LGES liefert Zellen für Batteriespeicher von Tesla aus Fabrik in Michigan
Das Projekt gehört zu einer Reihe verschiedener Vorhaben im Energiesektor mit einem Gesamtvolumen von 56 Milliarden US-Dollar, die asiatische Firmen gemeinsam mit US-Unternehmen planen und nun bei dem Politikertreffen in Tokio vorgestellt worden sind.
Noch sind die Details rar, da sich weder Tesla noch LG Energy Solution bislang dazu geäußert haben. Und widersprüchlich sind die Angaben obendrein. So heißt es in einer Pressemitteilung der US-Regierung, es gehe um den Bau einer 4,3 Milliarden US-Dollar teuren Fertigungsstätte für prismatische LFP-Batteriezellen von Tesla und LG Energy Solution in Lansing, Michigan, die 2027 die Produktion aufnehmen soll.
Eine Spurensuche von electrive zeigt aber: Das passt nicht ganz. Denn LG Energy Solution hat in Lansing bereits eine Batteriezellfabrik zusammen mit General Motors gebaut, das sich aber Ende 2024 aus dem Joint Venture zurückgezogen hat. Offenkundig sollen die Zellen für Tesla nun genau in der selben Fabrik in Lansing hergestellt werden, wobei aber eine andere Zellchemie zum Einsatz kommt als ursprünglich für General Motors geplant, nämlich LFP statt NMC.
Diese Zellen, für die Tesla eine Liefervereinbarung unterzeichnet haben soll, sollen anschließend im Tesla Megapack 3 verbaut werden, das schon bald in Teslas künftiger Megafactory in Houston, Texas, hergestellt werden soll. Beim Megapack 3 handelt es sich um ein Battery Energy Storage System (Batteriespeichersystem, kurz: BESS) mit einer Kapazität von 5 MWh, das vergangenen September vorgestellt wurde. Es kann als sogenannter Megablock und damit als vorkonfigurierte Einheit aus bis zu vier Megapack-3-Systemen inklusive Transformator und Schaltanlage bestellt werden. Laut Tesla kann wiederum aus einer Kombination mehrerer Megablocks eine Gesamtkapazität von 1 GWh in nur 20 Arbeitstagen bereitgestellt werden.
Doch wo kommt die von der US-Regierung erwähnte Zahl von 4,3 Milliarden US-Dollar her? Auffällig ist, dass diese Zahl bereits vergangenen Sommer in südkoreanischen Medien kursierte und damals erstmals die Rede davon war, dass es sich um das Auftragsvolumen eines neues Tesla-Vertrags mit LGES handelte. Damals wurde zwar keine konkrete Produktionsstätte genannt und es hätte somit z.B. auch ein Werk von LGES in Südkorea sein können. Aber schon damals war die Rede von Zellen für Batteriespeicher von Tesla, die zwischen August 2027 und Juli 2030 geliefert werden sollten. Das passt zeitlich gut zur aktuellen Bekanntgabe der US-Regierung.
Batteriespeicher-Boom in KI-Rechenzentren
Batteriespeichersysteme können für verschiedene Anwendungsfälle genutzt werden: So zum Beispiel, um Strom aus Solarparks bzw. PV-Anlagen zwischenzuspeichern und später ans Netz abzugeben. Genauso können BESS aber auch Strom aus dem öffentlichen Netz zwischenspeichern und später zurückspeisen. Das kann helfen, Lastspitzen aufzufangen und das Netz zu stabilisieren – oder auch, um mit Strom zu handeln und mit Preisdifferenzen aus Zeiten schwacher und hoher Nachfrage Geld zu verdienen.
Ein Boom von BESS hat bei KI-Rechenzentren eingesetzt, wo sie als riesige Backup-Systeme dienen, um bei Netzausfällen den Betrieb ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten. Rechenzentren können – wie auch andere Industrie- und Gewerbekunden – aber BESS auch zur Eigenverbrauchoptimierung verwenden und günstigen Strom in der Nacht speichern, um ihn später während teurer Hochtarifzeiten zu nutzen.





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