CATL macht Fortschritte bei seiner Feststoffbatterie
CATL arbeitet seit Jahren daraufhin, 2027 eine Kleinserie von Feststoffbatterien herzustellen. Nun zeigt ein neues Patent, wie der chinesische Batterieriese dabei vorgehen will. Das Dokument wurde am 5. März 2026 von der World Intellectual Property Organization (WIPO) veröffentlicht und trägt den Titel „Positive Electrode Sheet, Solid-state battery cell, battery device, electric device, an positive electrode active material and preperation method therefor“. Auf deutsch: „Positive Elektrodenfolie, Festkörperbatteriezelle, Batterievorrichtung, elektrische Vorrichtung, aktives Material für eine positive Elektrode und Verfahren zu deren Herstellung“.
Aus der Patent-Zusammenfassung geht hervor, dass CATL auf einen festen Sulfidelektrolyt setzt. Als Anoden-Aktivmaterial werden Schichten aus einem Substratmaterial, einem kobaltreichen Material und einem Coating genannt. Wobei erstere beide Schichten ein übergehendes Metalloxid („transition metal oxid“) enthalten. Das Coating-Material beherbergt wiederum ein Elektrolytsalz. Laut dem Portal Electrek handelt es sich bei diesem Salz um ein fluorhaltiges Lithiumsalz, das eine hohe Temperaturstabilität aufweist und in Verbindung mit dem Sulfid-Elektrolyt zu Lithiumflorid reagieren kann, was wiederum eine Art Schutzschild für die Batterieanode bilden soll. Auf diese Weise soll die bekannte Instabilität von Sulfidelektrolyten gemindert werden.
Das Patent selbst enthält keinen Zeitplan, doch laut dem Portal CarNewsChina hat CATL bereits mit der Pilotproduktion von Festkörperbatterien mit einer Energiedichte von 500 Wh/kg begonnen. Und: „Technische Daten deuten darauf hin, dass sich das Unternehmen derzeit auf dem Technologiereifegrad 4 befindet und bis 2027 die Stufen 7 oder 8 erreichen will. Diese Stufe bedeutet den Übergang von Laborprototypen zu Zellen in Automobilqualität, die für die Integration in Fahrzeuge im Pilotmaßstab bereit sind“, schreibt das Portal weiter. Hintergrund seien die eigenen Ziele des Konzerns einer Kleinserie ab 2027, aber auch die Ankündigung, dass China im Juli diesen Jahres erstmals einen nationalen technischen Standard für Feststoffbatterien veröffentlichen will.
CATL will dann zügig mit seiner Batterie namens Ningde Shidai All-Solid-State antreten. Als kurzfristiges Ziel nennt das Unternehmen den Sprung von 20-Ah-Mustern auf 60-Ah-Prototypen in Automobilqualität. Ah steht dabei für die Ladekapazität. Gleichzeitig ist CATL offenbar dabei, sich die Dienste von Zulieferern für den späteren Hochlauf zu sichern. Car News China schreibt, dass sich CATL jüngst bei der Fimra Guangdong Jiayuan Technology für den Zeitraum 2026–2028 eine Kapazität von 626.000 Tonnen Kupferfolie im Wert von umgerechnet 8,4 Milliarden Euro reserviert habe. Das Portal wertet dies als einen großen Materialvorrat für halbfeste und feste Batterien.
Im Oktober 2025 dämpfte CATL allerdings die Erwartungen und erklärte, dass „die wissenschaftlichen Herausforderungen weitgehend gelöst seien“, aber noch technische Hürden bestehen. Allen voran mit Blick auf die Kosten: „Sulfid-Festkörperzellen sind derzeit drei- bis fünfmal teurer als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen“, schreibt Car News China.
Grundsätzlich befasst sich CATL bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit der Forschung und Entwicklung von Festkörperbatterien. Laut einem früheren Statement von CALTs Chef-Entwickler Wu Kai arbeitet inzwischen ein großes F&E-Team an Festkörperbatterien und neuen Batteriesystemen. Auch Kooperationen mit Universitäten und anderen Playern der Batterieindustrie sollen das Thema voranbringen.
Apropos Kooperationen: Anfang 2024 wurde zudem bekannt, dass sich eine Reihe großer chinesischer Batterie- und Autohersteller verbündet habe, um die Kommerzialisierung von Feststoffbatterien zusammen voranzutreiben. Darunter auch CATL. Als Initiator der Allianz gilt die chinesische Regierung. Das im Januar 2024 gegründete Konsortium namens China All-Solid-State Battery Collaborative Innovation Platform (CASIP) verfolgt das Ziel, wettbewerbsfähige Feststoffbatterien zu entwickeln und zu produzieren und bis 2030 eine Lieferkette aufzubauen.
An der Allianz beteiligt sind neben CATL u.a. die Batteriehersteller CALB, EVE Energy, SVOLT, Gotion High-Tech und die BYD-Batterietochter FinDreams Battery. Hinzu kommen mehrere staatliche Hersteller aus der Autoindustrie sowie die Privatunternehmen BYD und Nio. Weitere Akteure sind Vertreter von Regierung und Wissenschaft. Außerdem stehen laut einem früheren Bericht der japanischen Zeitung Nikkei „einflussreiche staatlich geförderte Fonds auf der Mitgliederliste der CASIP“.
Das zeigt: China will sich seine marktführende Position bei Elektroautobatterien nicht durch einen Technologiesprung hin zu Feststoffbatterien streitig machen lassen. Das neue Konsortium soll sich vor diesem Hintergrund vor allem mit der Grundlagenforschung, den Schlüsseltechnologien, der gemeinsamen Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen mit Festkörperbatterien sowie dem Aufbau einer entsprechenden Lieferkette befassen. Hervorzuheben ist dabei, dass das aus Peking koordinierte Vorhaben Konkurrenten zusammenholt, die teils aggressiv um Marktanteile kämpfen.
carnewschina.com, electrek.co, ishare.ifeng.com (auf Chinesisch)





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