Skoda bringt LFP-Batterien in Elroq und Enyaq

Die tschechische VW-Marke Skoda hat den neuen Modelljahrgang seiner Elektroautos Elroq und Enyaq vorgestellt. Zu den Änderungen gehören unter anderem der schon von anderen MEB-Modellupdates bekannte neue LFP-Akku für die Basisvarianten Elroq 60 und Enyaq 60 – und eine deutlich höhere Anhängelast mit dem großen Akku.

Skoda elroq enyaq my
Skoda Elroq (links), Skoda Enyaq Coupé (rechts)
Bild: Skoda

Nachdem Ford bereits seine MEB-Modelle Explorer und Capri in den Basisversionen auf die neue Batterie-Antriebs-Kombination umgestellt und Cupra das mit dem Facelift des Born ebenfalls angekündigt hat, zieht auch Skoda bei seinen beiden MEB-Modellen nach. Im Elroq 60 und Enyaq 60 sind also künftig ebenfalls LFP-Zellen verbaut, die auf einen Brutto-Energiegehalt von 61 kWh kommen – davon sind 58 kWh netto nutzbar. Angeboten wird der LFP-Akku mit dem neuen Elektromotor APP350, der den APP310 ersetzt. Dieser bietet nicht nur die namensgebenden 350 Nm Drehmoment, sondern ist auch effizienter als der Vorgänger. Die Leistung sinkt aber (vermutlich aufgrund der LFP-Batterie) etwas auf noch 140 kW.

Die Reichweiten der neuen 60er Modelle nennt Skoda in der Mitteilung noch nicht, wohl aber die Fahrleistungen. Der Elroq 60 kann in 8,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen, der größere Enyaq braucht dafür eine Zehntelsekunde länger – bei 160 km/h ist bei beiden Modellen Schluss. Auch die Lade-Performance mit bis zu 105 kW Ladeleistung und einer Dauer von 26 Minuten für den Lade-Hub von zehn auf 80 Prozent ist identisch. Ebenso die für MEB-Modelle bekannte Anhängelast von 1.000 Kilogramm bei zwölf Prozent Steigung und 1.200 Kilogramm bei acht Prozent Steigung.

Nur einige Allrad-Modelle wie etwa der VW ID.7 GTX kamen hier bisher auf eine höhere Anhängelast von bis zu 1,8 Tonnen. Das ändert sich jetzt aber offenbar, zumindest für die Modelle mit dem großen Akku, der bei Skoda unter der Bezeichnung 85 angeboten wird. Dabei handelt es sich um die lange bekannte MEB-Batterie mit NMC-Zellen, die auf 82 kWh brutto bzw. 77 kWh netto. In der Mitteilung hebt Skoda zwar einige weitere Änderungen zum neuen Modelljahr hervor (gleich dazu mehr), die signifikante Änderung bei der Anhängelast wird jedoch nur in zwei Tabellen versteckt.

Elroq 60Elroq 85Elroq 85xElroq RS
Kapazität (brutto/netto)61/58 kWh82/77 kWh82/77 kWh82/77 kWh
Ladeleistung 105 kW165 kW165 kW165 kW
Ladezeit 10-80%26 min29 min29 min29 min
Leistung140 kW210 kW220 kW250 kW
Höchstgeschwindigkeit160 km/h180 km/h180 km/h180 km/h
0-100 km/h8,5 s6.6 s6.2 s5.4 s
Anhänglast – 12 %/8 %1.000/1.200 kg1.800/1.800 kg1.800/1.800 kg1.800/1.800 kg
Enyaq 60 (Coupé)Enyaq 85 (Coupé)Enyaq 85x (Coupé)Enyaq RS (Coupé)
Kapazität (brutto/netto)61/58 kWh82/77 kWh82/77 kWh82/77 kWh
Ladeleistung105 kW165 kW165 kW165 kW
Ladezeit 10-80%26 min29 min29 min29 min
Leistung140 kW210 kW220 kW250 kW
Höchstgeschwindigkeit160 km/h180 km/h180 km/h180 km/h
0–100 km/h8.6 s6.6 s6.3 s5.4 s
Anhänglast – 12 %/8 %1.000/1.200 kg2.000/2.000 kg2.000/2.000 kg2.200/2.200 kg
Stützlast88 kg88 kg88 kg88 kg

So kommen sämtliche Modellvarianten des Elroq mit dem 85er-Akku jetzt auf 1,8 Tonnen Anhängelast (bei acht und zwölf Prozent Steigung), unabhängig vom Antrieb. Der Elroq 85 verfügt über einen 210 kW starken Heckantrieb, der Elroq 85x über einen 220 kW starken Allrad und der Elroq RS über einen 250 kW starken Allrad. Und beim Enyaq 85 sowie Enyaq 85x (auch als Coupé) sind glatte zwei Tonnen Anhängelast vermerkt, beim Enyaq RS sogar 2.200 Kilogramm – was der bisher höchste Wert für ein MEB-Modell ist. Für einige Kunden dürfte das eine spürbare Verbesserung sein, falls die Anhängelast bisher ein KO-Kriterium bei der Fahrzeugwahl dargestellt hat.

Mit dem kommenden Modelljahr, das im Sommer auf den Markt kommen soll, erhalten beide Skoda-Modelle auch ein verbessertes, Android-basiertes Infotainmentsystem. „Dieses bietet ein neues Design, einen überarbeiteten Startbildschirm, ein neues Rasterlayout, Favoriten und eine erweiterte Suchfunktion sowie verbesserte Personalisierungsoptionen für eine intuitivere Bedienung. Das Infotainmentkonzept der nächsten Generation ist Teil einer optimierten Bordplattform, die mit der aktuellen Produktionsserie eingeführt wurde“, erklärt Skoda. Das heißt aber auch: Diese Neuerungen gibt es nur für neu produzierte Fahrzeuge und nicht für den Bestand per Update.

