Ausblick auf den neuen ID.3: Cupra rollt das Born-Facelift ins Rampenlicht

Im VW-Konzern stehen neben den neuen Elektro-Kleinwagen wichtige Facelifts der bestehenden MEB-Modelle an. Den Anfang macht jetzt der in Zwickau gebaute Cupra Born, der innen und außen optisch grundlegend überarbeitet wird. Bei der neuen Antriebstechnik hält sich Cupra aber noch mit Infos zurück.

Cupra born vz modelljahr
Bild: Cupra

So hebt Cupra in der Mitteilung zum überarbeiteten Born etwa vor allem das „neue, markante Außendesign“ hervor. Das kompakte MEB-Modell erhält nach mehreren Jahren Bauzeit nun die aktuelle Designsprache der Marke mit einer „Haifischnase“, neu gestalteten Stoßfängern und den Cupra-typischen, dreieckigen Matrix-LED-Scheinwerfern. Auch in den Rückleuchten werden die Dreiecke aufgegriffen, zudem ist das Markenlogo auf dem Kofferraumdeckel nun beleuchtet und in die durchgängige Rückleuchte integriert. Mit den neuen Stoßstangen legt der Born in der Länge um 12 Millimeter auf 4,34 Meter zu, die Breite (1,81 m), Höhe (1,54 m) und Radstand (2,77 m) bleiben hingegen unverändert.

Dass die sportliche Seat-Marke zudem den aufgewerteten Innenraum, die „digitale Immersion“ und das verbesserte Soundsystem mit der neuen „Innenraumklangsignatur“ in den Fokus stellt und nicht neue Antriebssysteme, liegt daran, dass sich beim Antrieb kaum etwas ändert. Es bleibt bei drei Motor-Batterie-Konfigurationen mit 58 kWh in der Basis und 79 kWh für höhere Reichweiten – einmal mit dem 170 kW starken Heckantrieb und einmal als besonders dynamischer „Born VZ“ mit 240 kW Leistung.

Im MEB ist der 79-kWh-Akku bestens bekannt, auch Cupra hat ihn schon vor dem Facelift im Born angeboten. Mit dem 170 kW starken Elektromotor des Typs APP310 war diese Variante bisher als „Born Edition Dynamic“ in Deutschland ab 45.690 Euro bestellbar. Und der Born VZ mit dem gleichen Akku und 240 kW Leistung dank des APP550 stand mit 48.870 Euro in der Liste. Diese Antriebe werden unverändert weiter angeboten, vermutlich aufgrund der geänderten Aerodynamik des Facelifts spricht Cupra aber nun von „rund 600 Kilometern Reichweite“ – bisher waren es maximal 594 WLTP-Kilometer.

Interessanter ist die Variante, die Cupra nun als „Born Plus“ anbietet. Denn diese Variante bietet einen 58 kWh großen Akku, zuletzt waren es vor dem Facelift jedoch schon 59 bzw. in der Cupra-Angabe 60 kWh Netto-Energiegehalt. Auffällig ist zudem, dass die Antriebsleistung nun mit 140 statt bisher 150 kW angegeben wird – und die maximale DC-Ladeleistung des 58-kWh-Akkus wird noch gar nicht genannt, die Ladezeit soll zwischen 20 bis 30 Minuten liegen – eine sehr große Spanne. Es spricht also vieles dafür, dass Cupra hier den neuen LFP-Akku des MEB+ einführt, diesen aber noch nicht groß ins Rampenlicht stellen will, wie es zum Beispiel MEB-Drittkunde Ford beim Capri schon getan hat (mit genau diesen Daten von 58 kWh und 140 kW Leistung). Die 140 kW legen nahe, dass es sich um den im Capri schon eingesetzten APP 350 mit 350 Nm Drehmoment handelt, der auch effizienter ist als der alte APP310. Es ist höchst ungewöhnlich, dass bei einem Facelift so wichtige Daten zu einem offenkundig neuen Antrieb nicht genannt werden – hier dürfte Cupra konzernintern die Kommunikation einer anderen Marke überlassen. Es steht in diesem Jahr bekanntlich auch noch ein weiteres Facelift des Schwestermodells VW ID.3 an.

