
Designpremiere BMW i3: So sieht der elektrische 3er aus
Unter dem Namen i3 hatte BMW einst schon ein futuristisch designtes Fahrzeug im Angebot. Das einzige vollelektrische Auto aus dem „BMW project i“ neben dem PHEV-Sportwagen i8 war prägend für den Münchner Autobauer – so sehr, dass der scheidende BMW-CEO Oliver Zipse kürzlich in einem Interview die Erfahrungen aus dem „project i“ mit dafür verantwortlich gemacht hat, dass BMW heute bei der Elektromobilität besser dasteht als die deutsche Konkurrenz. Mit seiner reinen Elektro-Plattform und Carbon-Bauweise ist der i3 neue Wege gegangen, ein vier Meter langer Kleinwagen mit BMW-Logo war ohnehin neu. Bei vielen wird aber vor allem das polarisierende Design des Ur-i3 in Erinnerung bleiben.
2026 beleben die Münchner die Modellbezeichnung wieder. Und auch der neue i3 wird stilbildend für BMW sein – schließlich handelt es sich um die elektrische Interpretation der 3er Baureihe, die das Unternehmen selbst als „die Essenz der Marke BMW“ bezeichnet. Ein Design- und Technik-Experiment wie beim ersten i3 darf der neue i3 nicht sein. Beim Herz der Marke muss der erste Versuch sitzen. „Seit fünf Jahrzehnten steht diese Ikone für sportliche Fahrfreude, unverwechselbar attraktives Design und konsequenten Fortschritt. Ein Erbe, dem jede Generation der BMW 3er Reihe verpflichtet ist“, legt auch BMW die Messlatte hoch.
„Jedes Modell ist ein Abbild seiner Ära“, sagt BMW-CEO Oliver Zipse bei der Veranstaltung im „BMW-Park“ vor Journalisten, Stakeholdern und über 4.000 Mitarbeitenden – umringt von allen bisherigen Generationen der 3er-Baureihe. „Für fünf Jahrzehnte haben wir Menschen auf der ganzen Welt mit unserem 3er inspiriert.“
Was der Autobauer am Mittwoch in München präsentiert hat, ist zwar komplett neu, wirkt aber dennoch erstaunlich vertraut. Denn das jetzt enthüllte Design des Serienmodells bleibt in vielen Aspekten sehr nahe an der Studie „Vision Neue Klasse“, die schon 2023 auf der IAA vorgestellt wurde – als Ausblick auf einen elektrischen 3er. Zwar hat der iX3 auf Basis der später vorgestellten Studie „Vision Neue Klasse X“ den Vorzug erhalten und ist als erstes Serienmodell der Neuen Klasse auf den Markt gekommen. Doch das Design des i3 ist in Grundzügen schon länger bekannt.






Natürlich ist der i3 nicht 1:1 die Serienversion der Studie, bei der nur Türgriffe und konventionelle Außenspiegel angebaut wurden – jede Linie wurde angepasst, meist aber nur leicht. Die Winkel an den Fenstern und der Dachkante wirken nicht ganz so scharf, auch der schwarze Frontsplitter aus Recycling-Kunststoff ist bei der Serienversion verschwunden und ein Lufteinlass wurde unter dem Kennzeichenhalter platziert. Doch bei den prägenden Designelementen hat es sehr viel „Vision Neue Klasse“ in die Serie geschafft.
Da sind etwa die Scheinwerfer, die mit der BMW-Niere eine optische Einheit bilden. „Das Vier-Augen-Gesicht ist vertraut, aber trotzdem neu“, so der Hersteller. „BMW Niere und Doppelscheinwerfer verschmelzen als innovative Lichtsignatur zu einer ausdrucksstarken Einheit.“ Und auch am Heck ist das Design der horizontal angebrachten Rückleuchten von der Studie inspiriert, wie sich die Leuchten fast bis zum mittigen BMW-Logo ziehen. Im Detail haben sich die Designer hier aber für eine leicht andere Lösung entschieden. Auch der lange Radstand, die kurzen Überhänge und die ausgeformten Radhäuser unterstreichen nicht nur den sportlich breiten Stand, sondern sind auch typisch für einen 3er BMW.
