Grünes Licht für den „Battery Booster“ der EU
Dass die EU-Kommission den Hochlauf der Batteriezellproduktion in Europa unterstützen will, ist schon seit langem bekannt: Denn EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat im Rahmen der Vorstellung ihres Aktionsplans für die Automobilbranche bereits im März 2025 ein „Batterie-Booster-Paket“ vorgeschlagen. Zudem wollte von der Leyen auch „die direkte Produktionsförderung durch die EU gegenüber Unternehmen prüfen, die in der EU Batterien herstellen“. Als die EU-Kommission dann im Dezember 2025 ihr „Auto-Paket“ vorstellte, wurde auch ein mit 1,8 Milliarden Euro ausgestatteter „Battery Booster“ als Industrie-Förderung zur Produktion von E-Auto-Batteriezellen angekündigt.
Nach einer zwischenzeitlichen Verzögerung (der „Battery Booster“ soll zwischen EU-Ressorts festgehangen haben) meldet die EU-Kommission nun den Auftakt der „Battery Booster Facility“ auf Basis von zinslosen Darlehen als Finanzierungsinstrument. Das Gesamtbudget beträgt 1,5 Milliarden Euro, wobei die Mittel dafür aus dem EU-Emissionshandelssystem (ETS) stammen. Die restlichen 300 Millionen Euro, die angekündigt waren, sollen offenbar separat in Rohstoffprojekte für Batterien fließen, sind aber nicht Teil dieser Fazilität.
„Die europäische Batterieindustrie hat wichtige Fortschritte erzielt, steht aber nun an einem entscheidenden Wendepunkt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sie auf ihrem Weg zum kommerziellen Erfolg zu unterstützen. Die Battery Booster Facility leistet genau das: Sie greift in der kritischsten und kapitalintensivsten Phase der industriellen Skalierung ein und agiert dabei auf finanziell tragfähige Weise“, sagt EU-Klimaschutzkommissar Wopke Hoekstra. „Dies wird die europäische Automobilindustrie dabei unterstützen, die Produktion von Elektrofahrzeugen mit europäischen Batterien zu steigern. Finanziert durch die Einnahmen aus dem Emissionshandelssystem, wandelt sie die Kosten von Emissionen in einen Motor für Innovationen um.“
Bei dem Förderprogramm geht es der EU-Kommission nur um Großprojekte – und das auch nur unter speziellen Bedingungen: Es können sich ausschließlich Firmen bewerben, die sich bereits in der Hochlaufphase der Zellproduktion befinden und mit einer anvisierten Mindestproduktionskapazität von 10 GWh pro Jahr planen. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Batteriekapazität von 50 kWh entspräche das Batteriezellen für 200.000 E-Autos pro Jahr.
Dass die EU-Kommission ausgerechnet bereits gebaute Zellfabriken in deren Hochlaufphase (Englisch: Ramp-up phase) – also nach dem Bau, aber vor stabiler Massenproduktion – fördern will, begründet sie so: „Die Hochlaufphase ist durch hohe Ausschussraten gekennzeichnet, was es erschwert, Rentabilität zu erzielen und die im Automobilsektor geforderten strengen Qualitätsstandards einzuhalten.“ Zugleich gilt aber auch: Es muss sich um die erste industrielle Zellfabrik des geförderten Unternehmens handeln – eine Förderung zusätzlicher Fabriken eines bestehenden Anbieters ist also nicht möglich. In Frage für eine so eng definierte Förderung dürften aktuell nur wenige Firmen wie ACC (von Stellantis, Mercedes-Benz und TotalEnergies), Verkor (u.a. Renault) und PowerCo (VW-Konzern) kommen. Pro Antragsteller können bis zu 500 Millionen Euro bewilligt werden – die insgesamt 1,5 Milliarden Euro könnten also fair unter diesen drei Firmen aufgeteilt werden. Aber das ist spekulativ.
Die starken Einschränkungen des Förderprogramms klingen so, als wolle die EU-Kommission ein zweites Northvolt verhindern. Denn der schwedische Zellhersteller ging u.a. deshalb insolvent, weil er es in seiner ersten kommerziellen Anlage nicht geschafft hat, den Produktionsausschuss auf ein Minimum zu senken und profitabel zu arbeiten. Der kommerzielle Hochlauf ist Northvolt somit misslungen.
europa.eu (Pressemitteilung), europa.eu (PDF-Förderrichtlinie)





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