Ikarus gewinnt Elektrobus-Ausschreibung in Nordmazedonien
Das nordmazedonische Verkehrsministerium hatte wie berichtet erst Ende Februar eine Ausschreibung elektrische Solobusse gestartet und Angebote nur bis Ende März entgegengenommen. Dabei sollte die Reichweite der E-Busse mindestens 325 Kilometer betragen und die Batterie musste demnach eine Mindestkapazität von 360 kWh aufweisen. Die 150 E-Busse sollten dabei im Gesamtpaket mit 75 Ladestationen mit einer Leistung von mindestens 120 kW angeboten werden. Eine vierjährige Garantie auf die Busse und Batterien sowie eine zehnjährige Ersatzteilversorgung rundeten die Anforderungen ab.
Den Zuschlag für den Auftrag hat nun Ikarus erhalten – und damit ein Unternehmen, das vor allem früheren DDR-Bürgern ein Begriff sein dürfte. Denn der ungarische Hersteller exportierte einst über 30.000 Busse in die DDR, und zwar sowohl Stadtbusse als auch Reisebusse. Nach der politischen Wende im Ostblock begann der Niedergang des Unternehmens, der 2007 in einer Insolvenz mündete. 2010 begann dann der Wiederaufbau von Ikarus. Und seit rund fünf Jahren hat Ikarus auch Elektrobusse namens Ikarus 120e im Portfolio, von denen aktuell zwei Einheiten im thüringischen Meiningen im Einsatz sind sowie eine Einheit gerade von der Chemnitzer Verkehrs-AG für 30 Monate getestet wird.
Nun also die Bestellung aus Nordmazedonien, die den größten Einzelauftrag für Elektrobusse in der Firmengeschichte von Ikarus darstellt. Konkret ging der Auftrag dabei an die Tochtergesellschaft Electrobus Europe, die sich um die Auslieferung der 150 E-Busse und 75 Ladestationen nach Nordmazedonien kümmern wird. Etwa 100 dieser Elektrobusse sollen in der Hauptstadt Skopje eingesetzt werden, während die restlichen 50 auf andere Städte verteilt werden.
Bei dem Modell, das Ikarus nach Nordmazedonien liefern soll, handelt es sich um den Ikarus 120e V4, also die neueste Version des Ikarus 120e. Dieser Solobus ist 12,9 Meter lang und bietet je nach Batteriekonfiguration (LFP) eine Reichweite von 350 bis 580 km.
„Die Möglichkeit dieses herausragenden Auftrags nach Volumen zeigt eine starke Bestätigung der technischen Kompetenz und internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Ikarus und ist ein wichtiger Meilenstein in der erfolgreichen Umsetzung der Marktstrategie unseres Unternehmens, mit der wir unsere Position auf dem Elektrofahrzeugmarkt in Mittel- und Südosteuropa stärken. Wir sind besonders stolz darauf, dass unser Angebot auf der Zusammenarbeit mehrerer Nationen und Kulturen aufbaut und wir uns an den entscheidenden Punkten der Umsetzung auf die Fachkompetenz lokaler nordmazedonischer Unternehmen stützen können“, sagt János Hunor Kelemen, Vertriebsdirektor der Ikarus-Gruppe.





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