Dodge-Musclecar erhält Feststoffakku zu Demo-Zwecken

Stellantis hat die Feststoffbatterie-Technologie von seinem Partner Factorial Energy in ein eigenes Entwicklungsfahrzeug integriert – und startet mit diesem nun ein Testprogramm auf der Straße. Dieser Schritt folgt auf eine erste Validierung der Zellen durch Stellantis im vergangenen Jahr.

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Bild: Stellantis

Bei dem Entwicklungsauto mit der Feststoffbatterie an Bord handelt es sich um einen Dodge Charger Daytona. Der Technologieträger soll nun die Leistung, Sicherheit und Zuverlässigkeit der Factorial-Batteriezellen überprüfen – und zwar, in dem das Entwicklungsteam es auf der Straße einsetzt. Es handelt sich dabei um „die erste Integration von Festkörperzellen in ein Stellantis-Fahrzeug“, betonen die Partner.

Den Fokus legen beide Seiten bei ihren Tests auf die „FEST“ genannte Technologie (Factorial Electrolyte System Technology) von Factorial. Diese basiert auf einer Lithium-Metall-Anode und einem Polymer-Separator. Im Juni 2024 kamen bereits B-Muster dieser Feststoffzellen mit mehr als 106 Ah Ladekapazität in Umlauf. 2025 demonstrierten Stellantis und Factorial zudem mit FEST-Zellen mit einer Energiedichte von 375 Wh/kg einen Schnellladevorgang (von 15 auf 90 % SoC in 18 Minuten). Und: Stellantis hat genau die FEST-Zellen im vergangenen Jahr auch validiert.

Grundsätzlich handelt es sich bei Factorial Energy um einen allen voran von Stellantis, Mercedes-Benz sowie Hyundai-Kia unterstützten US-Spezialist für Feststoffbatteriezellen. Das Unternehmen verfolgt neben seiner FEST-Technologie noch weitere Entwicklungsstränge: So arbeitet die Firma – explizit zusammen mit Mercedes – auch an Zellen mit dem Markennamen Solstice, die bisher erst A-Muster-Status haben, aber dafür durch noch eine höhere Energiedichte und durch ein Trockenkathoden-Beschichtungsverfahren punkten sollen. Im September 2024 versprach Factorial für sein Solstice-Produkt eine Energiedichte von bis zu 450Wh/kg (auch hier keine Präzisierung zu Zell- oder Packebene) und somit eine um bis zu 80 Prozent erhöhte Reichweite für E-Autos. Vor einiger Zeit meldete das Unternehmen zudem den nächsten Schritt, indem dieser Zelltypus auf eine Ladekapazität von 40 Ah gebracht wurde.

Doch zurück zu den Straßentests in Schulterschluss mit Stellantis: Den Sprung von Zelltest-Ergebnissen zur Integration in ein Entwicklungsfahrzeug bezeichnet der Autobauer als Herausforderung, die das Know-how von Stellantis- und Factorial-Ingenieuren erfordert habe. Konkret hat das Stellantis-Team eine „neu patentierte mechanische Architektur“ entwickelt, durch die die FEST-Zellen in das bestehende Batteriepack integriert werden konnten. Parallel passten die Entwickler die Steuerungssysteme und das Pack-Design an, „um die Leistung der Zellen zu optimieren und gleichzeitig die strengen Anforderungen im Automobilbereich an Sicherheit und Haltbarkeit zu erfüllen“. Diese technischen Designs und Anpassungen seien essenziell, um die Leistung der Zellen unter allen Bedingungen zu gewährleisten, betonen die Verantwortlichen.

Der Dodge Charger Daytona mit dem derart integrierten Zellen spielt die Hauptrolle im nun folgenden Kalibrierungs- und Testfahrt-Programm. Bei dem Modell handelt es sich um ein elektrisches Muscle Car von Stellantis‘ US-Marke Dodge, das auf der Plattform STLA Large steht. Bereits kurz nach dem Marktstart des Stromers im Spätsommer 2024 kündigte Stellantis an, mit Factorial an einem Demo-Testprogramm zur Integration von Feststoffzellen im Dodge Charger Daytona arbeiten zu wollen. Knapp zwei Jahre später kann es nun also losgehen.

„Die Batterieentwicklung ist ein Balanceakt. Es reicht nicht aus, einen einzelnen Parameter zu optimieren. Wir brauchen ein System, das echte Vorteile für echte Fahrzeuge bietet“, kommentiert Ned Curic, Stellantis Chief Engineering and Technology Officer, den Ansatz. Ziel sei, Festkörperbatterien näher an die Kunden zu bringen – „mit dem Potenzial für eine größere Reichweite, schnelleres Laden und niedrigere Kosten“. Ebenso wichtig sei aber die starke Kompatibilität von FEST mit den bestehenden Lithium-Ionen-Herstellungsprozessen.

„Wir fühlen uns geehrt, mit Stellantis, einem der weltweit größten Volumenhersteller, an diesem Entwicklungsauto auf der STLA Large-Plattform zu arbeiten“, erwidert Factorial-CEO Siyu Huang. „Was wir gemeinsam aufgebaut haben, von der Zellchemie bis zur Batteriearchitektur, um realistische Straßentests zu ermöglichen, ist genau die Art von 360 Grad Zusammenarbeit, die Festkörperbatterien seit jeher erfordern.“

media.stellantis.com

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