Berlin Battery Lab zur Forschung an Natrium-Ionen-Zellen eröffnet
In der neuen Forschungsplattform wollen BAM, HZB und HU gemeinsam neue Materialien konzipieren, innovative Zellchemien erforschen und Batterieprototypen fertigen, wie es in der Mitteilung zur Eröffnung heißt. Die Anlagen werden den drei Partnern aber nicht exklusiv zur Verfügung stehen: „Die Forschungsinfrastruktur des Berlin Battery Lab steht auch externen Partner*innen aus Wissenschaft und Industrie offen und soll den Weg von der Forschung in die Anwendung verkürzen.“
Das wurde auch schon im vergangenen Mai so angekündigt, als die drei Berliner Einrichtungen das Memorandum of Understanding zur Gründung des Batterie-Labors unterschrieben hatten. Die Idee damals wie heute: Da sich aus Sicht der drei Institutionen Berlin in den vergangenen Jahren zu einem „führenden Standort für die Batterieforschung“ entwickelt habe – insbesondere bei alternativen Zellchemien wie Natrium-Ionen oder Lithium-Schwefel-Akkus –, soll das Berlin Battery Lab als zentrale Plattform dienen, um die „komplementären Kompetenzen der beteiligten Einrichtungen“ zusammenzuführen.
Die Humboldt-Universität zählt laut der Mitteilung „zu den führenden akademischen Forschungseinrichtungen im Bereich von Natrium-Ionen-Batterien“, während das HZB seit Jahren an Lithium-Schwefel-Akkus forscht und mit „BESSY II“ über eine der weltweit leistungsfähigsten Röntgenquellen zur Untersuchung batteriechemischer Prozesse verfügt. Und die BAM verfügt über reichlich Expertise in der Batteriesicherheit und der Erforschung innovativer Energiematerialien.
Mit dem Berlin Battery Lab wollen die drei Institutionen in der Hauptstadt eine Forschungsumgebung schaffen, die Grundlagenforschung, Materialentwicklung, Zellfertigung und Sicherheitstests an einem Standort systematisch zusammenführt. „Damit schließt das Berlin Battery Lab eine wesentliche Lücke auf dem Weg zur industriellen Anwendung“, teilt die BAM mit. „Insbesondere Start-ups und technologieorientierte Unternehmen sollen profitieren: Das Labor ist offen für Kooperationen und soll die Entwicklung lokal produzierter, nachhaltiger Batterietechnologien maßgeblich unterstützen.“
Das Land Berlin unterstützt das neue Labor in den Jahren 2026-2028 mit rund 2,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). „Das Berlin Battery Lab steht beispielhaft für die Stärke Berlins, Spitzenforschung und technologischen Bedarf gezielt zusammenzuführen – in enger Kooperation dreier herausragender Akteure und auf direktem Wege von der Forschung in die Anwendung“, sagt etwa die zur Einweihung anwesende Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra. „Batterieforschung ist eine Schlüsseltechnologie in der High-Tech-Agenda. Das Berlin Battery Lab stärkt die technologische Souveränität Deutschlands, indem es Abhängigkeiten von kritischen Rohstoffen reduziert und die Resilienz zentraler Wertschöpfungsketten erhöht.“
Ulrich Panne, Präsident der BAM, ergänzt: „Viele neue Batterietechnologien werden maßgeblich in Deutschland erforscht, finden aber nicht schnell genug den Weg in die Anwendung. Genau hier setzt das Berlin Battery Lab an: Wir bringen in Berlin Forschung, Entwicklung und Zellbau zusammen, berücksichtigen dabei Sicherheitsaspekte und Regelsetzung, um nachhaltige Innovationen in die Praxis zu bringen.“





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