
Smart Concept #2: Was lange währt…
Es gibt Autos, bei denen reicht nur ein Schatten der Silhouette aus, um zu erkennen, um welches Modell es sich handelt. Beim Porsche 911 etwa. Oder anderen ikonischen Sportwagen von Ferrari, Lamborghini und Co. Sie sind unverwechselbar. Und auch beim Smart Fortwo war das Design einzigartig.
So ist auch das Fahrzeug, das Smart jetzt in China vor der dortigen Automesse in Peking enthüllt hat, sofort als Nachfolger des Fortwo zu erkennen. Die Silhouette. Die Front. Die Scheinwerfer. Alles erinnert an den legendären Kleinwagen mit zwei Sitzen, der einst von Mercedes-Benz entwickelt wurde. Die Marke Smart ist längst ein Joint-Venture der Schwaben mit Geely, die Chinesen haben in der Zusammenarbeit aufgrund der Mehrheitsverhältnisse das Sagen. Das Design steuert aber immer noch Mercedes bei. Und die Verantwortlichen haben sich dabei erfreulich stark am „Original“ orientiert – ohne ein reines Retro-Design zu entwerfen.
Beim „Smart Global Brand Event“ in Peking standen die Marke und das Design des Fahrzeugs im Vordergrund. Nach einigen Design-Skizzen und veröffentlichten Teasern (mit dem Schatten der ikonischen Silhouette) gab es dabei auch das erste physische Designmodell des kommenden #2 zu sehen. Genau das ist der Haken: Bei dem lange erwarteten Fahrzeug handelt es sich noch um eine Designstudie, die Weltpremiere des Serienfahrzeugs soll erst im Oktober in Paris auf dem dortigen Autosalon erfolgen.
Dennoch gibt Smart schon einige Hinweise zur Technik: Der #2 soll auf der neu entwickelten ECA-Plattform basieren, der „Electric Compact Architecture“. Diese soll trotz einer Fahrzeuglänge von gerade einmal 2,79 Metern Platz für einen Akku bieten, der groß genug ist, um auf eine Reichweite von „fast“ 300 Kilometern zu kommen. Für Großstädter ohne eigene Wallbox ebenfalls nicht ganz unrelevant: Eine Schnellladung von zehn auf 80 Prozent soll weniger als 20 Minuten dauern. Eine Vehicle-to-Load-Funktion soll die Flexibilität im „modernen urbanen Lebensstil“ erhöhen, auch wenn der Nutzwert aufgrund der vermutlich doch begrenzten Akku-Größe eher überschaubar sein dürfte.











Dafür hat Smart an anderer Stelle auf den Nutzwert geachtet: Wie schon seine Vorgänger folgt auch der #2 der „Rad-an-den-Ecken“-Anordnung. Obwohl der #2 weniger als 2,80 Meter lang ist, soll mit den möglichst weit in den Ecken platzierten Rädern der Platz im Fahrzeug optimal ausgenutzt werden. Gleichzeitig ist der Lenkeinschlag noch groß genug, um in Verbindung mit dem geringen Radstand einen Wendekreis von gerade einmal 6,95 Metern zu erreichen. Das ist ein Spitzenwert und dürfte das Rangieren in der Stadt und in engen Parklücken enorm erleichtern.
Zur Designsprache gibt Smart an, dass man dem Ansatz „Funktion wird Mode“ gefolgt sei, damit das Stadtauto „über bloße Nützlichkeit hinaus“ gehe. „Reduziert auf das Wesentliche, dient die klare und kompakte Silhouette als ideale Grundlage für Individualität. Großzügige Formen, eine markante Zweifarbpalette aus Mattweiß und Warmgold sowie edle Lederapplikationen unterstreichen dies, während versteckte, unerwartete Details spielerisch unter transparenten Oberflächen zum Vorschein kommen“, so der Autobauer. Die Rede ist von der „Neuerfindung des ultimativen Zweisitzers im Stadtverkehr“.
„Für mich persönlich ist es ein ganz besonderer Moment, das Smart Concept #2 als ersten konkreten Ausblick auf die Neugestaltung unseres legendären Zweisitzers zu präsentieren. Das globale Markenevent markiert einen wichtigen Startpunkt für dieses neue Kapitel von Smart, das in diesem Herbst in Europa seinen Höhepunkt erreichen wird“, sagt Wolfgang Ufer, CEO von Smart Europe. „Das Concept #2 vereint die Kreativität und Leidenschaft unseres Mercedes-Benz Designteams und bietet eine klare Vision der zukünftigen Qualitäten des Smart #2. Es ist ein Fahrzeug, das von der Art und Weise geprägt ist, wie europäische smart Kunden leben und sich fortbewegen – mühelos, agil und effizient.“
Zur Design-Premiere lässt Smart offiziell aber einen wichtigen Punkt offen: den Preis. Zu hören ist aber, dass sich der neue Elektro-Zweisitzer auch hier an seinem Vorgänger orientieren dürfte. Und der hat zuletzt als Fortwo EQ 21.490 Euro gekostet. Auch wenn der #2 nicht mehr in Frankreich, sondern in China gebaut wird, dürfte sich der Einstiegspreis in diesen Regionen bewegen.




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