FSD ist weit voraus, ganz ohne Sensoren über die Kameras hinaus. Und 800 V ist nicht pauschal besser, letzten Endes zählt die Zell-Chemie in Verbindung mit Ladeleistung und Lebensdauer.
Branchenkenner
03.03.2026 um 15:14
Die neue Technologie wird auch in günstigere Modelle übertragen werden, Ansatzweise kann man das am 2025er Xpeng G6 LR sehen, oder am Zeekr 7GT. Auch der Blick auf Mercedes CLA, Mercedes GLB bzw. ab Anfang 2027 auch in der Kompaktklasse auf Mercedes GLA und BMW iX1
Neu kunde
03.03.2026 um 19:10
Die Chinesen habe ich nicht so am Schirm. Die Mercedes machen mir eher Sorgen mit dem letzten Akku 50.000 Stück Rückruf, da scheint mir Tesla etwas ausgereifter.Luftfederung hatte ich nie, hab nur von Freunden die üblen Reparaturrechnungen gehört - aber vielleicht wurde das besser.Das mit 400v kenne ich nicht, aber die Säulen bei mir in der Nähe sagen alle 150kw, keine davon 1250kw . Ist das ein Tippfehler? Weil was habe ich denn sonst vom Auto wenn die Infrastruktur nicht dazu passt.Danke für deine Ausführungen
Tipp an Interessenten
04.03.2026 um 20:27
Ganz wichtig: immer selbst vergleichen und Probefahren. Niemals auf einen anonymen, angeblichen Kenner der Branche hören. Solche User haben meist einen finanziellen Anreiz dir etwas aufzuschwatzen. Und: das eigene Auto und die eigene Wahl ist immer das/die Beste: :-) Lass dir von niemanden einreden, es gäbe hier und da noch etwas besseres! Nur deine eigene Meinung zählt für dich :-)
Fabian
03.03.2026 um 07:06
Wie viele iPhones bietet denn Apple an? Und trotzdem dominieren sie den Markt mit Innovation statt Massenware. Teslas Technik ist alles andere als veraltet – sie wird ständig weiterentwickelt, von Over-the-Air-Updates bis hin zu Batterie-Upgrades in der Produktion. Und beim autonomen Fahren? Wer kann denn mit FSD mithalten? Keiner kommt da ran, während die Konkurrenz noch mit Assistenzsystemen rumfummelt.
Martin Seiler
03.03.2026 um 20:08
Scherz! Der 1. April naht.
John Barsten
02.03.2026 um 21:54
Warum zerknirschte Sichtweise? Der Kommentar hat recht. Die Redaktion hat wissentlich Zahlen verbreitet, die auf groben Schätzungen basiert haben (und es auch gar nicht so gekennzeichnet) und eine weitere Quelle (die IGM) hat diese sogar bestritten. Aus diesen falschen Zahlen wurde ein reißerischer Artikel gemacht. Damit wurden journalistische Standards außer Acht gelassen (Prinzip der Quellenbestätigung) und - besonders peinlich - versteht das Handelsblatt den Unterschied zwischen Marge, Gewinn und weiteren Kennzahlen nicht. Aus diesem Grund ist es naheliegend, dass hier wohl eine Agenda und keine neutrale Berichterstattung verfolgt wird.
John Barsten
02.03.2026 um 21:48
Das Handelsblatt hat in Sachen Tesla jede Objektivität verloren, dass sage ich, obwohl bei der Konkurrenz beschäftigt. Es ist schon im höchsten Maße auffällig wie berichtet wird und das aus einer offensichtlich falschen Hochrechnung ein seitenlanger Bash-Artikel gefertigt wird. Das Handelsblatt folgt hier ihrer eigenen Agenda, womöglich unterstützt durch starke Werbekundschaft. Dabei darf nicht vergessen werden, dass es der ganzen Branche schlecht geht. Von Teslas Zahlen träumt man derzeit bei Audi und auch Mercedes wurde letztes Jahr in einem Quartal überholt (wenn man strategische Zulassungen abzieht, dann wohl auch in weiteren Quartalen). Wo sind hierzu die Artikel des Handelsblatts?
Matthias Schmidt
03.03.2026 um 08:55
Wir schreiben schon seit einiger Zeit darüber. Ich halte es für wichtig, das Hedging-Potenzial von Grünheide nicht zu unterschätzen, wenn es darum geht, Exportmärkte zu bedienen, mit denen die EU Freihandelsabkommen unterzeichnet hat, während China oder die USA (andere Standorte) keine Freihandelsabkommen mit diesen Märkten haben.
Juergen
03.03.2026 um 09:39
Tesla und Elon Musk Bashing ist das einzige worauf sich Handelsblatt Leser verlassen können.
Manfred Stummer
03.03.2026 um 10:38
"Giga Berlin ist eine fantastische Fabrik“, so Musk. „Die Stimmung dort ist cool". Das ist doch auch die Sprachweise von Trump. Natürlich hat das Handelsblatt hier überzogen berichtet und die Kritik darüber ist berechtigt. Aber Fakt ist auch dass die öffentlich zelebrierte politische Gesinnung von Musk, Tesla nach wie vor schadet! Auch ich war dereinst von Musk fasziniert, wo wäre heute die E-Mobilität ohne Tesla? Aber es ist unangebracht Menschen die mit Musk's politischen Ansichten nichts am Hut haben gleich ins "Gutmenschen Eck" zu stellen.
Spartan
04.03.2026 um 09:04
Unfortunately the data doesn’t lie from Ignition, but the system itself is managed by certain engineers who quickly and quietly get promoted looking after the numbers. Which are viewed globally internally in Tesla. So one can easily corroborate the figures indirectly through Tier 1 suppliers and Units exiting the factory daily to Storage in around Brandenburg. Andre’s figures are way off since the beginning of the project, narrative management looking back it is clear the official numbers mentioned by Andre never existed even after the fact hoping they would. HB is not far off reality unfortunately. Data doesn’t lie people do. And in no way is 5k a week happening. It happened once for a headline and T-shirt photo op after production prepping for 2 weeks prior storing units to a degree in Assembly to give the impression of high volume production. And I would not be surprised if many bots are commenting here to push narrative of what is yet to be achieved.
Fabian
04.03.2026 um 10:16
Du schreibst nicht mal in Deutsch und legst nahe, dass bei den Kommentaren Bots beteiligt gewesen sein könnten. Gib mal bitte irgendeinen Beleg, dass Tesla oder Tesla-Fans jemals Bots eingesetzt haben, um irgendeine Stimmung herbeizurufen. Das ist lachhaft.

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