Rivian will dieses Jahr bis zu 70.000 E-Autos verkaufen
Rivian hat in einer kurzen Mitteilung seine Produktions- und Auslieferzahlen des abgelaufenen Quartals publik gemacht. Demnach fertigte Rivian von April bis Juni 12.613 Elektroautos in seinem Werk in Normal im US-Bundesstaat Illinois – und lieferte exakt 12.194 Einheiten aus. Diese Zahlen übertreffen klar die Statistik aus dem ersten Quartal 2026 mit 10.236 gebauten und 10.365 ausgelieferten Elektroautos. Ob sich schon die begonnenen Auslieferungen des Hoffnungsträgers R2 in den Zahlen widerspiegeln, bleibt offen. Der als Volumenmodell konzipierte E-Kompaktwagen wird seit Mitte Juni ausgeliefert. Rivian schlüsselt seine Statistik allerdings nicht nach den einzelnen Baureihen auf. So bleibt offen, ob schon nennenswerte Stückzahlen des R2 zum guten Q2-Ergebnis beigetragen haben. Rivian spricht lediglich allgemein von einem „robusten Wachstums gegenüber dem Vorquartal bei den Modellen EDV und R1 sowie der Einführung der Auslieferungen des R2“.
Klar ist aber, dass Rivian mit dem R2 im Sortiment für das zweite Halbjahr mit stark steigendem Absatz rechnet. Das wird deutlich, wenn man die Q1- und Q2-Zahlen addiert: Zusammen ergeben sie für das erste Halbjahr 22.849 produzierte und 22.559 übergebene Stromer. Selbst bei dem bisher von Rivian ausgegebenen Jahresziel für 2026 von 62.000 bis 67.000 Auslieferungen, müssten also im zweiten Halbjahr noch mindestens 40.000 Fahrzeuge übergeben werden.
Rivian kündigt jedoch an, auf Basis der Q2-Ergebnisse nun mit einem Prognosekorridor von 65.000 bis 70.000 Fahrzeugauslieferungen zu rechnen. Grund sei, dass für das zweite Quartal eigentlich nur mit 9.000 bis 11.000 Fahrzeugübergaben gerechnet worden war, heißt es. Durch das neue Ziel erhöht sich die angestrebte Absatzmenge für das zweite Halbjahr auf knapp 43.000 bis 48.000 Fahrzeuge.
Die Geschäftszahlen zum zweiten Quartal wird Rivian wie üblich in einigen Wochen publik machen. Als Datum für die Offenlegung der Zahlen und eine zugehörigen Live-Webcast nennt das Unternehmen den 30. Juli. Klar ist: Rivian ist dringend auf verbesserte Finanzzahlen angewiesen. Denn 2025 war für die US-Amerikaner ein schwieriges Jahr. Mit 42.247 ausgelieferten Stromern sackten sie gegenüber 2024 um 18 Prozent ab. Der Umsatz im Fahrzeuggeschäft ging entsprechend um 15 Prozent auf 3,83 Milliarden US-Dollar zurück. Dass Rivian seinen Gesamtumsatz dennoch um acht Prozent auf knapp 5,4 Milliarden US-Dollar steigern konnte, lag allein am Software-Deal mit Volkswagen. Unterm Strich setzte es 2025 deshalb „nur“ ein Minus von 3,6 Milliarden US-Dollar.





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