BMW i4 läuft nach i3-Premiere aus
Am Mittwoch hatte der scheidende BMW-CEO Oliver Zipse in München das Design des neuen i3 vorgestellt, einer Elektro-Limousine der Mittelklasse, die auf der BMW-eigenen Elektro-Architektur Neue Klasse basiert. Die erste Antriebsvariante, der i3 50 xDrive, bietet einen 345 kW starken Allradantrieb und dank einer 108-kWh-Batterie bis zu 900 Kilometer Reichweite – den finalen Wert hat BMW noch nicht kommuniziert. Und mit 400 kW Peak-Ladeleistung soll das 800-Volt-System in nur 21 Minuten den Akku von zehn auf 80 Prozent laden können. Die sechste Generation der BMW-Elektroantriebe bietet hier attraktive technische Daten.
BMW hat derzeit schon eine ähnlich große Elektro-Limousine im Programm, den i4. Dieser basiert auf dem 4er Gran Coupé und nutzt somit eine Mulit-Energy-Plattform und die E-Antriebe der fünften Generation. Damit kann der i4 im direkten Vergleich kaum mit dem neuen i3 mithalten: Die Batterie kommt auf maximal 81,3 kWh Energiegehalt, die Variante mit der höchsten Reichweite hat 613 Kilometer nach WLTP im Datenblatt stehen. Und mit maximal 205 kW Ladeleistung dauert der Standard-Ladevorgang 30 Minuten.
Der erst 2021 auf den Markt gekommene i4 wird also im BMW-Modellprogramm mehr oder weniger überflüssig. Daher überrascht es kaum, dass der i4 nicht mehr angeboten werden soll, wenn im August die Produktion eines bei der Karosserie vergleichbaren Modells mit überlegener Antriebstechnik beginnt – zumal sowohl der i4 als auch der neue i3 im BMW-Stammwerk München gebaut wird.
Nur wann genau der letzte i4 vom Band laufen soll, ist öffentlich noch nicht konkret bekannt. Laut Autocar endet die Produktion des i4 in München nächstes Jahr, laut InsideEVs könnte es schon Ende 2026 so weit sein. Sowohl InsideEVs als auch Autocar berufen sich dabei auf Aussagen von BMW-Vertretern am Rande der Designpremiere des i3 am Mittwoch in München.
„Der i3 ist mehr oder weniger der Nachfolger des i4. Aber ihr werdet sehen, wie sich das Portfolio in den nächsten Jahren weiterentwickelt, während unser Elektro-Angebot wächst – da kommt noch mehr. Fürs Erste ist der i3 jedoch im Grunde der Nachfolger des i4“, zitiert InsideEVs etwa den BMW-Produktchef Bernd Körber – und folgert daraus, dass das Ende des Produktlebenszyklus des i4 „nun so gut wie bestätigt“ sei. Und Autocar hat unter anderem mit BMW-Vertriebsvorstand Jochen Goller gesprochen. „Wenn man auf die letzten 20 Jahre zurückblickt, gab es immer neue Modelle, die auf den Markt kamen, und alte, die ausliefen“, wird Goller zitiert. „Und was man immer sehen wird, ist, dass die Produktionszahlen der bestehenden Modelle, in diesem Fall des i4, nach und nach sinken, während die des neuen i3 deutlich ansteigen. Aber wie bei jedem Modell war das bereits in unsere Planung eingeplant.“
Sprich: BMW erwartet, dass die Nachfrage beim i4 ohnehin bald rapide absinken wird. Anfangs wird das Gran Coupé mit der großen Fließheck-Kofferraumklappe vielleicht noch eine etwas praktischere Alternative zum i3 sein, der einen klassischen Stufenheck-Kofferraum mit kleiner Öffnung hat. Allerdings hat Oliver Zipse am Mittwoch auch den i3 Touring als praktischen Elektro-Kombi bestätigt. Spätestens dann wird der i4 also kaum noch Argumente auf seiner Seite haben.
Dauerhaft verschwinden wird die Modellbezeichnung i4 aber wohl nicht. Denn während auf den neuen i3 auch eine neue Verbrenner- und Hybrid-Generation des 3er folgen soll, arbeitet BMW offenbar auch an einer neuen 4er Reihe, laut Autocar als „stilorientiertere und dynamischere Alternative“ zum 3er. Und auch die künftigen 4er BMW sollen wohl mit verschiedenen Antriebsoptionen angeboten werden – auch elektrischen Antrieben.





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