GM feilt an LMR-Batteriezellen – und prüft Verzicht auf LFP-Akkus

General Motors spielt mit dem Gedanken, seine Batteriestrategie für Elektroautos nochmals zu ändern. Das äußert Konzern-Batteriechef Kurt Kelty höchstpersönlich. So erwägt GM offenbar, entgegen früherer Pläne keine LFP-Zellen in künftige E-Autos zu integrieren – sondern Lithium-Mangan-reiche Batterien, kurz LMR.

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Eine LMR-Zelle im prismatischen Format.
Bild: Steve Fecht für General Motors

General Motors sucht weiter nach der richtigen Batteriestrategie. Noch vor wenigen Jahren setzte der US-Hersteller auf eine nickelhaltige Zellchemie (Nickel-Kobalt-Mangan-Aluminium, NMCA). Als dann die günstigeren LFP-Zellen (Lithium-Eisenphosphat) aufkamen, kündigte GM an, dass u.a. das Zellwerk in Spring Hill auf die LFP-Technologie umgerüstet werden solle. Doch nun folgt wahrscheinlich ein weiterer Turnaround.

Wie Reuters von GM-Batteriechef Kurt Kelty erfahren hat, will sich der Hersteller statt auf LFP auf die Entwicklung einer Lithium-Mangan-reichen Batteriechemie konzentrieren, kurz: LMR. Diese soll etwa so viel kosten wie LFP-Zellen, aber bei gleichem Gewicht und Volumen mehr Energie speichern können.

Das Werk in in Spring Hill im US-Bundesstaat Tennessee wird laut Kurt Kelty zwar trotzdem in diesem Monat mit der Produktion von LFP-Zellen beginnen. Diese seien jedoch für stationäre Energiespeicher vorgesehen und nicht für E-Autos, heißt es bei Reuters. In der Tat hatte Ultium Cells, das Joint Venture zwischen General Motors und LG Energy Solution, bereits im März erklärt, einen Teil seiner Batteriezellproduktion in Tennessee von E-Autos auf stationäre Energiespeichersysteme zu verlagern.

„Es besteht die Möglichkeit, dass LFP keinen Platz in unserem Portfolio findet“, wird Kelty bei Reuters wörtlich zitiert. Er bezeichnete zudem LMR als das „Arbeitstier“ für GM. „Dort werden wir die großen Stückzahlen einsetzen.“ GM arbeitet laut Informationen der Nachrichtenagentur seit über einem Jahrzehnt an LMR-Zellen. Auch Ford sieht in dieser Technologie viel Potenzial.

Die LMR-Zellchemie stellt konkret eine Weiterentwicklung der klassischen Lithium-Ionen-Technologie dar und zeichnet sich durch einen hohen Mangananteil in der Kathode aus – wobei Mangan deutlich günstiger ist als Kobalt. Gleichzeitig sollen LMR-Zellen eine um 33 Prozent höhere Energiedichte im Vergleich zu LFP bieten – und das bei ähnlichen Kosten. Als Manko der Technologie gelten bisher noch die mangelnde Haltbarkeit, hohe Kapazitätsverluste und eine eingeschränkte Schnellladefähigkeit.

General Motors arbeitet bei der LMR-Entwicklung vor allem mit LG Energy Solution zusammen. Schon vergangenes Jahr gaben sie bekannt, an einer neuen Generation von LMR-Batteriezellen in prismatischer Ausführung zu arbeiten, die 2028 marktreif sein soll. Laut den damaligen Informationen sollen die prismatischen LMR-Zellen vor allem in elektrischen Pickups und großen SUVs von GM eingesetzt werden.

Klar ist: Die Partnerschaft zwischen GM und LG Energy Solution basiert auf jahrelanger gemeinsamer Forschung. Bereits seit 2015 haben die Partner dabei auch manganreiche Lithium-Ionen-Zellen im Fokus. LG Energy Solution soll mit über 200 Patenten weltweit (Stand Mai 2025) auch das größte geistige Eigentum im Bereich der LMR-Technologie halten. Neben technologischen Vorteilen der neuen Technologie betonte GM in einem früheren Statement auch die strategische Bedeutung der neuen Chemie für den nordamerikanischen Batteriemarkt: Die künftige LMR-Produktion könne demnach durch heimische Quellen für Lithium, Graphit und Mangan abgesichert werden.

Die bisher von GM auf den Markt gebrachten Elektroautos beherbergen vor allem nickelreiche Batterien. Eine Ausnahme ist der kürzlich vorgestellte Chevrolet Bolt, der als günstigstes Elektrofahrzeug im Sortiment mit LFP-Zellen des chinesischen Batterieherstellers CATL aufwartet.

reuters.com

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