Der „beste“ 3er wird elektrisch
Was bisher nicht typisch für einen 3er BMW ist, ist der Elektroantrieb. Aber auch das wollen die Münchner jetzt ändern und heben daher seit einer Weile in der Kommunikation hervor, dass der i3 fahrdynamisch neue Maßstäbe setzen soll. „Er nutzt bisher unerreichte Potenziale der Elektromobilität und begeistert durch ein besonders präzises, müheloses und souveränes Fahrverhalten“, so BMW. Möglich werden soll das durch den Hochleistungsrechner Heart of Joy, der zehnmal schneller als bisherige Systeme arbeitet und sämtliche Funktionen rund um das Fahrverhalten und die Antriebe steuert.
„Der i3 ist neu, aber er bleibt das, was ein 3er BMW ist und was unsere Kunden erwarten: die ultimative Fahrmaschine“, so der scheidende BMW-CEO Zipse, der den Applaus der Mitarbeitenden sichtlich genießt. „Unabhängig vom Antrieb bleibt der 3er ein Statement auf der Straße.“ Während der Veranstaltung war auch vom „besten 3er, den wir jemals gebaut haben“ die Rede – also das Vermächtnis von Zipse, der den Vorstandsvorsitz zur Hauptversammlung im Mai abgibt. Und dieses Vermächtnis, der „beste 3er“, ist nun elektrisch.
A propos Antrieb: Wie schon der iX3 wird der i3 als 50 xDrive debütieren, also mit einem Allradantrieb mit 345 kW Systemleistung und 645 Nm an maximalem Drehmoment. Wie sich der Antrieb im iX3 schlägt, können Sie hier in unserem ersten Fahrbericht nachlesen. Dabei kommen Elektromotoren der 6. Generation in der internen BMW-Zählung zum Einsatz. An der Hinterachse handelt es sich bei der Gen6 um eine SSM – also eine stromerregte Synchronmaschine. Dieses Prinzip kommt auch schon bei der Gen5 der aktuellen Modelle zum Einsatz, wurde aber für die 800-Volt-Architektur der Neuen Klasse weiterentwickelt und optimiert. Während bei den Allradmodellen mit Gen5-Antrieben eine zweite SSM an der Vorderachse saß, setzt BMW bei der Neuen Klasse mit Gen6-Antrieben hier auf eine Asynchronmaschine (ASM), bei der das Magnetfeld des Rotors per Induktion durch den Stator erzeugt wird. Diese sind in der Regel kleiner und günstiger, aber eben auch nicht ganz so effizient wie die SSM-Aggregate.
Da Elektroautos mit Allradantrieb im Alltag aber meist nur mit einem Motor unterwegs sind, sollte dieser Nachteil der ASM nicht allzu stark ins Gewicht fallen, da BMW selbst dem i3 50 xDrive eine „sehr hohe Langstreckentauglichkeit“ zuspricht. So soll die Reichweite bei bis zu 900 Kilometern nach WLTP liegen, der iX3 50 xDrive kommt hier auf bis zu 805 Kilometer. Bei den rund 900 Kilometern handelt es sich noch um eine vorläufige Angabe (den finalen Wert gibt es erst zur Weltpremiere), doch diese eindrucksvolle Reichweiten-Angabe lenkt den Blick unmissverständlich auf die Batterie.
