Bund verteilt 30 Millionen Euro an drei „Wasserstoff-Regionen“

Die drei Regionen Rügen-Stralsund, Erfurt und Rhein-Ruhr haben die zweite Runde des Wettbewerbs „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ in der Kategorie HyPerformer gewonnen. Das Verkehrsministerium übergab in diesem Zuge nun Förderbescheide im Gesamtwert von 30 Millionen Euro.

Hyland hyperformer wasserstoff regionen
Foto: BMV

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat die Förderurkunden in einem Festakt an die drei Gewinnerregionen übergeben. Damit starten die Regionen Rügen-Stralsund, Erfurt und Rhein-Ruhr nun offiziell in die Umsetzungsphase ihrer Wasserstoffprojekte im Verkehrsbereich. Für die Beschaffung von Wasserstofftechnologien im Verkehr stellt das Bundesverkehrsministerium dem Trio Investitionszuschüsse von rund 30 Millionen Euro bereit. Die Projekte decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Erzeugung über Speicherung, Verteilung und Betankung bis hin zur Nutzung von Wasserstoff im Verkehr.

Zum Hintergrund: Das Verkehrsministerium unterscheidet in ihrer regionalen H2-Förderung zwischen HyStarter, HyExperts und HyPerformer. HyStarter werden unterstützt, ein Akteursnetzwerk herauszubilden und ein erstes Wasserstoffkonzept für ihre Region zu entwickeln. Als HyExperts konkurrieren Regionen, in denen Akteure bereits Projektansätze haben, die im Zuge der Förderung weiter konkretisiert und in ein gemeinsames regionales Wasserstoff-Konzept integriert werden sollen. Und als HyPerformer gelten schließlich Regionen, die ihre bereits bestehenden Konzepte umsetzen wollen.

Seit 2019 hast das Bundesverkehrsministerium im Dach-Programm HyLand bereits zwei Förderrunden absolviert. In HyLand 1 wurden neun HyStarter-Regionen, 13 HyExperts- und drei HyPerformer-Regionen gekürt und mit Fördermitteln ausgestattet. In HyLane 2 sind es nun 15 HyStarter, 15 HyExperts und drei HyPerformer – nämlich das genannte Trio Rügen-Stralsund, Erfurt und Rhein-Ruhr. Ingesamt summiert sich die Programmausbeute auf nun 53 geförderte Wasserstoffregionen in Deutschland. Die Förderung erfolgt dabei im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie – koordiniert von der Now GmbH und umgesetzt durch den Projektträger Jülich.

In Rügen-Stralsund wird konkret der landkreiseigene Nahverkehr im Rahmen des Projekts mit zwölf Wasserstoff-Bussen ausgestattet. Darüber hinaus werden sich am Verbrauch auch heimische Spediteure via Brennstoffzellen-Lkw beteiligen. Den Wasserstoff sollen die Stadtwerke Stralsund erzeugen, die neben einem 4-MW-Elektrolyseur auch die zugehörigen Energieerzeugungsanlagen (Wind und PV) regional errichten. Neben dem Straßenverkehr versorgt das Projektteam mit dem heimisch erzeugten grünem Wasserstoff auch die am Seehafen Mukran liegenden Versorgerschiffe. Zudem kann die Abwärme des Elektrolyseurs ins Nahwärmenetz der Hansestadt Stralsund eingespeist werden und so zur sektorübergreifenden Dekarbonisierung beitragen.

Die Region Rhein-Ruhr umfasst als „HyPerformer“ das Verbandsgebiet des Regionalverbands Ruhr sowie das Gebiet der Wasserstoff-Kompetenzregion Düssel.Rhein.Wupper und somit ein Ballungsgebiet mit gut 7 Millionen Einwohnern. Die zur Förderung vorgesehenen Projekte basieren auf den Vorstudien HyExperts Emscher-Lippe und Stadt Essen sowie der besagten Modellregion (Düssel.Rhein.Wupper) und sehen die Vernetzung von H2-Betankungsmöglichkeiten für Lkw vor. Konkret sind Elektrolyseure bzw. Tankstellen in Düsseldorf, Wuppertal, Essen, Gelsenkirchen und Dorsten geplant. Die Lage der Tankstellen erlaubt dabei zum Teil einen späteren Pipelinezugang. Das Projekt wird von über 100 Spediteuren, H2-Netzwerken, Forschungseinrichtungen und Kommunen unterstützt.

