Slate Auto ernennt Peter Faricy zum neuen CEO
Faricy hat diese Woche offiziell seine neue Position angetreten, wie Unternehmenssprecher Jeff Jablansky gegenüber dem US-Portal TechCrunch erklärte. Zuvor war er als Vice President von Amazon Marketplace tätig und arbeitete zuletzt als Berater bei McKinsey und Bessemer Venture Partners. Das Unternehmen gab an, dass Faricys Erfahrung beim Aufbau der Marktplatz-Plattform von Amazon ein entscheidender Faktor für seine Ernennung war. Eine Tatsache, die wenig überrascht, wenn man bedenkt, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos einer der wichtigsten Geldgeber von Slate Auto ist.
Die bisherige CEO Christine Barman, langjährige Führungskraft bei Chrysler und erste Mitarbeiterin des Unternehmens, wird laut TechCrunch die neu geschaffene Position der President of Vehicles übernehmen. In dieser Funktion wird sie sich auf die Entwicklung und Umsetzung des ersten Fahrzeugprogramms von Slate konzentrieren. Nach Angaben des Unternehmens wird Barman die Bemühungen überwachen, den Elektro-Pickup „termingerecht und innerhalb des Budgets“ auf den Markt zu bringen.
Slate Auto wurde lange Zeit hinter den Kulissen unter Ausschluss der Öffentlichkeit aufgebaut. Im April 2025 trat das Unternehmen aus dem „Stealth Mode“ hervor und positioniert seitdem sein erstes Produkt als erschwinglichen Elektro-Pickup, der auf eine breite Marktakzeptanz abzielt. Der betont einfach aufgebaute Pickup mit dem Namen „Slate“ soll mit verschiedenen Zusatzausstattungen modifiziert werden können – darunter auch eine Umrüstung zu einem Fünfsitzer-SUV.
Das Unternehmen kündigte zwei Batterieoptionen an: 52,7 und 84,3 kWh, die eine EPA-Reichweite von 150 bzw. 240 Meilen bieten. Derzeit ist nur ein einziger Antriebsstrang geplant – ein 150-kW-Elektromotor, der die Hinterachse antreibt. Die Batteriezellen werden von SK On aus einem Werk in den USA geliefert. Bemerkenswert ist, dass die Zellen trotz des Preises nicht aus LFP bestehen, sondern eine Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie (NMC) verwenden.
Der Pickup ist in seiner Standard-Version 4,44 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,75 Meter hoch. Er basiert auf einer eigens entwickelten Plattform und ist auf Umbaubarkeit ausgelegt. Mithilfe eines Katalogs mit Hunderten von modularen Bausätzen kann das Basisfahrzeug unter anderem in einen SUV mit fünf Sitzen umgebaut werden. Alle Kernstrukturen des Fahrzeugs sollen im neuen Werk von Slate in Indiana hergestellt werden, während die Individualisierung außerhalb des Werks erfolgt – entweder durch Handelspartner oder durch den Endkunden.
Das Fahrzeugprogramm hat aufgrund seines angestrebten Preises Aufmerksamkeit erregt. Ursprünglich gab das Unternehmen an, dass der Elektro-Pickup „unter 20.000 Dollar“ kosten werde, aber diese Schätzung wurde vor der Abschaffung der Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in den Vereinigten Staaten getroffen. Das Unternehmen strebt nun einen Einstiegspreis im mittleren 20.000-Dollar-Bereich an. Slate Auto hat angekündigt, die endgültigen Preisdetails im Juni bekannt zu geben.
Faricy übernimmt die Leitung, während sich das Unternehmen darauf vorbereitet, eine lange Reservierungsliste in bestätigte Fahrzeugbestellungen umzuwandeln. Nach Angaben des Unternehmens liegen Slate derzeit rund 160.000 rückzahlbare Vorbestellungen für den Elektro-Pickup vor.
Dieser Artikel von Carla Westerheide ist zuerst in unserer englischsprachigen Ausgabe electrive.com erschienen.




0 Kommentare