NEV-Verkäufe: China erlebt ausgeprägte Februar-Delle
Konkret wurden laut der China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) im Februar insgesamt 765.000 sogenannte New Energy Vehicles (NEV) abgesetzt. Unter diesem Begriff fasst China die Batterie-elektrischen Antriebe (BEV), Plug-in-Hybride (PHEV) und auch Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV) zusammen, wobei letztere auch in China im Pkw-Sektor keine nennenswerte Rolle spielen.
Die folgenden Zahlen zeigen also die Dynamik bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden: Die 765.000 Großhandelsverkäufe der in China produzierenden Hersteller entsprechen einem Rückgang von 14,2 Prozent gegenüber Februar 2025 und von 19,1 Prozent gegenüber Januar 2026. In die Statistik fließen dabei Inlandsverkäufe und Exporte ein. Deren Entwicklung klaffte im vergangenen Monat besonders stark auseinander.
Chinas NEV-Inlandsabsatz belief sich konkret auf nur 483.000 Einheiten, was einen Rückgang von 36,5 Prozent gegenüber Februar 2025 und von 24,9 Prozent gegenüber Januar 2026 bedeutet. So niedrig lagen die Inlandsverkäufe von NEVs letztmals im Februar 2023. Dazu muss man wissen: In vielen Märkten markiert das Jahresende häufig einen Höhepunkt bei den Fahrzeugverkäufen, ehe es im Januar und Februar ruhiger zugeht. In China ist dieses Phänomen besonders ausgeprägt, da im Januar oder Februar der wichtigste Feiertag samt Ferien stattfindet. Dieses Jahr fiel das chinesische Neujahrsfest auf den 17. Februar. Eine saisonale Delle in der Statistik ist in China also normal, allerdings ist die Zahl der Verkäufe diesen Februar ungewöhnlich stark gesunken. Gleich mehr zu den möglichen Gründen.
Zunächst zu den Exporten: Die NEV-Ausfuhren der in China aktiven Hersteller stiegen mit 282.000 Einheiten weiter an – um 115 Prozent gegenüber Februar 2025. Allerdings lagen sie um 6,6 Prozent niedriger als im Januar 2026. Zur Verdeutlichung: Vor einem Jahr registrierte die CAAM noch 131.000 NEV-Exporte, vor zwei Jahren 82.000. Hier ist die Dynamik also ungebrochen. Der leichte Rückgang gegenüber dem Januar findet sich in der Export-Statistik in den letzten drei Jahren unisono wieder, jeweils gefolgt von einem starken März. Bleibt abzuwarten, ob es sich auch dieses Jahr wieder so verhält.
Festhalten lässt sich, dass die Schwäche des Inlandsmarktes der Hauptgrund für den Rückgang im NEV-Gesamtverkaufsvolumen war. Das Portal CN EV Post schreibt, dass neben den saisonalen Gründen auch der Wegfall von Steuervergünstigungen beim Kauf von NEVs für die schwachen Zahlen gesorgt haben dürfte. Seit diesem Jahr müssen Käufer von E-Autos eine Kfz-Kaufsteuer in Höhe von fünf Prozent entrichten.
Chinas gesamter Fahrzeug-Markt gab im Februar gegenüber dem Vorjahr um 15,2 Prozent auf 1,805 Millionen Einheiten nach. Auch hier handelt es sich um die Großhandelsverkäufe. Das Februar-Ergebnis bedeutet einen Einbruch um 23,1 Prozent gegenüber diesen Januar. Autoexporte machten gut ein Drittel (672.000 Einheiten) aus, ein Plus von 52 Prozent gegenüber dem Vorjahr und kaum Veränderung zum Januar (-1,4%). Hier zeigt sich: Die stark steigenden NEV-Exporte verschaffen dem gesamten Auslandsgeschäft Rückenwind.
Bei der Marktdurchdringung kamen NEVs im Februar auf einen Marktanteil von 42,4 Prozent. Ein eher schwacher Wert. Schon im Januar lag er nur bei 40,3 Prozent. Das kann durchaus mit der nun für E-Autos geltenden Kaufsteuer zusammenhängen, denn im November und Dezember lag der NEV-Anteil in China noch bei 53,2 bzw. 52,3 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 waren es 47,9 Prozent.
Schauen wir abschließend noch auf die unterschiedliche Entwicklung der Antriebsarten: BEVs machten im Februar 484.000 Verkäufe aus, das sind 10,9 Prozent weniger als vor einem Jahr und 18,9 Prozent weniger als im Januar. Bei den Exporten legten BEVs jedoch im Jahresvergleich deutlich zu: auf 174.000 Einheiten (+120% YoY, -13,7% gegenüber Januar)
Weiter zählte die CAAM im Februar rund 280.000 Plug-in-Hybride, was einem Minus von 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und um 19,5 gegenüber Januar entspricht. Im Export verdoppelten sich die PHEV im Jahresvergleich aber auf 107.000 Einheiten (+110% YoY, -7,8% gegenüber Januar).
Besonders hart trifft die Entwicklung Chinas größten NEV-Hersteller BYD. Das Unternehmen erlitt im Februar einen Absatzrückgang von 41 Prozent und verkaufte nur noch 190.190 E-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride. Zugleich avancierte der Februar bei BYD zum ersten Monat, in dem der Übersee-Absatz höher lag als die China-Verkäufe. Insgesamt war es für BYD bereits der sechste Monat in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen.





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