Porsche will Batterie-Tochter Cellforce komplett dicht machen
Die Cellforce Group wurde einst als Joint Venture von Porsche und Customcells gegründet, um maßgeschneiderte Hochleistungs-Zellen für die Ansprüche der Elektro-Sportwagen von Porsche zu entwickeln und zu fertigen. 2023 hat Porsche Cellforce aber komplett übernommen und die Ambitionen zunächst erhöht, nur um im April 2025 eine Kehrtwende zu vollziehen und die Aktivitäten von Cellforce im August 2025 dann fast komplett zu stoppen. Damals mussten angeblich 200 von 290 Mitarbeitern gehen, wobei das Personal das Angebot bekommen sollte, zur VW-Tochter PowerCo nach Salzgitter zu wechseln.
Seitdem ist die Belegschaft von Cellforce in Kirchentellinsfurt noch weiter geschrumpft, betroffen sind laut Porsche jetzt noch 50 Mitarbeiter. Dazu heißt es von Porsche nur kurz und bündig: „Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Porsche AG mit einer technologieoffenen Antriebstrategie besteht für die Cellforce GmbH keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr. Die Geschäftsleitung wird daher Gespräche mit dem Betriebsrat zur Schließung des Unternehmens aufnehmen.“
Erst vor wenigen Tagen hatte Porsche einen Abnehmer für seine Beteiligung an der kroatischen Rimac Group sowie dem Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac gefunden, und zwar ein Konsortium unter Führung des Finanzinvestors HOF Capital, hinter dem die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris steht. Dies begründete Porsche-Chef Michael Leiters damit, dass man sich aufs Kerngeschäft konzentrieren wolle.
Die gleiche Schallplatte spielt das Unternehmen nun auch im Falle von Cellforce. Porsche-CEO Leiters sagt: „Porsche muss sich wieder auf sein Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung. Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten – auch bei unseren Tochtergesellschaften.“
Neben Cellforce, wo es „nur noch“ um 50 Jobs geht, kommt auch die weit größere Porsche eBike Performance GmbH mit 350 Mitarbeitern wegen „grundlegend veränderter Marktbedingungen“ unter die Räder. Die geplante Betriebsschließung des Spezialisten für E‑Bike-Antriebssysteme betrifft die beiden Standorte in Ottobrunn und Zagreb. Damit schneidet Porsche zugleich einen weiteren Zopf seiner Verpflechtung mit Rimac ab, denn zu Porsche eBike Performance gehörte zwischenzeitlich auch der einst ebenfalls von Mate Rimac gegründete E-Bike-Hersteller Greyp.
Zudem gehen auch die Lichter bei Porsches Software-Tochter Cetitec in Pforzheim aus. Das Unternehmen entwickelte bislang spezialisierte Software für Datenkommunikation für Porsche und den gesamten Volkswagen-Konzern. Auch hier hat sich das Marktumfeld verändert und Entwicklungsumfänge wurden verlagert. Betroffen sind in diesem Fall rund 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 in Kroatien.





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