Denn anstatt bei den Antrieben ins Detail zu gehen, hebt die PR-Abteilung lieber das One-Pedal-Drive oder die neue Launch Control für die Varianten mit 79-kWh-Akku hervor. Oder die breiteren 235-mm-Reifen auf allen fünf wählbaren 19- und 20-Zoll-Felgen, die die Agilität verbessern sollen, „unterstützt durch fünf Fahrerprofile und bis zu 15 Einstellstufen der dynamischen Fahrwerksregelung (DCC Sport)“. Die Ablenkung mit diesen Details geht sogar so weit, dass Cupra in der Mitteilung eine weitere Basis-Antriebsvariante mit 50 kWh Energiegehalt und 125 kW Antriebsleistung gar nicht erwähnt – in Videos und ersten Berichten zum Born-Facelift wird dieses zusätzliche Basismodell aber sehr wohl thematisiert.

All das gibt natürlich auch einen Ausblick auf die anstehenden Änderungen beim ID.3 und weiteren VW-Modellen. Der ID.3 wird auch mit dem Facelift noch ID.3 heißen, während der ID.4 übereinstimmenden Medienberichten zufolge zum ID. Tiguan umbenannt wird – und der ID.5 fliegt aus dem Programm.

Doch zurück zum Cupra: Die überarbeitete Kabine soll ein hochwertigeres Gefühl vermitteln, unter anderem durch neu gestaltete Türverkleidungen vorne und hinten, neue Materialien im Armaturenbrett auf Rezyklaten und auch dem neu gestalteten Lenkrad. Letzteres verfügt wieder über physische Bedienelemente, die viel kritisierten Touchflächen hat Cupra aussortiert. Hinter dem Lenkrad ist nun ein deutlich größeres, 10,25 Zoll großes Cockpit-Display verbaut. Rechts neben dem Lenkrad gibt es einen 12,9 Zoll großen Touchscreen mit einem neuen, auf Android basierenden Betriebssystem. Und die erwähnte Innenraumklangsignatur soll „in den Fahrmodi Performance und CUPRA eine stärkere Verbindung zwischen Fahrer und Fahrzeug“ herstellen. Dabei hilft auch das verbesserte Soundsystem, denn die Contrabass-Technologie von Sennheiser soll für ein „immersives Bass-Erlebnis“ sorgen.

Die Preise für den überarbeiteten Born hat Cupra zur Permiere noch nicht genannt. Bisher ging es in Deutschland bei 36.450 Euro für das 150-kW-Modell los. Es bleibt also noch offen, ob der neue „Born Plus“ mit 140 kW und LFP-Akku günstiger angeboten werden kann.

cupra-media.de, seat-cupra-mediacenter.com, cupraofficial.de (bisherige Preise)