Erfurt ist bei dem HyLand-Wettbewerb erfolgreich mit seinem Projekt TH2ECO MOBILITY angetreten. Dieses umfasst den Bau einer öffentlichen Wasserstofftankstelle für Nutzfahrzeuge, inklusive regionaler H2-Erzeugung, -Abfüllung und -Logistik. Dabei sollen verschiedene Teilziele erreicht werden, darunter die Errichtung von zwei Elektrolyseuren, der Anschluss an eine Verteilpipeline für Wasserstoff, der Aufbau von wasserstoffbetriebener Intralogistik sowie die Umsetzung eines Trailer-Systems für den Wasserstofftransport.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kommentiert: „Deutschland ist Technologieführer und Vorreiter bei der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Jetzt nutzen wir diese Kenntnisse für den Alltag. Mit unserer Förderung ermöglichen wir den realen Einsatz innovativer Wasserstofflösungen im Verkehr. Wir unterstützen Regionen, die tragfähige Strukturen aufgebaut haben und nun den nächsten Schritt gehen wollen, von der Planung hin zur praktischen Anwendung im Verkehr zu kommen. Unser Ziel ist klar: Wasserstofftechnologie in die Fläche bringen und damit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr leisten.“

HyPerformer-Regionen können übrigens mit bis zu 15 Millionen Euro gefördert werden. Bei einer Gesamtsumme von rund 30 Millionen Euro für drei Regionen wurde die Höchstsumme von 45 Millionen Euro also nicht erreicht. Wie sich die Fördersummen auf die drei Gewinner verteilen, schlüsselt das Ministerium nicht auf.

bmv.de, hy.land

6 Kommentare

zu „Bund verteilt 30 Millionen Euro an drei „Wasserstoff-Regionen““
David W
18.03.2026 um 15:17
Deutschland ist auch Technologieführer bei Verbrennungsmotoren - vermutlich auch bei Dampfmaschinen, Faxgeräten und Ölheizungen. Leider nutzt das wenig wenn die Technologie nachweißlich ineffizient, dreckig, teuer und auf absehbare Zeit obsolet ist. für 30 Mio hätte man auch den ÖPNV ausbauen und / oder Ladesäulen und Elektrobusse / LKW fördern können.
Sepp Mayr
19.03.2026 um 05:26
Auf den Punkt gebracht.
John D
19.03.2026 um 06:03
Nutzlos verbranntes Geld. Sowas wäre für Startups wie damals Sono Motors besser investiert gewesen.
Helmut
19.03.2026 um 07:59
Da wird das Geld im falschen Bereich hinterher geworfen. Das hätte man statt der Autoindustrie an andere industrielle Bereiche geben sollen.
MB15454
19.03.2026 um 08:11
Anstatt technologische Alternativen zu batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) zu verfolgen, die sich als wenig erfolgversprechend erweisen, sollte die Förderung besser in den Netzausbau investiert werden. Mit Speichersystemen, Smart Grids und intelligenten Messsystemen können die heutigen Grenzen der BEV-Technologie erheblich erweitert werden, um letztlich eine vollständige BEV-Mobilität zu ermöglichen.
Friedrich Rothe
23.03.2026 um 15:00
Friedrich Rothe Es stellt sich die Frage,, weshalb das Unternehmen hh2e laut dem MDR-Magazin EXAKT Insolvenz anmelden musste, weil die Fördermittel nicht fließen. Offenbar weiß die Linke nicht, was die Rechte tut.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert