BMW liegt bei E-Auto-Verkäufen unter seinem Vorjahresabsatz

BMW legt seine Auslieferungszahlen für das erste Halbjahr vor – und die Parallelen zu den anderen deutschen Autobauern sind offensichtlich: Auch BMW schwächt das bröckelnde China-Geschäft. Und auch die Münchner suchen und finden aktuell mit ihrem E-Auto-Absatz am ehesten in Europa Halt.

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Bild: BMW

Das Unternehmen meldet für seine Marken BMW, MINI und Rolls-Royce für das abgelaufene Halbjahr 204.295 verkaufte Elektroautos, das sind 7,4 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Dabei unterscheiden sich aber die beiden zurückliegenden Quartale stark. Während es zwischen Januar und März herbe Absatzverluste setzte, verzeichnete BMW zwischen April und Juni schon wieder ein Plus von 5,2 Prozent auf 116.807 BEV-Fahrzeuge.

Der Autobauer selbst nennt als Treiber des wieder erstarkten Elektroabsatzes im zweiten Quartal den Auslieferungsstart des neuen BMW iX3: „Insbesondere im europäischen Markt, wo der BMW iX3 als erstes verfügbar ist, stieg der Absatz der BEV-Fahrzeuge stark an, auf 81.445 ausgelieferte Einheiten (+38,0 %)“, so die Münchner. In Deutschland sei man im Q2 auf den zweiten Platz bei den Zulassungen für vollelektrische Fahrzeuge geklettert.

Weiter ins Detail geht BMW bei seinen BEV-spezifischen Halbjahresbilanz nicht. So bleibt unklar, wie hoch das Minus auf dem Elektroautomarkt in China ausgefallen ist und wie sich der BEV-Absatz in Nordamerika entwickelt hat. Dass im zweiten Halbjahr aber 81.445 der 116.807 BEV-Verkäufe auf Europa entfielen, zeigt, dass BMW in den anderen Weltregionen zusammen nur noch 35.362 BEVs veräußert hat. Und den 38 Prozent BEV-Wachstum in Europa müssen herbe Verluste anderswo gegenüberstehen, sonst hätte sich die Gesamtdynamik in diesem Bereich nicht ins Negative (-7,4% YoY) gedreht.

Was BMW aber ausweist, sind die weltweiten Verkäufe der elektrifizierten Fahrzeuge, also BEV und Plug-in-Hybride (PHEV) zusammen. Demnach setzte der Autobauer von Januar bis Juni 295.407 Einheiten ab (-7,4% YoY), im zweiten Quartal waren es 162.870 Einheiten (+0,8% YoY). Rechnet man die BEVs heraus, gingen im H1 insgesamt 91.112 PHEV an Kunden, im Q2 waren es 46.063.

Ausrechnen lässt sich ferner, dass bei BMW in den ersten sechs Monaten des Jahres 17,6 Prozent aller Pkw-Verkäufe rein elektrisch waren. Rechnet man die PHEVs hinzu, hatten 25,5 Prozent aller neuen BMWs einen Stecker, sprich: jedes vierte Fahrzeug. Das sind wesentlich höhere Anteile als bei den anderen deutschen Autobauern. Volkswagen kommt zurzeit auf 10,6 Prozent BEV-Anteil, Mercedes-Benz auf rund 13 Prozent.

BMW selbst spricht mit Blick auf seinen Pkw-Gesamtabsatz von einem „geteilten Bild“ und von „Weltregionen mit unterschiedlicher Dynamik“. Die im ersten Halbjahr weltweit 1,156 Millionen abgesetzten Pkw entsprechen einem Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025. Hauptgrund: In China verloren die Marken der Gruppe im ersten Halbjahr 20,4 Prozent und fielen auf 261.773 Pkw zurück. Im zweiten Quartal ging es sogar um 30 Prozent abwärts. Mit Zuwächsen in anderen Weltregionen kann BMW diese Verluste nicht kompensieren. In Europa stiegen die Verkäufe um rund +5,4 %, in den USA um +3,9 %.

Schaut man sich die einzelnen Marken der Gruppe an, zeigt sich dass BMW im ersten Halbjahr beim Absatz weltweit ein Minus von 6,2 % eingefahren hat. Auch hier schlagen moderate Zuwächse in Europa und den USA zu Buche, doch China verhagelt die Statistik. MINI verzeichnete hingegen ein Wachstum um 11,7 Prozent auf global 149.538 verkaufte Fahrzeuge – „und wächst damit das 6. Quartal in Folge“, so die Münchner. Dabei seien allen voran die vollelektrischen MINI-Modelle auf starke Nachfrage gestoßen, so BMW: „Sie waren der vorrangige Wachstumstreiber der Marke.“ Die Marke Rolls-Royce lieferte im ersten Halbjahr 2.523 Fahrzeuge aus (-9,8 %). Und der Vollständigkeit halber: BMW Motorrad verkaufte in den ersten sechs Monaten des Jahres 102.847 Motorräder und Scooter an Kunden (-2,9 %).

Auch Volkswagen und Mercedes-Benz haben diese Woche ihre Halbjahres-Statistiken vorgelegt. Alle drei Autobauer verzeichnen herbe Einschläge im China-Geschäft. Bei Mercedes-Benz liegen aber immerhin die Elektroauto-Absatzzahlen über denen des Vorjahres. Nicht so bei Volkswagen und bei BMW. Dafür verzeichnet BMW wie erwähnt den mit Abstand höchsten Anteil an BEVs am Gesamtabsatz.

press.bmwgroup.com

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