Suzuki kauft Festkörperbatterie-Sparte von Kanadevia

Das japanische Technologieunternehmen Kanadevia verkauft zum 1. Juli 2026 seine Aktivitäten im Bereich Festkörperbatterien an den japanischen Autohersteller Suzuki. Kanadevia entwickelt bereits seit 20 Jahren Festkörper-Lithium-Ionen-Batterietechnologien.

Kanadevia as lib festkoerperbatterie
Bild: Kanadevia

Kanadevia firmierte bis zum 1. Oktober 2024 unter dem Namen Hitachi Zosen Corporation. Die Namensänderung sollte den Wandel von einem Schiffbau- und Schwerindustrieunternehmen hin zu einem Anbieter von Dekarbonisierungs- und Umwelttechnologien signalisieren. Und tatsächlich begann Kanadevia schon 2006 mit der Entwicklung von Festkörperbatterien – in einer Zeit also, in der es noch nicht so viel mediale Aufmerksamkeit für die Technologie gab wie heute.

Unter dem Markennamen AS-LiB hat Kanadevia bereits 2024 erste Festkörperbatterien für Spezialanwendungen auf den Markt gebracht, die bislang vor allem in industriellen Hochtemperaturumgebungen wie der Halbleiterproduktion zum Einsatz kommen. Und in Zusammenarbeit mit der japanischen Weltraumagentur JAXA wurde 2022 ein Feststoff-Akku auf der Außenseite des „Kibo“-Moduls der Internationalen Raumstation installiert. Dort bewies sie ihre Funktionsfähigkeit unter Vakuum-Bedingungen und extremen Strahlungs- sowie Temperaturschwankungen. JAXA hat Kanadevia für die Feststoffbatterie mittlerweile auch ein Zertifikat für Weltraumtauglichkeit ausgestellt.

Mit der Übernahme dürfte Suzuki den Vorsprung anderer Autohersteller aufholen wollen, die den Einsatz von Feststoff-Akkus im Auto planen. Dies haben die japanischen Rivalen Nissan und Toyota bereits angekündigt, aber auch viele andere globale Player wie beispielsweise Mercedes, Stellantis oder Volkswagen wetten längst auf die Technologie und haben sich auch an entsprechenden Firmen wie Factorial (Mercedes/Stellantis) oder Quantumscape (VW) beteiligt.

Konkrete Pläne nennt Suzuki bislang nicht, teilt aber im Rahmen der Übernahme folgendes mit: „Dank des firmeneigenen Trockenherstellungsverfahrens bieten die Festkörper-Lithium-Ionen-Batterien von Kanadevia hohe Sicherheit, darunter die Abwesenheit von Flüssigkeitsaustritt, ausgezeichnete Umweltbeständigkeit und einen Betrieb über einen breiten Temperaturbereich.“ Für Suzuki könnten Feststoff-Akkus gerade für Kei-Cars und Motorräder spannend sein, denn sie benötigen weniger Platz als herkömmliche Akkus.

Kanadevia wiederum begründet den Verkauf der Sparte damit, dass sich der Wettbewerb im Bereich der Festkörper-Lithium-Ionen-Batterien in den letzten Jahren deutlich verschärft hat. „Dies erhöht den Bedarf an einer raschen Leistungssteigerung der AS-LiB-Technologie, dem Aufbau von Produktionskapazitäten und der Stärkung des Vertriebsnetzes.“ Nach Prüfung verschiedener potenzieller Partnerschaften sei das Unternehmen zu dem Schluss gekommen, dass ein Verkauf des Geschäftsbereichs an Suzuki die Weiterentwickung der Technologie am besten ermöglicht.

Festkörperbatterien gelten als Technologie der Zukunft und sollen eine höhere Energiedichte, schnelleres Laden, höhere Reichweiten und größere Sicherheit als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus bieten. Das soll u.a. dadurch gelingen, dass in dem neuartigen Batterietyp der flüssige, oft brennbare Elektrolyt durch ein festes, ionenleitendes Material ersetzt wird.

globalsuzuki.com, nikkei.asia, kanadevia.com

0 Kommentare

zu „Suzuki kauft Festkörperbatterie-Sparte von Kanadevia“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert