Autonomes E-Shuttle BumbleB wird in Fraunhofer-Projekt in Stuttgart erprobt

Der Entwicklungsdienstleister Bertrandt stellt sein autonomes E-Shuttle BumbleB für das Forschungsprojekt IZSMO von Fraunhofer IAO und Hochschule Esslingen bereit. Es soll im Campus-Verkehr des Fraunhofer-Institutszentrums Stuttgart sowie zwischen dessen Gelände und einer S-Bahn-Station getestet werden.

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Bild: Fraunhofer IAO/Gabriel Parsyak

Das Projekt IZSMO, kurz für Institutszentrum Stuttgart Mobility, widmet sich der betrieblichen Mobilität und will die Arbeitswege der Mitarbeiter des Fraunhofer IZS verbessern. Dabei soll der bislang stark Pkw-lastige Pendelverkehr messbar klimafreundlicher, komfortabler und effizienter gestaltet werden. IZSMO kombiniert dabei verschiedene Verkehrsträger.

Dabei wird ein Teil der knapp 700 Pkw-Stellplätze auf dem Fraunhofer-Gelände zu einem Mobility Hub umgewandelt. Dort stehen künftig kostenlose Sharing-Fahrräder, ein Hopper (zweisitziges Kabinenfahrrad mit Kofferraum), Lastenräder und E-Scooter, Abstellflächen für private Fahrräder, eine Ladeinfrastruktur für Mikromobilität, eine Fahrradservicestation sowie smarte Schließfächer für Helme und Taschen bereit. Außerdem werden Fahrgemeinschaften gefördert: Reservierte Stellplätze und die Plattform „Stuttgart fährt mit“ sollen die Bildung von Fahrgemeinschaften unter den Mitarbeitenden fördern.

Technisches Highlight ist aber das autonome Elektro-Shuttle BumbleB, das der Entwicklungsdienstleister Bertrandt im Herbst vorgestellt hatte.  Seit Mitte April pendelt der Minibus zunächst probeweise über den IZS-Campus. Perspektivisch soll BumbleB dann aber autonom und barrierefrei im Realbetrieb die Strecke zwischen IZS-Campus und der S-Bahn-Station „Universität“ fahren, wobei sowohl Mitarbeiter als auch Besucher das E-Shuttle kostenlos nutzen können sollen. Der bisherige Fußweg vieler Fraunhofer-Mitarbeiter zwischen der S-Bahn-Station und dem Fraunhofer IZS von rund 15 Minuten soll sich dadurch erheblich verkürzen, wobei die Organisatoren des Projekts noch keine genaue Zeitersparnis nennen.

„Das Projekt IZSMO liefert damit erstmalig einen wegweisenden Baustein für die zukünftige Typenzulassung autonomer Shuttles im öffentlichen Nahverkehr“, sagt Christopher Legner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Esslingen. Philipp Franke, Abteilungsleiter im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, ergänzt: „Unser Ziel ist klar: Baden-Württemberg geht beim autonomen Fahren den nächsten Schritt – weg von einzelnen Projekten, hin zur breiten Anwendung. So schaffen wir die Grundlage für die zukünftige Mobilität und stärken zugleich nachhaltig unsere heimische Automobilwirtschaft. Gerade mit Blick auf den absehbaren Fahrermangel im öffentlichen Verkehr ist es entscheidend, neue Mobilitätslösungen voranzubringen. Das sichert verlässliche Angebote im städtischen wie im ländlichen Raum und ermöglicht Mobilitätsfreiheit für alle, auch mobilitätseingeschränkte Menschen.“

Das Projekt IZSMO wird vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und der Hochschule Esslingen geleitet. Gefördert wird es durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). IZSMO ist dabei zugleich Teil der Initiative „mobil gewinnt“ für betriebliches Mobilitätsmanagement des Bundesverkehrsministeriums.

fraunhofer.de

4 Kommentare

zu „Autonomes E-Shuttle BumbleB wird in Fraunhofer-Projekt in Stuttgart erprobt“
Tobias
02.05.2026 um 11:32
Die Frage ist ob noch immer ein Sicherheitsfahrer benötigt wird. Diese Projekte gibt es bei uns schon seit gefüllt 5 Jahren. Langsam muss der nächste Schritt gegangen werden und die Fahrzeuge muss ohne menschlichen Aufpasser unterwegs sein. Austesten kann man es auch lassen und einfache die fertigen Produkte aus China und den USA kaufen....
Alexander
15.05.2026 um 19:18
Es gab bereits vor über 10J. erste ähnliche Projekte, die alle meisten mussten aus diversen Gründen eingestellt werden. Nun nehmen wir einen neuen Anlauf und ja, wir stehen (schon wieder) am Anfang, unsere Ziele sind groß, geben Sie uns bitte eine Chance :)Und nein, kaufen im Ausland ist keine Option, damit kauft man eine sehr teure Abhängigkeit ein, digitale Souveränität muss unser Ziel sein.
Matthias
04.05.2026 um 12:04
Die Frage ist ob so ein Pendelfahrzeug (gibt es eigentlich keine deutschen Bezeichnungen mehr?) deutlich schneller ist als ein Fußgänger der direkt zu seinem Ziel geht? Auf jeden Fall muss es passend zu Ankunft und Abfahrt der S-Bahn verkehren. Übrigens sind die Max-Planck-Institute in Büsnau noch weiter weg vom Schuss, dorthin könnte die Strecke erweitert werden.
Alexander
15.05.2026 um 19:21
Wir fahren heute mit 15km/h, mittelfristiges Ziel sind 25km/h, langfristig werden 60km/h angestrebt. Ist keine Frage der Technik, ist rein Kostenthema. Unser Ziel ist es bezahlbares Autonomes Fahren auf die Straße zu bringen.

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