Tesla: Rekord-Umsatz nährt Hoffnung auf Gewinnzone

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Tesla hat seinen Geschäftsbericht für das 2. Quartal veröffentlicht und nährt mit den darin aufgeführten Zahlen die Hoffnung auf das baldige Erreichen der Gewinnzone. Der Umsatz kletterte in Q2 auf ein Rekordniveau, unter dem Strich blieb ein Minus, das leicht über dem Level der vorigen Quartale liegt.

Machen wir’s konkret: Tesla erwirtschaftete zwischen April und Juni einen Rekord-Umsatz von 4 Milliarden Dollar, gleichzeitig verbuchte das Unternehmen mit 743 Millionen Dollar den dritten Verlust in dieser Größenordnung hintereinander (Q4 2017: 675 Mi0 Dollar; Q1 2018: 709,6 Mio Dollar). Man könnte sagen: Die Zahlen bleiben rot, aber angesichts der Umsatzzahlen der letzten drei Quartale – von 3,3 auf 3,4 und nun auf 4,0 Mrd Dollar – ist eine leichte Tendenz ins „Hellrote“ identifizierbar. Derweil bleibt CEO Elon Musk bei der ambitionierten Aussage, dass in der zweiten Hälfte des Jahres erstmals Gewinne erwirtschaftet werden sollen, vor allem wegen der nun stabil hohen Produktion des Model 3.

Der E-Autobauer hatte bekanntlich alles daran gesetzt, sein mehrmals verschobenes Produktionsziel von 5.000 Model 3 pro Woche (bzw. 7.000 Fahrzeuge inkl. Model S und X) in der letzten Juni-Woche zu erreichen – inklusive der Installation eines Zeltes mit Montagelinie außerhalb des Fremont-Werks und im großen Stil eingeflogenem Produktionsequipment der deutschen Tochter Grohmann. Seitdem sei es gelungen, das Produktionsvolumen zu halten, heißt es im Geschäftsbericht. Wie schon Mitte Juli durchgesickert, setzt sich Tesla nun neue Zielmarken. Allein im dritten Quartal sollen 50.000 bis 55.000 Stromer vom Band laufen. Die Rede ist von 6.000 Stück pro Woche bis Ende August und 10.000 „so schnell wie möglich“, wobei das Unternehmen mit diesem Meilenstein erst 2019 rechnet, u.a. da man auch auf die Zulieferer angewiesen sei. Apropos: Die Gigafactory 1 in Nevada hat nach neuesten Angaben Ende Juli eine Produktionsrate von 20 GWh pro Jahr erreicht.

Was die Produktionszahlen insgesamt angeht, kam Tesla im zweiten Quartal auf einen Wert von 53.339 Autos. Ausgeliefert wurden in demselben Zeitraum aber nur 40.768 Fahrzeuge (22.319 Model S und X sowie 18.449 Model 3). Einen Grund für die große Diskrepanz zwischen Produktion und Auslieferung nennen die Kalifornier nicht. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass Tesla mit der „Verzögerungstaktik“ das Maximum des an Zulassungszahlen gekoppelten US-Steuerrabatts um ein weiteres Quartal sichern wollte, denn die dafür maßgebliche Marke von 200.000 insgesamt ausgelieferten Fahrzeugen hat Tesla ja wie berichtet kürzlich erreicht.

Besonders interessant ist im Geschäftsbericht der mit „Outlook“ überschriebene Abschnitt: So kündigt Tesla an, dass es in Q3 mehr Auslieferungen als neu gefertigte Autos geben wird und dass die Profitmarge des Model 3 auf 15 Prozent gesteigert werden soll. Im vergangenen Quartal lag diese noch bei 3 Prozent, für Ende des Jahres peilt Tesla dann bereits 20 Prozent an -„angesichts kontinuierlich sinkender Fertigungskosten und einem verbesserten Mix“, wie es heißt.

Außerdem bekräftigt Musk, im zweiten Halbjahr kein neues Kapital an den Märkten mehr aufnehmen zu wollen. Die Kapitalreserven des E-Autobauers lagen Ende Juli nach eigenen Angaben bei 2,2 Mrd Dollar. Ein positiver Cashflow soll u.a. deshalb möglich werden, weil der Ausbau der Produktion aller Wahrscheinlichkeit nach auf existierenden Linien erfolgen wird, also keine hohen Investitionen in neue Anlagen getätigt werden müssen. Das soll bis zu einer Milliarde Dollar an Anschaffungskosten für Ausrüstung sparen.

Das gilt freilich nicht für China: Dort will Tesla bekanntlich in Shanghai eine komplett neue Gigafactory hochziehen, die Batterie- und Fahrzeugproduktion unter einem Dach vereint. Allerdings heißt es im Quartalsbericht, dass dort vor 2019 keine signifikanten Anfangsinvestitionen anstehen. Bloomberg berichtete gestern unter Berufung auf einen Insider, dass sich die Gesamtinvestitionen in das China-Werk jedenfalls auf fünf Milliarden Dollar belaufen dürften.

Zuletzt noch ein Blick auf das Supercharger-Ladenetz der Kalifornier: Im zweiten Quartal kamen 103 Standorte mit 1.308 Ladestationen hinzu. Ende Juni wurde der 10.000. Supercharger-Ladeplätzen erreicht. Aktuell soll es weltweit mehr als 10.800 Supercharger und 19.200 Destination Charger geben.
wiwo.de, spiegel.de, ir.teslamotors.com

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