Ford Explorer und Capri bekommen neue LFP-Batterie

Ford Europa hat Verbesserungen für den Explorer und Capri angekündigt. Beide MEB-Modelle bieten dank eines neuen LFP-Akkus und eines verbesserten Elektromotors eine größere Reichweite und Leistung – ein Fingerzeig für die MEB-Baureihen aus dem VW-Konzern.

ford explorer fahrbericht slowenien 2024 19
Bild: Ford

Konkret geht es dabei um die kleine Batterie, die Ford als „Standard Range“ bezeichnet. Dabei hat es sich bisher um die 52-kWh-Batterie mit NMC-Zellen gehandelt, wie sie etwa auch aus einem VW ID.4 bekannt ist. Ford hat die Batterie mit der gesamten MEB-Antriebsplattform für seine beiden in Köln gebauten Elektromodelle bei den Wolfsburgern eingekauft. Mit der „Standard Range“-Batterie war der Explorer ab einem Listenpreis von 39.900 Euro und der Capri ab 42.400 Euro erhältlich. In Deutschland bleiben die Listenpreise auch nach dem Batterie-Update gleich.

Jetzt scheint MEB-Kunde Ford die lange erwartete Einführung der LFP-Batterien in den Modularen Elektrobaukasten als erste Marke zu erhalten. „Für die günstigsten Modelle der Standard Range wird eine neue Batterieoption und ein verbesserter Elektromotor eingeführt“, so Ford Europa. „Diese Verbesserungen bieten Kunden mit kleinerem Budget mehr Freiheit und Fahrspaß und sorgen neben mehr Leistung und Drehmoment auch für eine höhere Reichweite und Flexibilität.“

Es wird zwar ausdrücklich bestätigt, dass es sich dabei um LFP-Zellen handelt, „ein häufigeres Aufladen auf maximale Kapazität“ ermöglicht – gemeint ist damit, dass LFP-Zellen das regelmäßige Laden auf 100 Prozent besser verkraften als NMC-Zellen. Den Energiegehalt der neuen Batterien nennt Ford Europa nicht, nur die neuen WLTP-Reichweiten – wo natürlich neben der Batteriegröße auch die Effizienz des neuen Antriebs eine Rolle spielt.

Ford Österreich und später auch Ford Deutschland werden da in ihren Mitteilungen konkreter: Der LFP-Akku soll einen nutzbaren Energiegehalt von 58 kWh bieten, also sechs Kilowattstunden mehr als bisher. Damit bietet der künftig kleinste MEB-Akku den gleichen Energiegehalt wie die ursprüngliche mittlere Version: Der VW ID.3 Pro ist einst auch mit 58 kWh netto (62 kWh brutto) gestartet.

Explorer Standard Range altExplorer Standard Range neu
AntriebRWDRWD
Leistung125 kW140 kW
Drehmoment310 Nm350 Nm
Beschleunigung8,7 s8,0 s
Höchstgeschwindigkeit160 km/h160 km/h
WLTPReichweite378 km444 km
Batteriekapazität52 kWh58 kWh
Ladeleistung DC145 kW110 kW
Ladezeit DC 10-80%25 min28 min
Preis39.900 Euro39.900 Euro

In beiden Ford-Modellen soll im Vergleich zum 52-kWh-Akku die Reichweite um bis zu 70 Kilometer steigen. Der Explorer „Standard Range“ wird jetzt mit 444 Kilometern nach WLTP angegeben, während der etwas aerodynamischere Capri mit dem LFP-Akku auf 464 Kilometer mit einer Ladung kommt – eine Steigerung von bis zu 17 Prozent. „Reichweiten jenseits der 400 Kilometer nehmen viele Kunden als beruhigenden Wert wahr, der eine psychologisch wichtige Schwelle überspringt“, so Ford. Zum Vergleich: Bisher liegt der Explorer Standard Range je nach Ausstattung bei 352 bis 378 Kilometern. Die maximale Ladeleistung der LFP-Akkus liegt bei 110 kW, der Standard-Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll 28 Minuten dauern. Damit bleiben die LFP-Akkus zwar unter einer halben Stunde Ladezeit, können aber nicht ganz an die Performance der alten NMC-Batterie anknüpfen: Diese konnte mit 145 kW in der Spitze in 25 Minuten geladen werden.

Zudem wird der in dieser Version bisher 125 kW starke Elektromotor durch ein 140-kW-Aggregat ersetzt. Das maximale Drehmoment von 350 Nm lässt darauf schließen, dass der bisherige APP310 von VW durch den neuen APP350 ersetzt wird. Das Plus bei Drehmoment und Leistung soll „eine schnellere Beschleunigung und ein dynamischeres Fahrerlebnis“ ermöglichen. Konkret können sowohl der Explorer als auch der Capri in der Basisversion in 8,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen – fast eine Sekunde schneller als bisher. Die Anhängelast beim „Standard Range“ beträgt 1.200 Kilogramm.

