Bontu bringt chinesische Mini-Stromer nach Europa

Der chinesische Hersteller Bontu hat in Mailand den Startschuss für die Vermarktung seiner elektrischen Leichtfahrzeuge in Europa gegeben. Die Fahrzeuge - zwei Kleinstwagen und ein Mini-Transporter – werden nach EU-Homologation als Vehikel nach Klasse L6e bzw. L7e eingestuft.

Bontu bte
elektrischer Mini-Transporter Bontu BTE03
Bild: Bontu

Bontu wurde erst 2020 in Xintai in der chinesichen Provinz Shandong gegründet. Der Fokus des Unternehmens liegt seitdem auf Batterie-elektrischen Kleinstfahrzeugen, wobei die Auswahl an Mini-Nutzfahrzeugen noch größer ist als an Personenfahrzeugen. Gerade bei Zustelldiensten in den chinesischen Megacities sollen die Mini-Transporter von Bontu bereits sehr beliebt sein.

Nun der Markteintritt in Europa: Bei der Vorstellung in Mailand hatte der Hersteller zunächst drei Modelle im Gepäck. Diese sind teils als L6e-Fahrzeuge in der EU homologiert und teils als L7e-Fahrzeuge. Während L6e dabei für Leicht-Kfz steht, die mit dem Moped-Führerschein (Klasse AM) in Deutschland ab 15 Jahren gefahren werden dürfen, dafür aber nur bis 45 km/h, benötigt es für L7e zumindest in Deutschland einen richtigen Pkw-Führerschein der Klasse B und 90 km/h sind möglich.

Zu den drei Modellen im Einzelnen – und dabei zunächst zum elektrischen Mini-Transporter Bontu BTE03. Dieser ist in verschiedenen Konfigurationen erhältlich. Je nach Kundenwunsch variieren die Abmessungen – wie Länge, Ladekapazität und Leistung. Der Zugang zur Fahrerkabine erfolgt nur über die Fahrerseite, ein Beifahrertür gibt es nicht. Der BT03 ist 3,56 Meter kurz, 1,22 Meter breit und 1,98 Meter hoch. Der Radstand beträgt .,20 Meter und die Nutzlast liegt bei 340 kg.

Die Cargo-Variante verfügt über Hecktüren und ist optional mit einer Seitentür erhältlich, was das Be- und Entladen aus verschiedenen Richtungen erleichtern und die Vielseitigkeit des Fahrzeugs erhöhen. Die Motorleistung beträgt 7,5 kW mit einer Höchstgeschwindigkeit von 81 km/h. Die Batteriekapazität liegt bei 8,35 kWh die Reichweite beträgt 80 bis 100 km. Eine Ladung auf 80 Prozent Kapazität dauert 90 Minuten, eine vollständige Ladung 3 Stunden. Entsprechend der Höchstgeschwindigkeit fällt der BT03 unter die Kategorie L7e, benötigt also einen Pkw-Führerschein der Klasse B.

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Drei Meter kurzer Bontu BTE05
Bild: Bontu

Weiter geht’s mit dem Bontu BTE05: Dabei handelt es sich um ein 3,00 Meter langes Fahrzeug für zwei oder vier Personen, das laut Hersteller soviel Platz bieten soll wie ein Pkw des A-Segments. Es gibt wahlweise ein Lithium-Batterie mit einer Kapazität von 13,9 kWh oder 18,1 kWh, was einer Reichweite von 170 bzw. 222 km entspricht. Die Nennleistung beträgt bei der Standardbatterie 13 kW (Spitzenleistung 20 kW). Bei der größeren Batterie liegt die Nennleistung bei 20 kW (Spitzenleistung 30 kW). Die Fahrgastzelle besteht zu 60 Prozent aus hochfestem Stahl, außerdem bietet das Leichtfahrzeug u.a. ABS, Airbag, Klimaanlage, 12-Zoll-Touchscreen und Rekuperation.

Und dann wäre da noch das Minicar-Modell Bontu BT09: Es fällt mit 2,75 Metern 25 Zentimeter kürzer aus als das zuvor genannte Fahrzeug. Es ist sowohl in einer L6e-Variante mit 7,68 kWh (130 km Reichweite) als auch in einer L7e-Version mit 10 kWh (150 km Reichweite) erhältlich. Während die L6e-Version max. 45 km/h fahren darf und mit nur zwei Sitzen ausgestattet ist, fährt die L7e-Version bis zu 75 km/h und ist als 4-Sitzer konfiguriert.

Was bei den Fahrzeugkategorien L6e und L7e übrigens verwirrend ist: Das Mindestalter für den passenden Führerschein, denn Bontu wirbt bei den L6e-Fahrzeugen mit „ab 14 Jahre“ und bei den L7e-Fahrzeugen mit „ab 16 Jahre“. Das hat den Hintergrund, dass die EU-Mitgliedsstaaten hier unterschiedlich verfahren: So kann L6e z.B. in Frankreich und Italien tatsächlich schon ab 14 Jahren gefahren werden, in Deutschland aber erst ab 15 Jahren. Und bei L7e gilt in Frankreich und Italien ab 16 Jahren, in Deutschland ist dies hingegen erst mit 18 Jahren möglich bzw. mit 17 Jahren im „begleiteten Fahren“.

vision-mobility.de, insideevs.de

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