Scout-Chef geht von ersten Auslieferungen in 2028 aus
Damit hat Scott Keogh indirekt einen Bericht des „Spiegel“ aus dem Februar bestätigt, wonach sich der Produktionsstart der ersten Fahrzeuge wohl auf Sommer 2028 verschieben wird. Zwar sprach Keogh bei dem Fireside Chat vor Mitgliedern der Automotive Press Association in Detroit nicht vom Produktionsstart selbst, der logischerweise immer vor den ersten Kundenauslieferungen liegt. Aber er sagte: „Wann sehe ich die ersten Fahrzeuge in den Händen von Kunden? Ich rechne damit etwa im Jahr 2028.“
Er ergänzte: „Das Erste, was ich vermeiden möchte, ist, mich in endlosen Kommunikationsspielen zu verlieren, wie zum Beispiel: ‚Wann genau kommt das Auto auf den Markt?‘, wenn wir ein so ambitioniertes Projekt angehen. Für mich ist daher am wichtigsten, dass wir erstens im Zeitplan liegen und alles nach Plan läuft. Zweitens: Wenn wir einem Kunden ein absolut überzeugendes Produkt liefern, ist das ohne Zweifel ein voller Erfolg.“
Prototypen-Bau im neuen Werk noch in 2026
Bei dem Mediengespräch sagte Keogh auch, dass sein Unternehmen noch in diesem Jahr die ersten Prototypen in dem neuen Werk bauen will, dass Scout gerade in Blythewood, South Carolina, errichtet. Laut besagtem „Spiegel“-Bericht soll sich der Start der Serienproduktion aber offenbar bis 2028 verzögern, weil sich Scout angeblich entschieden haben soll, die Fahrzeuge – einen SUV namens Traveler und einen Pickup namens Terra – zunächst mit Range Extender statt als vollelektrisches Fahrzeug herauszubringen. Und dies sorge für zusätzlichen Entwicklungsaufwand und führe zu einer Art Domino-Effekt.
Zwar wollte der Scout-CEO das so nicht bestätigen. Aber er nannte eine interessante Zahl, die die Tendenz widerspiegelt: Scout hat demnach bereits 160.000 Reservierungen für die beiden neuen Modelle erhalten. Und dabei hätten sich 87 Prozent der Kunden für die Varianten mit Range Extender entschieden – und entsprechend also nur 13 Prozent für die vollelektrischen Modelle. Dabei stellt Scout für die vollelektrischen Varianten eine Reichweite von 350 Meilen (563 km) in Aussicht und für die Modelle mit Range Extender 500 Meilen (805 km).
Reservierungen unverbindlich, SUV hat Nase vorn
Zwar ist die Tendenz bei der Antriebsart relativ eindeutig. Zugleich darf man die 160.000 Reservierungen aber nicht überbewerten: Es handelt sich um ein komplett unverbindliches Verfahren, wie es auch in China bei neuen Elektromodellen schon länger üblich ist. Bei einer Reservierung eines Scout handelt es sich nämlich nur um eine Zahlung von 100 US-Dollar, mit der man sich einen Platz in der „Warteschlange“ reservieren kann, wenn der tatsächliche Verkauf beginnt. Und entscheidet man sich letztlich gegen den Kauf eines Scout, so bekommt man diese 100 US-Dollar zurückerstattet. Man kann das Verfahren also auch eher als eine Art Marktforschungsinstrument ansehen, um eine erste Tendenz zu erhalten, für welche Antriebsart sich die Kunden unterscheiden würden und ob sie eher den SUV oder den Pickup wollen. Und auch dazu gab Scott Keogh die Statistik preis: Der Traveler-SUV hat die Nase mit rund 75 Prozent vorn, entsprechend entfallen rund 25 Prozent auf den Terra-Pickup.
Zugleich droht VW bei der Wiederbelebung von Scout nun Ärger mit der eigenen Händlerschaft: Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben zwei US-Händler eine Klage gegen VW eingereicht, die womöglich zur Sammelklage gemeinsam mit weiteren Händlern werden könnte. Sie werfen VW vor, gegen einen Vertrag mit den VW-Händlern zu stoßen, weil der Konzern die Scout-Modelle nur im Direktvertrieb verkaufen will und nicht über seine etablierten Händler. VW lehnte eine Stellungnahme zu dem Verfahren ab.
Update 13. April 2026: AutoForecast Solutions (AFS), ein renommierter Datendienstleister für die globale Automobil-Lieferkette, will erfahren haben, dass Scout den Produktionsstart des SUV Traveler von März 2028 auf September 2028 verschoben hat. Die Produktion des Pick-ups Terra soll demnach sogar erst März 2030 beginnen. Scout seinerseits erklärt, man habe nicht mit AFS gesprochen und es gebe keine neuen Infos zum Zeitplan. „Wie wir bereits mitgeteilt haben, ist der Produktionsstart für 2027 geplant. Wir werden noch in diesem Jahr mit der Produktion der ersten Validierungsfahrzeuge beginnen. Diese Bemühungen werden fortgesetzt und bis 2027 ausgereift sein. Wir gehen davon aus, dass die Kunden ab 2028 die Auslieferung neuer Scout-Fahrzeuge erhalten werden“, so ein Scout-Sprecher. Allerdings lässt diese Formulierung offen, ob dieser Zeitplan für beide Modelle oder nur für eines gilt.
thedrive.com, reuters.com, forbes.com, motor1.com (Update)





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