Dazu folgender Hintergrund: Bei der Neuen Klasse ist BMW nicht nur auf eine 800-Volt-Architektur gewechselt, sondern auch von prismatischen Zellen in Modulen hin zu großvolumigen Rundzellen, die im Cell-to-Pack-Konzept ins Fahrzeug integriert werden. Sowohl beim iX3-SUV als auch bei den Flachboden-Modellen (also Limousinen und Kombis) kommen dabei 4695-Rundzellen (46 Millimeter Durchmesser, 95 Millimeter Höhe) zum Einsatz. Grundsätzlich hat BMW auch 46120-Rundzellen angekündigt, jedoch noch nicht in einem kommerziell reifen Fahrzeug verbaut.
Den genauen Energiegehalt der i3-Batterie kommuniziert BMW zwar noch nicht, aber bei der Designpremiere in München war zu erfahren, dass es sich um die identische Batterie zum iX3 handelt – und der fährt bekanntlich mit 108 kWh vor. Dass beim i3 trotzdem fast 100 km mehr Reichweite herausspringen, dürfte vor allem mit aerodynamischen Aspekten und der Effizienz zu tun haben.



















Die Schätzungen von Branchenkennern lagen mit Blick auf den i3 tatsächlich eher bei etwa 800 Kilometern Reichweite. Wenn der flachere und aerodynamischere i3 hält, was BMW jetzt in München verspricht, dann ist das auch ein Statement in Richtung Stuttgart: Bei Mercedes gibt es derzeit zwar kein direkt vergleichbares Modell – die C-Klasse mit EQ-Technologie ist noch in Arbeit. Aber es gibt den etwas kleineren CLA 250+, der mit 85 kWh Netto-Energiegehalt und einem 200 kW starken Heckantrieb auf bis zu 792 Kilometer kommt. Der CLA 350 4MATIC mit einem „nur“ 260 kW starken Allradantrieb landet schon bei 771 Kilometern im WLTP-Test. Der größere und stärkere BMW schafft da mit einem um rund 20 kWh größeren Akku etliche Kilometer mehr.
Logisch mutet an, dass der i3 auf eine vergleichbare Lade-Performance wie das SUV-Modell iX3 kommen wird. Heißt: Mit bis zu 400 kW in der Spitze kann der Strom an einem entsprechend leistungsfähigen Schnelllader in den i3 fließen, in nur zehn Minuten soll so Energie für bis zu 400 WLTP-Kilometer nachgeladen werden können. Bei 900 Kilometern WLTP-Reichweite (oder 90 Kilometern pro zehn Prozent Ladestand) bedeutet das, dass bei zehn Prozent Ladestand zum Start nach zehn Minuten der Akku schon wieder deutlich mehr als zur Hälfte gefüllt ist.
Und wie schon der iX3 wird auch der i3 bidirektionales Laden unterstützen, also Funktionen wie Vehicle-to-Load (Voraussetzung optionales AC-Laden Professional), Vehicle-to Home und Vehicle-to-Grid.
Zur Designpremiere gewährt BMW übrigens nicht nur einen Blick auf die Karosserie, sondern direkt auch in den Innenraum. Dort gibt es – nach der Weltpremiere des iX3 – aber wenig Überraschungen. Typisch für die Neue Klasse sind das auffällige Lenkrad, der zentrale Touchscreen mit angeschrägten Seiten und auch das BMW Panoramic iDrive, also das durchgängige Display-Band am unteren Ende der Windschutzscheibe.
Natürlich sind Assistenten und Connectivity in einem neuen Modell 2026 sehr wichtige Faktoren, bei BMW und speziell dem 3er legt man in München aber eben immer noch besonderen Wert auf das Fahren. „Der i3 macht viel Spaß, erst recht, wenn die Straße kurvig und herausfordernd wird“, sagt Zipse. Und das übrigens bald auch mit etwas mehr Nutzwert: Auch wenn er schon lange als gesetzt galt, hat Zipse den i3 Touring als Elektro-Kombi bestätigt.
Hinweis der Redaktion: In unserem Bericht stand zunächst, dass der BMW iX3 über Rundzellen im Format 46120 verfügt. Wir haben die Passagen korrigiert.




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