VW-Konzern will in Deutschland rund 50.000 Stellen streichen
Diese Zahl hat der VW-Vorstandsvorsitzende Oliver Blume in einem Brief an Aktionäre im Rahmen der Bekanntgabe der Konzernergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 genannt. Die Zahl umfasse alle Marken, in denen Abbauprogramme in Deutschland laufen, also auch Audi, Porsche und die Softwareeinheit Cariad. Laut dem Geschäftsbericht kam der Konzern Ende 2024 auf 293.000 Beschäftigte in Deutschland, es würden also rund als 250.000 übrig bleiben – einige Neueinstellungen vorausgesetzt.
Der größte Teil entfällt dabei bekanntlich auf die Marke VW: Bereits Ende 2024 hatte der Autobauer mit den Gewerkschaften einen Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke. Aber auch bei anderen Konzernmarken war schon bekannt, dass kräftig gespart werden muss. Bei Porsche sind die einst hohen Erträge zuletzt erodiert, daher wurde mit Michael Leiters auch ein neuer Porsche-CEO eingesetzt, damit sich Blume voll und ganz auf Wolfsburg konzentrieren kann.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der VW-Konzern zwar den Umsatz mit 321,9 Milliarden Euro fast auf dem Vorjahresniveau (324,7 Mrd. Euro) halten, was einem Rückgang um 0,8 Prozent entspricht. Das operative Ergebnis hat sich jedoch auf rund 8,9 Milliarden Euro halbiert, das Nettoergebnis ist um 38 Prozent von 10,7 auf noch 6,7 Milliarden Euro gesunken. Die wichtige operative Marge ist damit auf nur noch 2,8 Prozent abgesackt – der niedrigste Wert seit 2016, als VW mitten in der Dieselgate-Krise steckte.
Dass Blume angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung deutlich strengere Sparmaßnahmen anstrebt, hatte er Berichten zufolge schon im Januar vor Führungskräften klar gemacht. Jetzt hat der VW-CEO diesen Kurs auch offen bestätigt und am Rande der Vorlage der Jahreszahlen vor Journalisten gesagt, man werde „jeden Stein umdrehen“, wie etwa das Handelsblatt berichtet. „Wir sprechen von einem Programm, bei dem wir in alle Bereiche des Unternehmens hineingehen“, sagte der Vorstandschef zu dem umfassenden Transformationsplan. Dieser soll alle Kostenbereiche betreffen und nichts ausklammern. Von der Entwicklung über den Einkauf, Vertrieb, Qualität und Produktion werden also alle Bereiche sparen müssen.
Das Top-Management will nach der Posse um den plötzlich aufgetauchten Milliarden-Cashflow offenbar selbst mit schlankeren Strukturen dazu beitragen. Querschnitts-Themen wie Einkauf, Produktion und Vertrieb werden künftig verstärkt zentral aus Wolfsburg über die Konzernstrukturen unter Blume gesteuert und weniger auf Markenebene. Ab dem 1. April werden die Ressorts Konzernbeschaffung, Konzernproduktion und Konzernvertrieb direkt Vorstandschef Oliver Blume zugeordnet – wie zuvor schon die Konzernentwicklung. Der Konzernvertrieb war bisher zum Beispiel bei der Markengruppe Progressive (also vor allem Audi, dazu Bentley und Lamborghini) angesiedelt.
Die Neuordnung der Strukturen im Konzern ist Teil des größeren Umbaus als Folge des Endes von Blumes Doppelrolle bei VW und Porsche. Laut der Automobilwoche sei das „ein weiterer Schritt, den Konzernumbau zu beschleunigen – und ein klares Macht‑ und Verantwortungszentrum zu schaffen“. Denn die Bündelung dieser zentralen Aufgaben unter Blume ist eine Stärkung seiner Position – nachdem es in der Vergangenheit Berichte gegeben hatte, wonach der Rückhalt des CEOs bei den Eigentümerfamilien schwinde.
„Unser zukünftiges Konzernsteuerungsmodell fußt auf dem Prinzip eines strategisch operativen Konzerns mit starken Marken. Dazu gehört die passende Balance zwischen der Realisierung von Synergien im Konzern und Unternehmertum in den Marken“, erklärt Konzern-CEO Oliver Blume. „Mit dem neuen Zuschnitt schaffen wir die Voraussetzungen, die operative Exzellenz zu erhöhen, Effizienzen und Qualität zu steigern sowie Kosten zu senken.“
volkswagengroup.com (Geschäftszahlen), handelsblatt.com, automobilwoche.de





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