Feststoffbatterie: QuantumScape gewinnt Honda als Entwicklungspartner

QuantumScape schließt eine Forschungskooperation mit Japans Fahrzeugbauer Honda. Beide Seiten wollen die Entwicklung von Feststoffbatterien voranbringen. Die Zusammenarbeit ist auf mehrere Jahre ausgelegt. Feststoffakku-Spezialist QuantumScape ist bei uns vor allem für seine Partnerschaft mit VW bekannt.

Quantumscape layer prototype battery cell
Bild: QuantumScape

Die Partner geben an, die QS-Batterieplattform von QuantumScape weiterzuentwickeln zu wollen. Dabei handelt es sich um eine Architektur für Feststoffbatterien. Als Vertragspartner der Amerikaner agiert dabei Honda R&D, eine auf Entwicklungsthemen fokussierte Tochtergesellschaft von Honda Motor. Das gemeinsame Programm umfasst eine mehrjährige Forschungskooperation mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung von Feststoffbatterien und den damit verbundenen Fertigungsprozessen.

Der jetzigen Vereinbarung ging laut QuantumScape eine „Technologiebewertung voraus, die eine praxisorientierte, technische Untersuchung der Festkörper-Technologieplattform von QS sowie ein Wettbewerbs-Benchmarking anhand einer Reihe von standardisierten technischen Tests umfasste“. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Prüfung, soll nun die gemeinsame Entwicklungsarbeit beginnen.

„Die QS-Technologie hat während unserer Bewertung überzeugende und einzigartige Vorteile gezeigt“, betont Atsushi Ogawa, Chief Operating Officer des Research Center of Excellence bei Honda R&D. „Wir sehen Potenzial für die QS-Technologie, in einer Reihe von Anwendungsbereichen, einschließlich der Automobilindustrie, einen Mehrwert zu schaffen, und freuen uns darauf, in die nächste Phase unserer Partnerschaft voranzuschreiten.“

„Honda ist ein weltweit führender Automobilhersteller, der für seine technische Exzellenz und Produktqualität im Automobilbereich sowie in anderen Anwendungsbereichen weltweit bekannt ist, und seine Bewertung stellt eine der bislang strengsten Begutachtungen unserer Technologie dar“, ergänzt Dr. Siva Sivaram, CEO und Präsident von QS. „Diese Vereinbarung spiegelt das wachsende Vertrauen in die Festkörper-Lithium-Metall-Batterien von QS wider, die eine sicherere Energiespeicherung mit höherer Energiedichte ermöglichen.“

Zur Einordnung: QuantumScape gehört zu den vielversprechenden Feststoffbatterie-Entwicklern in den USA und wird allen voran von Volkswagen unterstützt. Ende 2025 gab die Firma an, die Installation wichtiger Anlagen für die Pilotproduktion seiner sogenannten QSE-5-Feststoffzellen im kalifornischen San Jose abgeschlossen zu haben, im Februar folgte die Einweihung der Pilotlinie. Diese sogenannte Eagle Line ist eine automatisierte Linie zum Bau von Batteriezellen von QuantumScape, die als Grundlage für die künftige Serienproduktion dienen soll. Allerdings strebt QuantumScape keine eigene Massenfertigung an, sondern will Projekte im GWh-Maßstab durch die Vergabe von Lizenzen an Partner realisieren.

Wir erinnern uns: Erst im Oktober meldeten die US-Amerikaner, mit der Auslieferung von B1-Mustern der QSE-5-Zelle begonnen zu haben. An wen die Firma die neuen Muster weitergegeben hat, präzisierte sie seinerzeit nicht. Volkswagen dürfte aber unter den Empfängern sein, denn die Bande zwischen QuantumScape und den Wolfsburgern ist eng und im Sommer 2025 nochmals verstärkt worden. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Programms steht dabei das Motorrad Ducati V21L, das mit Feststoffbatterien versehen und ausgiebig getestet wird. Übrigens: Da Honda nicht nur Autos baut, sondern allen voran ein großer Motorradhersteller ist, könnte die Forschungszusammenarbeit mit QuantumScape natürlich auch einen besonderen Fokus auf Zweiräder haben. Bestätigt ist dies allerdings nicht.

Klar ist: Die Zelle namens QSE-5 soll das erste kommerzielle Produkt von QuantumScape werden – mit einer Kapazität von 5 Ah, einer Energiedichte von über 844 Wh/l und einer Ladedauer von 12,2 Minuten von 10 % auf 80 % SoC (State of Charge). Im Oktober 2024 startete der Hersteller eigenen Angaben zufolge in kleinem Umfang sowohl mit der Fertigung als auch mit der Lieferung der B-Muster für Tests an Kunden im Automobilbereich.

Die QSE-5 bezeichnet das Unternehmen konkret als 84,5mm x 65,6mm x 4,6mm messende Feststoffbatteriezelle. Die Zelle soll zudem auch bei tiefen Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius funktionieren. Der QSE-5 gingen bei QuantumScape bereits zwei Zellprototypen voran: Die „A0“-Zellmuster hatte die Firma bereits kurz vor Weihnachten 2022 an Automobilhersteller zum Testen geliefert. Im März 2024 folgten die sogenannten „Alpha-2“-Zellen.

ir.quantumscape.com

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