ProLogium und OPmobility wollen Feststoffzellen in Module verbauen
ProLogium baut im französischen Dunkerque seit Kurzem ein Werk für Feststoff-Batteriezellen, die dort ab 2028 vom Band laufen sollen. Mit OPmobility, einem Zulieferer mit Sitz in Levallois-Perret bei Paris, will der taiwanesische Batteriespezialist nun eine Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Integration solcher Zellen in Batteriemodule und perspektivisch auch in Packs erörtern. „Ziel ist es, eine Lösung auf Systemebene zu liefern, die der schnell wachsenden Nachfrage des globalen Marktes für E-Fahrzeuge gerecht wird“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.
ProLogium selbst hat sich auf die Entwicklung und Herstellung von Lithium-Keramik-Feststoffbatteriezellen spezialisiert. Die aktuelle Batteriegeneration namens „Superfluidized All Inorganic Solid-state Lithium Ceramic Battery“ (vollständig anorganische Festkörper-Lithium-Keramik-Batterie) soll laut dem Hersteller eine volumetrische Energiedichte von 900 Wh/l und eine gravimetrische Energiedichte von 380 Wh/kg erreichen. Als Ladezeit von 5 auf 80 Prozent gibt ProLogium „in etwa 6,4 Minuten“ an. Und: „Hinsichtlich Haltbarkeit und Leistung im Einsatz übersteigt die Lebensdauer 1.200 Zyklen, und bei der Entladung bei -20 °C bleibt eine Leistungsfähigkeit von über 95 % erhalten“, so das Unternehmen weiter.
Über OPmobility sollen nun Wege erörtert werden, um die Zellen der Taiwanesen in einbaufertige Batterieprodukte zu integrieren. In einer ersten Phase will ProLogium OPmobility dazu Festkörperbatteriezellen für Tests der elektrischen Leistungsfähigkeit zur Verfügung stellen, „die nach vorab zwischen den Parteien abgestimmten Testprotokollen durchgeführt werden“, wie es heißt. OPmobility übernimmt anschließend die Konstruktion, Entwicklung und Fertigung der Batteriemodule unter Verwendung der von ProLogium bereitgestellten Zellen. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung einer Batteriemodullösung, die von OEMs für künftige EV-Plattformen übernommen werden kann“, betont das Duo.
Wichtig ist ProLogium, dass durch die Abstimmung gemeinsamer Testprotokolle und technischer Arbeitsabläufe eine schnellere technische Konvergenz und eine bessere Bewertung der Systemintegration erreicht werden kann. „Dies hilft beiden Parteien, wichtige Parameter und Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und die Effizienz der künftigen Zusammenarbeit mit OEMs zu steigern“, so der Feststoffbatteriespezialist. Noch müssen beide Seiten aber ihre Absicht bestätigen. In den nun kommenden Kooperationsgesprächen wolle man untersuchen und validieren, wie sich die Vorteile auf Zellenebene auf Modul- und Pack-Ebene technisch umsetzen und verifizieren lassen, heißt es.
Vincent Yang, Gründer und CEO von ProLogium, kommentiert: „Damit sich Festkörperbatterien tatsächlich am Markt durchsetzen, sind Systemintegration und -validierung entscheidend – von der Zelle über das Modul bis hin zum Batteriepack. Diese Absichtserklärung mit OPmobility setzt bei pragmatischen Leistungstests und der Modulentwicklung […] an und klärt den entscheidenden Pfad für die Fahrzeugintegration. Unser gemeinsames Ziel ist eine für OEMs geeignete Modullösung; wir werden die Gespräche in einem regelkonformen Rahmen weiter vorantreiben.“
Youssef Souiba, Executive Vice President bei OPmobility, erwidert: „Die Zusammenarbeit mit einem etablierten Branchenführer im Bereich der Festkörperbatterien wie ProLogium stärkt die Fähigkeit von OPmobility, die Anforderungen globaler Automobilhersteller frühzeitig zu erkennen. Zudem unterstützt sie das Bestreben der Gruppe, ihr Technologieportfolio und ihre Kundenbasis zu erweitern.“
Zur Einordnung: ProLogium hat im Februar offiziell mit dem Bau seiner 2023 angekündigten Fabrik im nordfranzösischen Dunkerque begonnen. Der erste Bauabschnitt zur Produktion von Lithium-Keramik-Feststoffbatterien der vierten Generation mit einer Jahreskapazität von zunächst 0,8 GWh soll laut den aktuellen Planungen 2028 fertiggestellt werden. Mit den Erfahrungen aus einer bereits bestehenden 3-GWh-Fabrik in Taoyuan in Taiwan soll der Ramp-up der Fertigung in Dunkerque relativ schnell erfolgen. Ab 2029 soll die Kapazität bereits hochgefahren werden, damit 2030 in der Phase 2 die Anlagen voll ausgelastet bei 4 GWh pro Jahr laufen. Für 2032 ist dann die volle Kapazität der „Fab 1“ genannten Anlage von 12 GWh vorgesehen.
Während bei der ProLogium-Fabrik in Taoyuan der Investor VinFast der Hauptabnehmer der Lithium-Keramik-Feststoffbatterien ist, ist für das Projekt in Dunkerque derweil noch kein Ankerkunde öffentlich bekannt. Allerdings hat ProLogium als eines der wenigen Unternehmen in der Branche bereits bewiesen, dass man solche Lithium-Keramik-Feststoffbatterien fertigen kann: Seit 2024 sind in Taoyuan laut dem Unternehmen über 750.000 Zellen vom Band gelaufen.
prologium.com, opmobility.com





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