BMW-Werkslogistik erprobt E-Lkw mit Range Extender

Der vergangenes Jahr vom Logistiker DHL und dem Hersteller Scania entwickelte Elektro-Lkw mit Range Extender ist im Realbetrieb der Werkslogistik von BMW erprobt worden. Das Fahrzeug wird größtenteils rein elektrisch angetrieben, bei Bedarf liefert ein kompakter Verbrennungsmotor als Generator zusätzliche elektrische Energie.

Bmw dhl scania e lkw range extender
Bild: BMW

Wir erinnern uns: Vergangenes Jahr hatten DHL und Scania einen selbstentwickelten Elektro-Lkw mit Range-Extender vorgestellt, um größere Reichweiten zu erzielen als mit einem reinen E-Lkw. Nach den ersten 100 Tagen hatte der Truck bereits rund 22.000 Kilometer zurückgelegt und war mehr als 90 Prozent der Zeit im reinen Elektromodus im Einsatz – was die Frage aufwarf, ob es angesichts der gestiegenen Reichweite moderner Elektro-Lkw überhaupt welche mit Range Extender benötigt.

Ein neuer Praxistest in der BMW Group Logistik sollte dazu Aufklärung leisten. Das Fahrzeug kam im Realbetrieb auf zwei zentralen Transportrouten zum Einsatz: einer Langstreckenverbindung zwischen Berlin und München sowie mehreren werkrelevanten Tagestouren in und um München. Die Verbindungen bilden laut BMW typische Einsatzprofile der BMW Group Transportlogistik ab und sollten so eine fundierte Bewertung unter realen Betriebsbedingungen ermöglichen.

„Der Range‑Extender macht batterieelektrischen Fernverkehr für uns operativ verlässlich. Entscheidend ist nicht die maximale Reichweite, sondern die Widerstandsfähigkeit im realen Betrieb: Wir können auch dann elektrisch fahren, wenn Ladeinfrastruktur kurzfristig nicht verfügbar ist, Fahrpläne eng getaktet sind oder winterliche Bedingungen herrschen. So erreichen wir 80 bis 90 Prozent elektrischen Betrieb auf wiederkehrenden Relationen – und genau das beschleunigt den Einsatz von Elektromobilität im Fernverkehr“, erklärt Markus Voss, CEO DHL Freight.

BMW selbst sucht ständig nach Mitteln und Wegen, seine Emissionen zu reduzieren. „Mit unserer BMW Group Strategy for Reduced Emission suchen wir nach wirkungsvollen Wegen und Maßnahmen, die Emissionen in der Logistik zu verringern. Besonders wichtig ist dabei die Offenheit bezüglich der Antriebstechnologie, denn es kommt vor allem darauf an, möglichst schnell CO2-Emissionen im Fahrzeugbetrieb zu senken. Dafür müssen der Anwendungsfall und die Antriebstechnologie zusammenpassen. Und deshalb freuen wir uns bei der BMW Group sehr, dass wir gemeinsam mit starken Partnern – wie in diesem Fall DHL – mit innovativen Pilotprojekten an den richtigen Lösungen arbeiten können“, sagt Michael Nikolaides, Leiter BMW Group Produktionsnetzwerk und Logistik.

Der Test des E-Lkw mit Range Extender innerhalb der BMW-Werkslogistik erstreckte sich über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Die Langstrecke zwischen Berlin und München betrug rund 600 Kilometer. Der überwiegende Teil der Strecke konnte dabei rein elektrisch zurückgelegt werden, während die verbleibenden Abschnitte durch den Range Extender unterstützt wurden. Ergänzend kam der E‑Lkw auf verschiedenen Tagestouren im werksnahen Verteilerverkehr rund um München zum Einsatz. Die gefahrenen Distanzen reichten dabei von kurzen Strecken im einstelligen Kilometerbereich bis zu rund 380 Kilometern.

Wie bereits berichtet, handelt es sich um den E-Lkw mit Range Extender um eine Sonderanfertigung auf Basis von Scanias vollelektrischem Schwerlast-Lkw vom Typ R450e, der je nach Konfiguration mit mehreren 104-kWh-Batteriepacks ausgestattet ist. In der Sonderanfertigung haben die Schweden die kleinste Kapazität mit vier Packs (also 416 kWh) gewählt und anstelle eines zusätzlichen Akkus den Generator eingebaut. Dieser kann mit einer Leistung von 120 kW aus Benzin zusätzlichen Strom für den Elektromotor erzeugen. Der Elektromotor selbst hat 230 kW Leistung (295 kW Peak). Je nach Einsatzprofil soll sich daraus eine Gesamtreichweite von 650 bis 800 km ergeben.

bmwgroup.com

5 Kommentare

zu „BMW-Werkslogistik erprobt E-Lkw mit Range Extender“
Stephan
28.05.2026 um 07:15
Hmm... bisschen dünn. Zu einem ehrlichen Test hätte gehört, die gleichen Strecken auch von einem E-Truck fahren zu lassen. Abgesehen davon ist die Zeit der "Pilotprojekte" vorbei. Wer es ernst meint mit der CO2-Reduktion, der ist längst in der Umsetzung. Also, BMW: an wie vielen eurer Werke habt ihr inzwischen Ladesäulen installiert? Fragt ihr bei Neuvergaben gezielt elektrische Transporte an? Oder wartet ihr da lieber auf Fördermittel, um - ganz technologieoffen - es dich nochmal mit Wosssaschtofff zu probieren?
Cupra
28.05.2026 um 07:54
Das ist mithin einer der größten Schwachsinnsentwicklungen der letzten Jahre. So ne Reichweite bekommst ja schon mit E-Actros oder dem neuen Volvo FH hin. Und wenn du nicht mit 2 Leuten auf dem LKW sitzt,musst auch noch nach 4,5h eh Pause machen und kannst locker 250-300kW/h wieder nachladen.
Matthias Lego
28.05.2026 um 10:51
In der Praxis hat du aber nicht immer eine Ladestation dort wo du Sie gerade brauchst.
Christian J.
28.05.2026 um 20:28
In der Praxis ist Tobias Wagner schon ca. 200.000 km rein elektrisch mit verschiedensten LKW Modellen gefahren. Das bis Gibraltar, Aksaray und Raum Tromsö (im Winter bei -30 Grad). Das ohne jeglichen Zeitverlust gegenüber parallel fahrenden Diesel.
Mr. Floof
28.05.2026 um 15:06
Naja, was macht der Lkw während des Warenumschlags? Stehen. Was könnte man in der Zeit machen? Laden.Ist einmal der Invest in die Infrastruktur, dafür kann man sich unnötig komplexe Technik am Fahrzeug sparen.

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