02.05.2018 - 16:20

Auch Daimler kürt CATL zum Zelllieferanten

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Nach Volkswagen kauft auch Daimler künftig Batteriezellen für seine Elektroautos beim chinesischen Hersteller Contemporary Amperex Technology (CATL) ein. Zum Volumen macht der Autobauer bis dato keine Angaben.

Laut Sabine Angermann, Daimlers Einkaufschefin für Rohstoffe, hat CATL bereits einen ersten Auftrag zur Lieferung von Zellen erhalten. Die Chinesen sind bereits Zulieferer von Volkswagen, PSA und BMW – und haben im Dezember in Frankreich eine Niederlassung eröffnet. Diese dient ohne Zweifel dazu, die bestehenden Beziehungen zu europäischen OEMs zu erweitern und neue Partnerschaften aufzubauen. Offenbar ein erfolgreicher Ansatz.

Mit Volkswagen hat CATL erst im März einen großen Fisch an Land gezogen. Das erste rein elektrische Modell der Wolfsburger, das mit Zellen des Batteriespezialisten ausgestattet werden soll, ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Nun macht also auch Daimler Nägel mit Köpfen. Mit CATL in Verbindung gebracht wurden die Stuttgarter bereits im Januar. Seinerzeit hieß es, dass Daimler offenkundig Interesse habe, bei seiner Elektro-Offensive auch Zellen der Chinesen abzunehmen.

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Hintergrund für die Wahl von CATL ist nach den Worten von Sabine Angermann, dass der Hersteller einer der ersten Lieferanten ist, der sich einem Kontrollsystem von Daimler zur Wahrung von Standards wie dem Verzicht auf Kinderarbeit bei der Rohstoffgewinnung unterwirft. Dabei geht es vor allem um das für Batteriezellen benötigte Kobalt, dessen weltweite Vorkommen sich zu rund zwei Drittel auf den Kongo konzentrieren. Auf längere Sicht will Daimler Kobalt aus Kanada und Australien beziehen und sich ab 2025 mit einer Batterietechnik, die ohne diesen kritischen Rohstoff auskommt, gänzlich unabhängig von Kobaltlieferungen machen. Damit schließt sich Daimler einer Reihe von Herstellern (z.B. Samsung) und ganzen Nationen (z.B. Schweden) an, deren Ziel es ist, ihre Kobalt-Versorgung sicherzustellen bzw. ihren Verbrauch zu drosseln.

Bei CATL handelt es sich bekanntlich um einen aufstrebenden chinesischen Batteriehersteller, der 2011 als Spinoff der in Hongkong ansässigen Firma Amperex Technology entstanden ist. Nach Informationen von Bloomberg plant das Unternehmen den Gang an die Börse, um mit frischem Kapital in einer Größenordnung von 2 Mrd Dollar den Bau einer neuen Fabrik für Batteriezellen zu finanzieren. Die Anlage soll mit einer Kapazität von 24 GWh/Jahr die dann weltweit zweitgrößte Zellproduktion nach der Gigafactory 1 von Tesla und Panasonic in Nevada werden.
de.reuters.com, handelsblatt.com

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