Bosch gewinnt Großauftrag von Mercedes-Benz für Elektromotoren

Bosch hat einen neuen Großauftrag von Mercedes-Benz erhalten. Der weltgrößte Automobilzulieferer soll bis in die 2030er Jahre hinein ein hohes Volumen an Elektromotoren für die nächste Generation elektrischer Antriebe des Stuttgarter Autoherstellers herstellen.

Bosch elektromotor stator
Bild: Bosch

Anders als bei anderen Kunden von Bosch geht es beim Auftrag von Mercedes-Benz aber nicht um komplette E-Achsen mit Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe als komplette Antriebseinheit. Vielmehr will Mercedes-Benz nur die E-Motoren selbst von Bosch beziehen, diese aber mit eigenen Antriebseinheiten kombinieren. So verfährt Mercedes beispielsweise bereits beim vollelektrischen CLA, wo an der Hinterachse die eigene Antriebseinheit namens ATS 2.0 sitzt, bei Allrad-Varianten aber zusätzlich ein Elektromotor eines Zulieferers an der Vorderachse verbaut wird.

Für Bosch ist es gleichwohl ein wichtiger Auftrag: Das zuletzt mit Stellenabbau kämpfende Unternehmen braucht dringend volumenstarke Verträge – und das gern im Wachstumsmarkt Elektromobilität anstatt im Legacy-Geschäft mit Verbrennern.

„Der neue Auftrag bekräftigt unsere langjährige Partnerschaft mit Mercedes-Benz und zeigt, dass wir unsere Kompetenzen auch in technologisch anspruchsvollen Projekten erfolgreich einbringen“, sagt Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender von Bosch Mobility.

Welche Elektromotoren Mercedes-Benz genau von Bosch beziehen wird, verrät das Unternehmen nicht, betont aber, dass es sich um Motoren verschiedener Leistungsklassen handeln wird. Bosch spricht zudem davon, dass seine E-Motoren einen sehr hohen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistungsdichte haben. Ein Schlüsselfaktor dafür sei die neue Wicklungstechnologie für mehr Leistungsdichte, weniger Gewicht und mehr Freiheitsgrad bei der Auslegung von E-Motoren.

Zusätzlich sind die E-Motoren von Bosch mit einer speziellen Rotor-Ölkühlung ausgestattet, welche die Wärme optimal abführt. Einen weiteren Vorteil sieht Bosch in der skalierbaren Plattformarchitektur: Der Elektromotor kann je nach geforderter Leistung in seiner Länge variiert werden und lässt sich ohne großen Aufwand in unterschiedliche Achsvarianten einsetzen. 

Laut Produktinformationen von Bosch steht dabei eine Auswahl von Elektromotoren mit einer Leistung von bis zu 500 kW und einem Drehmoment von bis zu 1.000 Nm zur Verfügung. Der Spannungsbereich der E-Motoren liegt dabei bei 400 bis 850 Volt.

Der Zulieferer betont zugleich, dass er aktuell mehr als 50 Automobilhersteller aus aller Welt mit Technik und Lösungen für die Elektromobilität beliefert. Für 2026 plant das Unternehmen, mehr als sieben Millionen Komponenten für das elektrische Fahren zu produzieren. Weltweit laufen derzeit rund sieben Elektromotoren von Bosch pro Minute vom Band, so das Unternehmen.

bosch-presse.de

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