13 Kommentare

zu „Ausblick auf den neuen ID.3: Cupra rollt das Born-Facelift ins Rampenlicht“
Branchenkenner
05.03.2026 um 11:42
Der neue APP350 ersetzt den APP310 Motor, auch die Aerodynamik ist minimal besser, daher die bessere Reichweite. SChon Toll was der Volkswagenkonzern da in der Kompaktklasse anbietet, solche Motoren, Reichweiten, Ausstattung und Assistenzsysteme als Gesamtpaket gibt es sonst nirgends in dieser Klasse.
Stephan K.
06.03.2026 um 09:43
@Branchenkenner, ich unterstütze Deine Position. Auch m.E. hat der VW-Konzern mit allen Varianten seiner MEB-Plattform derzeit ein überzeugendes Angebot. @Kassler, was soll der enge Blick nur auf Spanien. Cupra ist die sportliche, exklusive Marke im VW-Portfolio, und Spanien für EVs immer noch Entwicklungsland. In Deutschland war der Born im Jahr 2025 auf Platz 7 der EV-Verkaufsstatistik. Cupra hat sich sehr gut entwickelt. @BEVdev, welche anderen Marken bieten für das gleiche Geld denn vollausgestattete Fahrzeuge? Und bitte jetzt nicht mit chinesischen Modellen kommen. Ich sehe da max. noch Hyundai und Kia. Deren aktuelle Modelle finde ich aber echt hässlich. Summa summarum: VW hat m.E. derzeit ein attraktives, breites EV-Angebot, und viel davon sogar 'Made in Germany'. Und mit den neuen Kleinwagen bauen sie das weiter aus.
Sanchez
08.03.2026 um 00:42
Tío, was zum infierno schreibst du über mein Land? Kein Wunder, dass wir Spanier immer weniger Fahrzeuge aus deutschen Fabriken kaufen, so bösartig, wie ihr Deutschen redet!
Nahptes Ʞ.
07.03.2026 um 21:06
Beim "Kenner der Branche" und seinen Sockenpuppenaccounts ist allergrößte Vorsicht geboten! 1000de pro-VW-Kommentare plus ein Vielfaches davon an Anti-T****-Kommentaren sollte jedem zur Reflexion anregen!
Kassler
05.03.2026 um 15:46
What's up? In 2026 kommt Cupra in Spanien auf 0,9% Marktanteil an den elektrischen Neuzulassungen. Macht Platz 30(!) in der Liste der Hersteller. Das Modell Born liegt auf Platz 66; Tavascan Platz 70. __Welche Fahrzeuge fahren Spanier lieber?~~>> https://eu-evs.com/bestSellers/ES/Brands/Year/2026 __In 2025 kam Cupra in Spanien auf Platz 19 noch mit 1,8% Marktanteil. Der Born auf Platz 44, der Tavascan Platz 26. Schon tolle Zahlen, das gibt es sonst nirgends!
BEVdev
05.03.2026 um 13:35
Ich wäre tatsächlich auch beeindruckt, wenn man für das Geld nicht bei anderen Herstellern schon voll ausgestattete Mittelklassefahrzeuge bekommen würde, für das es beim Volkswagenkonzern einen nackten Kompaktwagen gibt.
Emil
05.03.2026 um 12:22
140 kW (190 PS), es ist also der neue APP350 Motor mit 350 Nm Drehmoment. Wie es ihn seit diesem Jahr schon im Ford Capri und Explorer EV gibt. Also durch dessen Effizienzgewinn kommt in erster Linie das Plus an Reichweite, trotz der einen kWh weniger Akkukapazität.Insgesamt gute Neuerungen im Facelift im Interieur und Exterieur. Der VZ ist mit seinem 79 kWh Akku und APP550 Motor ja noch voll zeitgemäß.
Jörg
05.03.2026 um 13:14
„Innenraumklangsignatur in den Fokus stellt und nicht neue Antriebssysteme„… Fokus und Kompetenzen…..
Thomas
05.03.2026 um 19:04
Die kleine 50kWh-Basisversion würde mich tatsächlich am meisten interessieren. Schade dass es dazu nicht mehr Infos gibt und diese Variante wohl erst später kommt.
Mike
05.03.2026 um 20:09
Wow, also ist der ID.3/Born jetzt langsam beim Innenraum dort angelangt, wo der e-Golf früher mal war. Gut, dass sie aus den Fehlern gelernt haben. Schlecht, dass es so lange dauerte.
Leif Wilcke
06.03.2026 um 18:45
Echt putzig. ID Tiguan und ID Polo. weil wir deutschen nicht mal bei der Zukunft aus alten Gewohnheiten raus können. Sie hätten auch einen ID Käfer auflegen können, dann wäre es sogar weltweit für alle bis hundert Jahre was geworden. Ich finde das sagt alles über uns Deutschen. Bitte keinerlei Änderungen. Ich gewöhn mich doch so schlecht dran....
Dieter Theurer
28.03.2026 um 11:08
Da mag generell was dran sein. Natürlich wäre es aus Marketing-Sicht daneben, die Namen von einstigen Kassenschlagern ersatzlos zu streichen. Der Hauptgrund für den mäßigen Erfolg ist aber ganz sicher in der unterirdischen Haptik der ersten Modelle zu suchen. Für solche Innenräume hätte sich VW früher über Autos aus Fernost lustig gemacht. Dazu ein Fahrzeug in dieser Klasse die Möglichkeit, einen Anhänger zu ziehen, anzubieten - und über Rechtswege die Nachrüstung / Ertüchtigung zu unterdrücken - ist in Europa eine Todsünde. Wer hätte hierfür denn seinen (edler erscheinden) Verbrenner-Golf hergegeben. Man könnte meinen, VW wollte die Eigentümer von Golfs dazu bewegen, zusätzlich ein Elektro-Fahrzeug zu kaufen. Dabei wurde vergessen, dass selbst ein Golf heutzutage für die Masse der Menschen eine finanziell hohe Hürde darstellt. Dabei passen gerade diese Fahrzeuge in die Zeit: kompakt, wendig, geräumig und mehr als ausreichend.
Mikka Stokken
07.03.2026 um 17:20
Das stimmt wohl, interessant fand ich auch, dass der Untergang des Abendlandes prophezeit wurde, als VW tatsächlich nur noch zwei Schalter für die Fensterheber für vorne und(!) hinten einbaute. Man hätte sich wohl auch daran gewöhnen können. Eigentlich ist es auch eine ganz gute Idee, wenn die Elektrofahrzeuge von den Verbrennern im Namen und im Design unterscheidbar sind. Ich hätte mir da sogar noch mehr Mut für das Design gewünscht. Das Volk hat offenbar anders entschieden.

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