11.08.2018

Cadmium-belastetes Ladegerät auch im StreetScooter

streetscooter-produktion-aachen

Nachdem das Kraftfahrtbundesamt (KBA) dem Verdacht nachgeht, wonach das in der Autoindustrie weitgehend verbotene Schwermetall in Plug-in-Fahrzeuge der Volkswagen-Marken VW, Audi und Porsche verbaut wurde, erwischt es nun auch den StreetScooter der Deutschen Post.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Der „Spiegel“ berichtet, dass auch der in Aachen entwickelte E-Transporter Bauteile mit einem hohen Gehalt an giftigen Schwermetallen aufweist. Konkret soll dasselbe belastete Ladegerät verbaut worden sein wie bei Volkswagen. Es stammt von einem namentlich nicht genannten Zulieferer. Volkswagen und seinen Konzernmarken droht wie berichtet ein vom KBA eingeleiteter Rückruf von 124.000 betroffenen Autos.

Nun prüft das KBA auch die Sachlage beim StreetScooter. Nach einem Bauteil mit hohem Bleigehalt soll die Behörde laut „Spiegel“ auch auf besagtes belastetes Hochvolt-Ladegerät gestoßen sein – wobei die Cadmium-Konzentration so hoch sei, dass eine normale Typgenehmigung des StreetScooters nicht möglich sei. Bislang habe die Post nur die Zulassung einer sogenannten Kleinserie mit 2.000 Scootern beim KBA veranlasst. Verschiedene Bundesländer hätten zudem Einzelgenehmigungen erteilt, heißt es in dem Bericht weiter. In beiden Verfahren müsse der Hersteller nicht nachweisen, dass keine unzulässigen Schwermetalle verbaut sind.

Unterdessen hat sich auch die Deutsche Post zu Wort gemeldet: Die gesetzlichen Anforderungen aus der Richtlinie für Altfahrzeuge und damit die Grenzwerte etwa für Cadmium würden eingehalten, hieß es. „Dabei verlassen wir uns für einzelne Bauteile natürlich auf die Angaben unserer Zulieferer.“ Sollten entsprechende Hinweise vorliegen, dass gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen wurde, würde der Konzern umgehend entsprechende Maßnahmen zur Veränderung veranlassen.

Cadmium ist ein Schwermetall, das als krebserregend und organschädigend gilt und deshalb seit Jahren in der Herstellung von Autoteilen weitgehend verboten ist. Akute Gefahr besteht wohl nicht, so der Tenor beim Volkswagen-Fall vor gut einer Woche. Denn das belastete Bauteil sei mehrfach von festen Gehäusen umschlossen. Probleme werden aber bei der Entsorgung der Fahrzeuge erwartet.

Update 20.08.2018: Cadmium-belastete Ladegeräte sind zwischen 2013 und Juni 2018 verbaut worden. Betroffen sind der VW-Konzern und StreetScooter. Laut “Automobilwoche” stammt das Bauteil mit den belasteten Kontakten von Kostal. Der Zulieferer hat seinen Sublieferanten Finder angeblich durch den Wettbewerber Song Chuan aus Taiwan ersetzt, der Cadmium-freie Teile für die Onboard-Lader herstellt. Vom Rückruf betroffen sein sollen 84.600 Fahrzeuge von VW, 23.700 von Audi und weitere 16.300 von Porsche. Zu StreetScooter ist derweil nichts Neues bekannt.
spiegel.de, car-it.com, handelsblatt.comautomobilwoche.de (Update)

– ANZEIGE –

has.to.be

Stellenanzeigen

Netzanschlussmanager/in - FASTNED

Zum Angebot

Neukundenakquise im Außendienst (m/w) - EBG compleo

Zum Angebot

Projektleiter Energy (m/w) - ads-tec GmbH

Zum Angebot

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2018/08/11/cadmium-belastetes-ladegeraet-auch-im-streetscooter/
11.08.2018 11:52