Ultium Cells produziert bald Zellen für Batteriespeicher in Spring Hill

Das Joint Venture zwischen General Motors und LG Energy Solution verlagert einen Teil seiner Batteriezellproduktion von E-Autos auf stationäre Energiespeichersysteme. Ultium Cells gibt bekannt, dass es 70 Millionen US-Dollar in die Umrüstung seines Werks in Spring Hill (Tennessee) investiert, um LFP-Zellen für stationäre Batterien herzustellen.

Ultium cells usa spring hill
Bild: GM

Dass die Produktion in Spring Hill von einer NMCA-Zellchemie (Nickel-Kobalt-Mangan-Aluminium) auf LFP (Lithium-Eisenphosphat) umgestellt werden soll, ist schon seit Juli 2025 bekannt. Damals begründete Gesellschafter General Motors dies damit, dass man „mit der LFP-Batterietechnologie erhebliche Kosteneinsparungen bei den Batteriepaketen im Vergleich zu den heutigen Batteriepaketen mit hohem Nickelanteil anstrebt und gleichzeitig die Auswahl an Elektroautos für die Verbraucher erhöht.“

Doch seitdem ist viel passiert und General Motors (u.a. Cadillac und Chevrolet) hat gleich zwei Milliarden-Abschreibungen in seinem schwächelnden E-Auto-Geschäft vorgenommen, vor allem wegen einer gedämpften Nachfrageerwartung für Elektroautos nach dem Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar zum 30. September für den Kauf elektrischer Neuwagen.

Diversifizierung der Batteriezellfabrik

Da passt der Strategiewechsel beim Batteriezellwerk in Spring Hill nun gut ins Bild: Dort sollen künftig auch LFP-Zellen für stationäre Batteriespeicher (ESS) hergestellt werden. Da Ultium Cells von einer „Diversifizierung“ der Anlage spricht, dürfte dies bedeuten, dass dort künftig Batteriezellen für ESS und Elektrofahrzeuge parallel hergestellt werden sollen.

 „Diese Ankündigung markiert die erste umfassende Modernisierung der Produktionsanlagen in Spring Hill durch Ultium Cells und unterstreicht die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens zu einem diversifizierten Batteriezellenhersteller“, sagte Injae Pahk, Präsident und CEO von Ultium Cells. „Durch die Anpassung der Produktion an die sich wandelnden Marktanforderungen stärkt Ultium Cells seine langfristige Position als wichtiger Arbeitgeber und Technologieführer im US-amerikanischen Batteriezellensektor.“ 

Bob Lee, Präsident von LG Energy Solutions Nordamerika, ergänzt:  „Spring Hill entwickelt sich zu einem wichtigen Standort unserer nordamerikanischen ESS-Fertigungskapazitäten, was dazu beigetragen hat, die schwächer als erwartet ausgefallene Nachfrage nach Elektrofahrzeugen auszugleichen. Das explosive Wachstum im Bereich der Energiespeicherung diversifiziert unseren Kundenstamm und unser Produktportfolio und bietet spürbare Vorteile für die Wettbewerbsfähigkeit der USA in diesem Jahrzehnt und darüber hinaus.“  

LGES will Gesamtkapazität auf 60 GWh steigern

Ultium Cells liefert die ESS-LFP-Batteriezellen an LG Energy Solution Vertech, die US-amerikanische Energiespeichersparte von LG Energy Solution. Vertech bietet vertikal integrierte Energiespeichersysteme (ESS) inklusive proprietärer Software, Lifecycle-Services und erweiterten Garantien. LG Energy Solution plant, seine weltweite Produktionskapazität für Energiespeichersysteme (ESS) in diesem Jahr auf über 60 GWh zu erhöhen, wobei mehr als 80 Prozent dieser Kapazität in Nordamerika angesiedelt sein sollen.

Ultium Cells Spring Hill ergänzt das nordamerikanische ESS-Netzwerk von LG Energy Solution, das aus eigenen Werken in Holland, Michigan, sowie Windsor, Ontario, und dem Joint Venture mit Honda, der LH Battery Company, besteht. Zum Verbund zählt weiterhin auch die LGES-Zellfabrik in Lansing, Michigan, die ursprünglich auch zum Joint Venture Ultium Cells gehörte, bis sich General Motors Ende 2024 von dem Standort zurückzog. Gerade erst bekam das Werk in Lansing viel Aufmerksamkeit für einen Deal mit Tesla: Die Anlage soll ab kommendem Jahr Batteriezellen im Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar für die „Megapack 3“-Stationärspeicher von Tesla liefern. Im übrigen ist vor kurzem auch Ford ins Batteriespeicher-Geschäft eingestiegen.

ultiumcell.com

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