Zudem ist Skodas Ladeservice „Powerpass“ nun direkt in das Navigationssystem integriert. Er zeigt Bewertungen und Preise von Ladestationen an und ermöglicht per Plug&Charge die Ladeautorisierung direkt über den Navigationsbildschirm. In der „MyŠkoda“-App können neben der Ladeübersicht und -historie auch Fahrdaten inklusive Energieverbrauch eingesehen werden. Und auch Vehicle-to-Load (V2L) ist dann verfügbar: Über einen Adapter aus dem Ladeanschluss oder einer 230-Volt-Steckdose im Kofferraum können externe Geräte mit Strom aus dem Antriebsakku versorgt werden. Bei beiden Modellen ist unter der Fronthaube mit dem Upgrade auch ein 21 Liter großer Frunk verbaut, in dem etwa das AC-Ladekabel verstaut werden kann.

Neue Eckradarsensoren in den vorderen und hinteren Stoßfängern verbessern den Kreuzungsassistenten an komplexen Kreuzungen mit eingeschränkter Sicht und erkennen von der Seite herannahende Autos, Motorräder, Fahrräder und E-Scooter. Eine neue Innenraumkamera im Gehäuse des Rückspiegels ermöglicht eine verbesserte Aufmerksamkeits- und Müdigkeitsüberwachung per Blickverfolgung. Das Außenlichtmanagement bietet eine Zwischenstufe für schlechte Lichtverhältnisse am Tag (z. B. bei starker Bewölkung, Dämmerung oder Morgengrauen), bei der die Rückleuchten zusätzlich zum Tagfahrlicht aktiviert werden.

Preise nennt Skoda noch nicht.

skoda-storyboard.com

13 Kommentare

zu „Skoda bringt LFP-Batterien in Elroq und Enyaq“
Karl Heinz Kirchhoff
24.03.2026 um 13:33
Gleiche PS Zahl wie im Elroq ist doch lächerlich. So ein Fahrzeug braucht doch mindestens 300 bis 350 PS.
Stephan K.
26.03.2026 um 16:33
Mit dieser Einstellung ist man bei Skoda falsch - besser mal bei Cupra vorbeischauen.
ChriBri
25.03.2026 um 08:03
Nein, so ein Fahrzeug mit der anvisierten Käufergruppe braucht mindestens 500, besser 700 PS, natürlich zum gleichen oder niedrigeren Preis,… dann zufrieden?
Volker
24.03.2026 um 15:08
sorry, das ist Quatsch. Fahre den "alten" Enyaq 80x seit 4 Jahren und habe noch nie zu wenig Leistung gehabt.
harry
24.03.2026 um 13:52
Warum wird weder der Verbrauch noch die Reichweite genannt, wenn man schon so betonen muss, dass der APP350 effizienter sei? Auffällig ist jedenfalls, dass sich die Beschleunigung von 8,0 auf 8,5 Sekunden deutlich verringert. Die Ladezeit der Großen Akkus verlängert sich um 3 Minuten. Na - hoffentlich wird auch am Preis gespart.
Lukas P
24.03.2026 um 14:32
Gute Nachrichten und Meilensteine in der VW-E-MobilitätDas Thema Anhängelast ist damit durch, andere MEB-Modelle ziehen hoffentlich mit dem nächsten Facelift nach. Andere Hersteller werden wahrscheinlich die Vorsicht auch überwinden und nachziehen.Endlich ein Frunk im MEB, zugegeben nicht der größte, aber solange das Ladekabel reinpasst, reicht es allemal.
Marco
06.04.2026 um 12:53
Absolut, das ist nun TDI Niveau, da war VW auch immer gut z.B. Golf mit 1800kg.Werden die erhöhten Anhängelasten auch bei VW und Cupra ins MJ2027 einziehen? Weiß man da schon was?
Thomas Höke
24.03.2026 um 15:18
Standardmäßig wird auch nicht auf eines der Lieblingsthemen des Chefredakteurs eingegangen: Konditionen der Bidirektionalität. Diese ist momentan vergleichsweise unbrauchbar.
Andreas J.
24.03.2026 um 20:09
Die Chinesen machen es besser und billiger als
Branchenkenner
26.03.2026 um 18:57
Bis zur Kompaktklasse ist das in jedem Falle nicht der Fall. Und in der Mittelklasse sind mit BMW und Mercedes, sowie nit den bald geupdateten Audis super Konkurrenz. Auch in der Oberklasse kann die deutsche Automobilindustrie vorlegen. Einzig: Der Preis ist halt höher. So ist das mit Markenprodukten und Produktion in Europa.
Stephan K.
26.03.2026 um 17:19
Glückwunsch, dann kaufen Sie sich einen Chinesen und haben Spaß daran. Ich selbst bin da anderer Meinung, und werde mir auch aus politischen Gründen sicher nie einen Chinesen kaufen.
Tim N.
25.03.2026 um 17:50
1 kg Mehl... jetzt mit 905 Gramm Inhalt.Das Marketing bleibt seiner selbst gewählten Realitäts- und Ingenieurwissenschaftsferne treu... aber so kennen wir das schon länger in Deutschland. Die angeblichen "Durchschnittsverbräuche" waren ja auch immer nur völlig unrealistisch niedrige Normverbräuche.
Branchenkenner
26.03.2026 um 18:58
Verwirrter Kommentar, wo ist da der Zusammenhang zur guten MEB+ Plattform aus dem Volkswagenkonzern? Oder sprichst du über eine andere Firma, eine mit einem T?

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