Chery präsentiert „Rhino Battery“-Produktfamilie

Die „Rhino Battery“ des chinesischen Autobauers umfasst sowohl Zellen mit Flüssig- als auch mit Feststoffelektrolyten. Zur Vorstellung hat Chery gleich drei Modelle mit festem Elektrolyten präsentiert – und hat einen strammen Zeitplan für die Weiterentwicklung.

Chery rhino battery feststoff solid state
Bild: Screenshot des Livestreams

Die Feststoffbatterie-Serie Rhino S umfasst die Modelle S1000, S1200 und S1500. Das Unternehmen kündigte einen bedeutenden Fortschritt bei der Energiedichte von Festkörperzellen an, die nun 400 Wh/kg erreicht und eine Reichweite von über 1.500 Kilometern ermögliche. Chery strebt an, diesen Wert weiter auf 600 Wh/kg zu steigern.

Schon im Januar hatte Chery angekündigt, noch in diesem Jahr ein ersten Elektroauto mit Festkörperbatterie auf den Markt zu bringen. Im Rahmen der „Chery Automobile Battery Night 2026“ gab es dazu nun ein Update: Im vierten Quartal 2026 soll eine Hybridbatterie mit einem semi-festen Elektrolyten im Exeed EX7 debütieren, einem luxuriösen SUV-Modell. Der Exeed ES8 soll dann das erste Elektroauto mit einer „All-Solid-State-Battery“ werden – die Fahrzeugtests sollen hier innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden.

Allerdings weist etwa das Portal CarNewsChina darauf hin, dass Chery bei der gesamten Veranstaltung nur wenige Details zu der Festkörperbatterie genannt habe. So sei etwa die Laderate der neuen Rhino-Zellen mit festem Elektroylt nicht erwähnt worden. Dieses „Schweigen der Entwickler“ wird als Hinweis auf noch ungelöste Probleme gedeutet. So hatte etwa Dongfeng im Januar Winter-Tests bei extremer Kälte mit Feststoffakkus in Fahrzeugen gestartet, die Zellen sollen eine Energiedichte von 350 Wh/kg bieten. Deren Laderate liegt jedoch nur bei 1C, was aus Kundensicht für 2026 extrem langsam wäre.

Die Fahrzeugtests in den Exeed-Modellen sind zweifelsohne ein wichtiger Meilenstein, da sich so auch Belastungstests unter Realbedingungen durchführen lassen. Wie nahe die Zellen aber an einem attraktiven Serienprodukt sind, ist offen. Das Entwicklungstempo ist allerdings hoch: Alleine bei Chery sollen 1.200 Entwickler an den Feststoffzellen arbeiten, von denen laut den Angaben von der Veranstaltung 90 Prozent über einen Masterabschluss oder Doktortitel verfügen. Chery hat über zehn Milliarden Yuan (Derzeit etwa 1,3 Milliarden Euro) in die Entwicklung investiert.

Die „Rhino Battery“ umfasst wie erwähnt aber auch Zellen mit flüssigen Elektrolyten. Diese bietet Chery in drei Formaten an – als kurze Blade-Batterie mit LFP-Chemie, als prismatische Zelle mit LFP- oder NMC-Chemie und als großvolumige Rundzelle mit NMC-Kathode. Hier gibt Chery eine Lebensdauer von 5.000 Ladezyklen an und acht Minuten Ladezeit, um 500 Kilometer Reichweite nachzuladen, die CnEVPost nennt bis zu 1.200 kW an möglicher Ladeleistung – aber auch hier ohne die entscheidenden Details zum Batteriepack, um diese Informationen besser einordnen zu können.

carnewschina.com, cnevpost.com

2 Kommentare

zu „Chery präsentiert „Rhino Battery“-Produktfamilie“
ID.alist
19.03.2026 um 14:36
Zum Vergleich, die Superzellen von BYD die so schnell laden haben eine gravimetrische Energiedichte von 160Wh/kg. Ich weiß nicht was wichtiger ist, viel Verbrauchen (wegen des hohen Gewichts) dafür aber sehr schnell laden, oder ein Leichteres Auto zu haben der länger lädt aber nicht so oft.Aber Chery muss die Zellen noch in Serie produzieren.
Patrik Vokinger
11.06.2026 um 14:44
Wenn das Auto über 1000 km fährt vollgeladen, kann es beim Ferien Hotel 10 h mit 11 KW geladen werden. Zu Hause ist es für viele eh kein Problem und der Strom am billigsten. Vor allem wenn man ihn selbst produziert.

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