Österreichische Post testet V2G-Laden mit E-Transportern

Die Österreichische Post schiebt zusammen mit zwei Akteuren aus dem niederösterreichischen Energiesektor einen Pilottest zum bidirektionalen Laden an. Dazu zapfen fünf E-Transporter der Marke Maxus an V2G-fähigen Wallboxen Strom und speisen die Energie aus ihren Batterien bei Bedarf zurück ins Netz.

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Bild: Österreichische Post AG

Die Österreichische Post erprobt zusammen mit der EVN AG und dem Verteilnetzbetreiber Netz Niederösterreich das sogenannte V2G-Laden in der Praxis. V2G steht für „Vehicle-to-Grid“, als die Rückspeisung von E-Auto-Batteriestrom ins Netz. Angesiedelt ist der Test im Postdepot in Mautern an der Donau, wo fünf V2G-fähige Maxus-Transporter während ihrer Pausen und in der Nacht an Wallboxen von ZAPe angeschlossen werden. Die Idee: „In Kombination mit der Photovoltaikanlage am Dach der Postbasis in Mautern an der Donau wird der tagsüber erzeugte Strom während der Standzeiten der Fahrzeuge – etwa am Nachmittag oder am Wochenende – in den Batterien der E-Fahrzeuge gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben“, teilen die Partner mit. Die E-Fahrzeuge der Post soll ergo als großer, gebündelter Stromspeicher agieren.

Während dieses Szenario in ersten europäischen Staaten bereits umgesetzt werden kann, ist es in Österreich noch Zukunftsmusik. Denn in der Alpennation fehlen bislang die regulatorischen Rahmenbedingungen, um V2G-Laden regulär zu realisieren. Die Projektpartner „betreten regulatorisch und technisch Neuland“, heißt es denn auch in einer begleitenden Mitteilung zum Pilotprojekt. Netz Niederösterreich und die EVN wollen den Test vor diesem Hintergrund dazu nutzen, um konkrete Praxiserfahrungen zu sammeln und mögliche zukünftige Standards für das Energienetz zu entwickeln. Auch der Post selbst geht es freilich um Erkenntnisgewinne zur Alltagstauglichkeit von V2G-Ladeszenarien.

Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter, Vorstand für Paket & Logistik, Österreichische Post AG, kommentiert: „Das bidirektionale Laden ist ein möglicher nächster Schritt: Wenn der Praxistest gelingt, könnte unsere E-Flotte zu einem dezentralisierten Speichersystem werden. Schon heute betreiben wir über 6.000 E-Fahrzeuge, mehr als 20 Megawatt peak Photovoltaik und ein österreichweit dichtes Netz an Ladepunkten. Dieses Projekt zeigt, welches Potenzial in unserer Infrastruktur steckt, für die Post und für die Energiewende in Österreich.“

Stefan Stallinger, Technikvorstand der EVN AG, betont: „Wir brauchen bidirektionales Laden, um Elektrofahrzeuge künftig noch intelligenter in das Energiesystem einzubinden und wertvolle Flexibilität bereitzustellen. Gemeinsam mit der Post setzen wir einen innovativen Schritt, um diese Technologie in der Praxis zu erproben – und wir freuen uns sehr über die starke und konstruktive Zusammenarbeit in diesem Pilotprojekt.“ Die EVN AG ist ein vor allem in Niederösterreich agierender Versorger mit Hauptsitz in Maria Enzersdorf. Zum Unternehmen gehört auch die ebenfalls ins Projekt eingebundene Netz Niederösterreich GmbH. Zwischen beiden Akteuren besteht also eine enge Verwandtschaft.

Aktuell gehen die Projektpartner davon aus, dass bidirektionales Laden in Österreich ab Anfang 2027 möglich wird – sprich, dass bis dahin der regulatorisch Rahmen entsprechend weit gediehen ist. Die Post beobachtet die Entwicklung genau, da sie mit aktuell gut 6.000 E-Fahrzeugen die größte E-Flotte Österreichs betreibt. Und: „Da die Zustellflotte in der Regel vom Nachmittag bis zum nächsten Morgen an den Ladestationen der Zustellbasen parkt, ergibt sich ein erhebliches Verschiebepotenzial für Ladevorgänge.“

ots.at

1 Kommentar

zu „Österreichische Post testet V2G-Laden mit E-Transportern“
E. Wolf
11.03.2026 um 07:13
Auch in diesem Fall wird das Thema "Regulatorik" überbewertet! Wichtig ist, das die ÖPost einen Partner/Aggregator/Abnehmer findet, der Energie in dem Markt verkaufen kann UND will. Beim BMW iX3-Projekt ist das e.ON. Dann werden die TECHNISCHEN Randbedingungen geklärt und fertig ist die regulatorische Laube. "e.ON" kauft und entlädt/lädt entsprechend. Und sofern die Energie nicht am Primärenergieregelmarkt plaziert werden soll, bedarf es auch keiner Präquali.

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