Verkehrsministerium fördert Nutzfahrzeug-Lader mit einer Milliarde Euro

Das Bundesverkehrsministerium fördert den Aufbau von Ladeinfrastruktur für Batterie-elektrische schwere Nutzfahrzeuge. Die neue Förderrichtlinie richtet sich sowohl an Unternehmen, die Ladeinfrastruktur im eigenen Depot errichten, als auch an Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte. Zum Start gibt es gleich drei separate Förderaufrufe.

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Bild: Volvo Trucks

Über vier Jahre stehen für die Förderrichtlinie insgesamt eine Milliarde Euro bereit, wie das Bundesministerium für Verkehr (BMV) mitteilt. Mit der Förderung will das BMV dazu beitragen, dass die nötige Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge bereitsteht, um den Markthochlauf zu unterstützen. Denn das Ministerium schreibt den Batterie-elektrischen Lkw das Potenzial zu, „den Transportsektor deutlich klimafreundlicher und auch robuster gegenüber fossilen Energiekrisen zu gestalten“.

Mit der jetzt vorgestellten Förderrichtlinie setzt das BMV eine der zentralen Maßnahmen des Masterplans Ladeinfrastruktur 2030 um, mit der die Anzahl der Nutzfahrzeug-tauglichen Ladepunkte im öffentlichen Bereich und in den Depots spürbar erhöht werden soll. Neben der Ladeinfrastruktur an sich sind auch der erforderliche Netzanschluss, Batteriespeicher und Ladelastmanagementsysteme förderfähig.

In einer ersten Runde werden für drei separate Förderaufrufe insgesamt 200 Millionen Euro, also ein Fünftel des Gesamt-Budgets, zur Verfügung gestellt. „Über 2026 hinaus wird es während der vierjährigen Laufzeit der Förderrichtlinie weitere, an die jeweilige Marktsituation angepasste Förderaufrufe geben“, so das Ministerium. „Bei den wettbewerblichen Auswahlverfahren wird das zentrale Priorisierungskriterium der Fördereuro je aufgebaute Ladeleistung sein.“

Die drei erste Förderaufrufe kurz im Einzelnen:

  • Förderaufruf nicht-öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für kleine und mittlere Unternehmen: Hier geht es um Ladepunkte für die betriebseigenen Fahrzeuge oder einen eingeschränkten Nutzerkreis. Anträge können ab dem 05. Juni 2026 gestellt werden. Die Bewilligung der pauschalen Förderung erfolgt in der Reihenfolge der Antragseingänge, es gibt kein Auswahlverfahren. Pro Ladepunkt müssen mindestens 50 kW Leistung errichtet werden, jede installierte kW wird mit 500 Euro netto gefördert.
  • Förderaufruf nicht-öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für alle Unternehmen: Hier geht es um Ladepunkte für die betriebseigenen Fahrzeuge oder einen eingeschränkten Nutzerkreis. Anträge können vom 26. Mai bis zum 07. Juli 2026 eingereicht werden. Die Bewilligung erfolgt im Anschluss und nach Abschluss des wettbewerblichen Auswahlverfahrens. Pro Ladepunkt müssen mindestens 50 kW Leistung errichtet werden, jede installierte kW wird mit 500 Euro netto gefördert.
  • Förderaufruf öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur: Hier geht es um Ladepunkte an Rastanlagen, Ladehubs oder an öffentlichen Umschlagplätzen. Anträge können vom 26. Mai bis zum 07. Juli 2026 eingereicht werden. Die Bewilligung erfolgt im Anschluss und nach Abschluss des wettbewerblichen Auswahlverfahrens. Pro Ladepunkt müssen mindestens 100 kW Leistung errichtet werden, jede installierte kW wird mit 500 Euro netto gefördert.