„Die kontinuierliche Verbesserung ist ein Eckpfeiler unserer Produktpolitik. Indem wir die verfügbaren Technologien optimal einsetzen, können wir unseren Kunden ein noch besseres Fahrerlebnis bieten“, erklärt Jon Williams, General Manager Ford Blue und Model e Europa. „Die größeren Reichweiten, die flexibleren Lademöglichkeiten und noch mehr Fahrspaß mit Capri und Explorer werden noch mehr Menschen Motivieren, auf eine Elektroauto umzusteigen.“

Keine Änderung gibt es bei der Extended-Range-Version des Explorer und Capri: Hier bleibt es bei dem 79-kWh-Akku von VW und dem APP550 genannten Elektromotor mit 210 kW Leistung – die Reichweite des Explorer beträgt dann bis zu 602 Kilometer nach WLTP, der Capri wird mit 627 Kilometern angegeben. Mit dieser Batterie gibt es auch den 250 kW starken Allradantrieb und bis zu 1,8 Tonnen Anhängelast.

ford.com (Mittelung Ford Europa), ford.com (Mittelung Ford Deutschland), ford.com (Mittelung Ford Österreich)

12 Kommentare

zu „Ford Explorer und Capri bekommen neue LFP-Batterie“
Robert
28.01.2026 um 14:48
also damit ich das richtig verstehe es wird eine billige LFP Batterie zukünftig verbaut , aber für Ford ist das kein Grund den günstigeren Preis auch mal an die Kunden weiterzugeben, damit man wieder jammern kann niemand will Elektro Autos von Ford kaufen. Was soll das werden wenns am Ende fertig ist?
Markus
28.01.2026 um 16:42
Dafür hat sie ja mehr Kapazität. Ist die Frage wie hoch der Preisunterschied am Ende ist. Aber günstig sind sie so oder so nicht.
Manuel
28.01.2026 um 16:37
Damit Du es richtig verstehst, Robert. Du bekommst für den gleichen Preis 6 kWh mehr nutzbare Akku-Kapaziotät, 60+ km mehr Reichweite, mehr Leistung und mehr Drehmoment.
Mike
29.01.2026 um 07:31
Die Mehrkapazität ist interessant, die Mehrleistung/Mehdrehmoment für viele Interessenten der Basisversion allerdings völlig egal, weil sie damit auch bisher schon mehr als zufrieden waren. VW kann halt noch keine leistungsschwächeren, effizienten Motoren anbieten.
Leon
28.01.2026 um 16:36
"[...] also sechs Kilowattstunden mehr als bisher."
Erik
28.01.2026 um 18:56
Ford Explorer 79.kwh lädt im Moment 240 km bei 100 % Ladung.Noch Fragen
ChriBri
29.01.2026 um 08:32
Ein aus meiner Sicht wichtiger Schritt, der Verkauf eines nicht günstigen Fahrzeugs mit Reichweite um die 350 km dürfte in der Vergangenheit schwer gewesen sein. Der Ausblickauf die neue APP350 Einheit ist vielversprechend. WLTP Werte um die 450 km versprechen hohe Alltagstauglichkeit bei gelegentlicher Langstrecke und dürften mehr Käufer ansprechen, die vor dem Invest in den großen Akku bislang zurückgeschreckt sind.
Bob
29.01.2026 um 10:04
So kann man den Fortschritt auch übertreiben, wenn aus 66 km mal eben 100 km werden. Hast Du den Zuwachs an Reichweite nur um 50% übertrieben.
Markus Seyfferth
29.01.2026 um 09:17
240 km bei 100% mit einem 79 kWh Akku? Das wäre ein Verbrauch von knapp 33 kWh/100 km. Das ist selbst für Winterbedingungen extrem viel.Ein paar Fragen die helfen könnten das einzuordnen: Welche Außentemperatur? Hat der Explorer eine Wärmepumpe oder nur PTC-Heizung? Wie ist dein Fahrprofil (Autobahn, Landstraße, Stadt)? Und wurde der Akku vor dem Laden vorkonditioniert oder stand der Wagen lange in der Kälte?Falls es gerade richtig kalt ist und du ohne Wärmepumpe unterwegs bist: Willkommen im Club der Winterreichweiten-Geschockten. Ein Explorer mit PTC-Heizung bei Minusgraden und Autobahnfahrt kann locker 28 bis 33 kWh/100 km ziehen. Das ist frustrierend, aber leider physikalisch erklärbar.Falls es aber mild ist und der Wagen trotzdem so viel frisst, würde ich mal den SOH auslesen lassen. Vielleicht stimmt auch was mit dem Thermomanagement nicht.
Malthus
30.01.2026 um 12:52
Id.3 gtxp Winter, Bahn, geheizt geladen 368km https://youtu.be/95Kfa7Zhaok?si=F7fy-PMcV_ZAgYPN
Andre
29.01.2026 um 16:04
Auf dem Weltmarkt kostet eine 1 kW LFP Batterie ca. 60-80 Euro. Ein 79 kW Akku hat einen Preis im Einkauf von rund 6.300 Euro. Man sieht was für Gewinnspannen an diesen Fahrzeugen sind.
Max
02.02.2026 um 15:57
Ich sehe die geringere Ladeleistung und erinnere mich daran, dass VW die Ladeleistungen schrittweise nach der Einführung erhöht hat, also als mehr Werte zur Alterung zur Verfügung standen (sowohl aus den Serienfahrzeugen als auch im Labor bei den Langzeittests). Ich vermute, dass wir auch bei den LFP-Batterien noch nachträgliche Steigerungen der Ladeleistung sehen werden.

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