13.11.2018

Altmaier: Europa soll 30% der Akkuzell-Nachfrage decken

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Peter Altmaiers für heute angekündigtes Update zur europäischen Batterie-Allianz skizziert den Umfang des Großprojekts, mit Spannung erwartete Neuigkeiten zu konkreten Firmenkonsortien und Standorten für eine deutsche bzw. europäische Batteriezellentwicklung gab’s aber noch nicht.

Was Namen und Standorte angeht, vertröstet das Wirtschaftsministerium die zur Pressekonferenz versammelten Journalisten auf Ende des Jahres: „Die Industrie arbeitet mit Hochdruck an der konkreten Ausgestaltung verschiedener industrieller Kooperationen. Signale aus der Industrie lassen erwarten, dass im Zeitfenster um die Jahreswende konkrete Ergebnisse vorliegen können. Danach wird über konkrete Fördermöglichkeiten für Konsortien sowie über Standorte entschieden“, heißt es in einem auf der Sitzung verteilten Papier des BMWI. Wir konstatieren: Drei Mal das Wörtchen „konkret“ für eine noch ziemlich unkonkrete Sache.

Neu sind dagegen eins, zwei Zahlen, mit denen Altmaier die Dimensionen der angestrebten Batteriezellproduktion umreißt. So gibt er als Ziel aus, dass bis 2030 rund 30 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Batteriezellen aus deutscher und europäischer Produktion gedeckt werden soll. Nach „seriösen Schätzungen“ werde sich der weltweite Bedarf an mobilen und stationären Stromspeichern bis zu diesem Zeitpunkt mehr als verzehnfachen, heißt es. Mehr als genug Volumen also, um im großen Stil in den Markt vorzustoßen. (Was die 30%-Vision in Fabriken bedeutet, haben wir in dieser Beispielrechnung veranschaulicht.)

Damit die Industrie, die Altmaier explizit weiter in der Hauptverantwortung sieht, den Einstieg in das investitionsintensive Geschäft wagt, stellt das BMWI nach eigenen Angaben bis 2021 1 Mrd Euro Fördermittel bereit. Dieser Förderrahmen werde in Übereinstimmung mit den von der Europäischen Kommission eröffneten Möglichkeiten der „Important Projects of Common European Interest“ aufgestellt. Konkret will die Regierung speziell deutsche Unternehmen unterstützen, die mit europäischen Partnern kooperieren.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist das Interesse groß – „nicht nur in Deutschland, sondern u.a. auch in Frankreich, Polen und Österreich“.  Altmaier sei mit seinen Amtskollegen in diesen Ländern, mit dem Vizepräsident der Europäischen Kommission, Meros Sefcovic, der zuständigen EU-Kommissarin Margrethe Vestager und Industrievertretern seit Längerem im Gespräch. Einen strategischen Ansatz zu einer industriellen Batteriezellfertigung gebe es bereits, dieser müsse nun mit allen Beteiligten weiter konkretisiert werden, heißt es.

Fast im Monatsrhythmus gibt es Gerüchte zu den Batteriezell-Produktionsplänen von Peter Altmaier: Im Oktober berichtete der „Tagesspiegel“, dass der Wirtschaftsminister am heutigen Pressetermin eigentlich ein neues Konsortium für Batteriezellen hätte vorstellen wollen, an dem neben Varta Microbattery angeblich auch Ford beteiligt sein soll. Außerdem soll aus dem Umfeld der Kohlekommission der Bundesregierung zu erfahren gewesen sein, dass Altmaier dem Energiekonzern RWE „viel Geld für eine Batteriezellenfabrik versprochen“ habe, „wenn RWE im Gegenzug schneller als bislang geplant aus der Braunkohleförderung aussteigt und natürlich auch den Hambacher Forst unbeschädigt lässt“. Im Gespräch ist die Fertigung in der Lausitz – als Kompensation für die auslaufende Braunkohleförderung.

Bereits im September hatte das Blatt die nun bestätigte Fördersumme von 1 Mrd Euro und die angestrebte Förderung von zwei Fertigungsstätten genannt – eine Zellherstellung im Rahmen eines europäischen Gemeinschaftsunternehmens nach dem Vorbild von Airbus in der Lausitz und im benachbarten Westpolen und eine unter Regie von VW und Continental in Niedersachsen. Was dran ist an diesen Namen und Standorten werden wir wohl oder übel erst zum Jahreswechsel erfahren.

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Hugo Benzing

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13.11.2018 13:31