Unternehmen, die an der Förderung interessiert sind, können am 19. Mai an einer kostenfreien Online-Veranstaltung teilnehmen, um sich über die Bedingungen zu informieren und Fragen zu stellen. Die Online-Veranstaltung wird von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur organisiert und gemeinsam mit dem Projektträger Jülich umgesetzt – den Link zur Anmeldung finden Sie am Ende des Textes. Auch zu den drei Förderaufrufen soll es detaillierte Webinare geben, diese sind für den 2. und 3. Juni angesetzt.

„Der schwere Straßengüterverkehr ist unverzichtbar für den Wirtschaftsstandort Deutschland – zugleich steht er vor der Aufgabe, klimafreundlich zu werden. Mit unserem milliardenschweren Förderprogramm schaffen wir jetzt die Voraussetzungen für einen zügigen  Ausbau der Ladeinfrastruktur und erleichtern Speditionen sowie Logistikunternehmen den Umstieg auf Batterie-elektrische Nutzfahrzeuge“, sagt Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). „Unternehmen, die ihre Depots mit Ladepunkten ausstatten wollen, unterstützen wir ebenso wie  Investoren, die öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge errichten. Klar ist: Elektromobilität im schweren Straßengüterverkehr kann nur mit einer leistungsfähigen Infrastruktur erfolgreich sein – genau hier setzen wir mit unserer Förderung an.“

Parallel zu der Förderung von Ladeinfrastruktur unterstützt das BMV auch Wasserstoff-Tankstellen und -Lkw. Die  Antragsfrist des im Januar gestarteten Förderaufrufs sollte eigentlich Ende Mai auslaufen, wurde aber kürzlich bis Ende Juni verlängert – aufgrund des „bundesweit sehr großen Interesses am Förderaufruf“.

bmv.de, now-gmbh.de (Anmeldung 19. Mai), ptj.de (Details)

5 Kommentare

zu „Verkehrsministerium fördert Nutzfahrzeug-Lader mit einer Milliarde Euro“
Jörg
04.05.2026 um 13:41
Ich hoffe diesmal wird bei der Förderung öffentlicher Ladeinfrastruktur auch mal der Schamlosen Bereicherung ein Riegel vorgeschoben - sonst bleiben die geförderten Ladepunkte genau so ein Rohrkrepierer als das Deutschland-Netz… gerade die Logistik ist extrem preissensibel, so Abzockmodelle mit 80ct/kwh funktionieren vielleicht bei unbedarften Privaten oder Flottenkunden denen der Preis egal ist - der LKW-Fahrer wird ordentlich eine auf den Deckel bekommen wenn er mal ein paar Cent zu teuer läd!
xfh
04.05.2026 um 15:51
Top! Vielleicht wird dieser Aufruf ja aufgrund "bundesweit sehr kleinen Interesses" früher geschlossen :D
Adrian Zierer
05.05.2026 um 09:05
Wenn das Ihre ernsthafte Meinung zu diesem Thema ist, verkennen Sie die derzeitige Entwicklung und „Interesse“ in diesem Zusammenhang. Der Schwerlastverkehr wird deutlich schneller elektrifiziert sein, als das im Pkw-Bereich der Fall war und ist. Weil dieser Wandel eben nicht ideologisch aufgeladen ist, sondern wirtschaftlich Sinn macht. You will see! :-)
Alhard von Nordenskjöld
05.05.2026 um 10:30
Aha. Lader in MfH müssen sich mit 1.500€ Förderung begnügen, was ca. 30% der Investition entspricht. Ein "Schnell-Lader" (50 kW) im gewerblichen Bereich erhält 25.000€ Förderung, also Faktor 17. Das wäre nur verhältnismäßig, wenn der Lader ca. 80.000€ kostet und auch 17-mal soviel (Öko)-Strom fließt. Beides möchte ich bezweifeln.
Ulrich Wachter
11.06.2026 um 16:24
Wenn eine Spedition eine 200 kW Säule installiert liegen die Kosten schnell bei 80.000 - 100.000€ . Am Ende fließen dort am Tag dann aber auch gut und gerne 400-500 kWh drüber, während an der 11 kW Wallbox vielleicht 30-40 kWh fließen. Somit passt das Verhältnis ja wieder einigermaßen.

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