01.08.2018 - 10:29

Giftiges Cadmium in Ladegeräten von E-Autos bei VW

Zu den mit giftigem Cadmium belasteten Teilen, die in E-Autos verbaut worden sein sollen, sind nun Details bekannt: Ein Zulieferer soll die Volkswagen-Konzernmarken VW, Audi und Porsche mit Ladegeräten beliefert haben, die Cadmium enthalten.

++ Dieser Beitrag wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. ++

Mit diesen Ladegeräten wurde nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ in den vergangenen sechs Jahren ein Großteil der von VW, Audi und Porsche hergestellten Elektroautos und Plug-in-Hybride ausgerüstet. Es droht deshalb ein vom Kraftfahrt-Bundesamt eingeleiteter Rückruf von 124.000 dieser Autos.

VW gibt an, nicht seitens seines Zulieferers informiert worden zu sein, sondern selbst herausgefunden zu haben, dass 0,008 Gramm Cadmium pro Ladegerät verbaut sind, was der Konzern dem KBA daraufhin schriftlich mitgeteilt habe. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass Volkswagen die Serienfertigung und die Auslieferung der entsprechenden Fahrzeuge sofort gestoppt, das betroffene Bauteil durch das eines anderen Zulieferers ersetzt und die Fertigung wieder aufgenommen habe.

Cadmium ist ein Schwermetall, das als krebserregend und organschädigend gilt und deshalb seit Jahren in der Herstellung von Autoteilen weitgehend verboten ist. Akute Gefahr bestehe aber nicht, wird VW dem obigen Bericht nach zitiert. Denn das belastete Bauteil sei mehrfach von festen Gehäusen umschlossen. Probleme werden aber bei der Entsorgung der Fahrzeuge erwartet.

Bereits am Montag wurde vorab bekannt, dass das KBA dem Verdacht nachgeht, wonach belastete Teile in E-Autos verbaut worden sein könnten. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht publik, um welches Autoteil es sich handelt und welcher Hersteller betroffen ist.

Update 20.08.2018: Cadmium-belastete Ladegeräte sind zwischen 2013 und Juni 2018 verbaut worden. Betroffen sind der VW-Konzern und StreetScooter. Laut “Automobilwoche” stammt das Bauteil mit den belasteten Kontakten von Kostal. Der Zulieferer hat seinen Sublieferanten Finder angeblich durch den Wettbewerber Song Chuan aus Taiwan ersetzt, der Cadmium-freie Teile für die Onboard-Lader herstellt. Vom Rückruf betroffen sein sollen 84.600 Fahrzeuge von VW, 23.700 von Audi und weitere 16.300 von Porsche. Zu StreetScooter ist derweil nichts Neues bekannt.
wiwo.deautomobilwoche.de (Update)

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