16.01.2019 - 12:15

Blackstone will Zellfertigung in Deutschland aufbauen

zellen-batterie-symbolbild

Das Schweizer Rohstoffunternehmen Blackstone Resources will 200 Millionen Euro in die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos in Deutschland investieren und hofft in diesem Zusammenhang auf Fördermittel von der EU und aus Deutschland.

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Blackstone bringt sich demnach als Akteur für den Aufbau einer Batteriezellfertigung hierzulande ins Gespräch. Geplant ist nach Angaben des Unternehmens in einer ersten Phase die Produktion von 100 Millionen Batteriezellen, genug für 25.000 bis 100.000 Elektroauto-Akkus. In einer weiteren Phase soll die Produktion „stark erhöht werden“.

Gegenwärtig prüft Blackstone den am besten geeigneten Ort für die Produktion. „Wir glauben, dass Batterien in Europa produziert werden sollen, wo auch die Automobile hergestellt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Schweizer. Als möglicher Kandidat wird die ca. 50 Kilometer von Erfurt entfernte Stadt Eisenach genannt, die sich wegen ihrer Nähe zu Opel (Eisenach) und zum chinesischen Batteriezellenhersteller CATL (Erfurt) anbietet. Eine andere Produktionsstätte könnte im niedersächsischen Braunschweig, nahe der Produktionsstätte von Volkswagen, entstehen.

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Klar ist: Blackstone hat die Entwicklung in Deutschland genauestens verfolgt: Volkswagen sei seinerseits bereit, stark in Batterieforschung, -entwicklung und -produktion zu investieren und die deutsche Regierung trage sich mit der Idee, in dieser Gegend eine von zwei Multi-Milliarden-Euro-Batterieproduktionsstätten anzusiedeln, schreiben die Schweizer, die sich offenbar gerne als zentraler Akteur innerhalb dieser Entwicklung positionieren wollen. Als ersten Schritt hat das Unternehmen nun eine deutsche Tochter, die Blackstone Research GmbH, in Erfurt gegründet. Über sie soll die Batterieforschung des Konzerns weiterbetrieben und das Produktionsprojekt in Deutschland vorangetrieben werden.

Kerngeschäft von Blackstone Resources sind Batterie-Metalle und die Entwicklung von Raffinerien. Im Juli 2018 ist das 1995 gegründete Unternehmen mit Sitz in Baar im Kanton Zug an die Schweizer Börse gegangen.

Update 26.03.2019: Im Januar hatte das Schweizer Rohstoffunternehmen Blackstone Resources angekündigt, 200 Millionen Euro in die Produktion von Akkuzellen für E-Autos in Deutschland investieren zu wollen. Nun gibt Blackstone bekannt, sich mit einem detaillierten Business-Plan am Förderaufruf des Bundeswirtschaftsministeriums für Konsortien zum Aufbau einer Batteriezellproduktion beworben zu haben.

Das Management von Blackstone habe hierfür bereits wichtige Schritte und Meilensteine festgelegt, um im deutschen Markt auch Erfolg haben zu können. Der erste Schritt ist, Batteriefabriken in unmittelbarer Nähe der wichtigsten deutschen Automobilhersteller zu schaffen. Deren Ziel es sei, eine Anfangskapazität von 100 Millionen Batteriezellen bereitzustellen, was ungefähr einem Gigawatt jährlich entsprechen würde (oder 25.000 bis 100.000 Batterien für elektrisch betriebene Fahrzeuge). Und dies alles zu einem günstigeren Preis als die gegenwärtige chinesische Produktion, heißt es. Wird dieses Ziel einmal erreicht, ist geplant, die Produktion auszuweiten. Der zweite Schritt wird darin bestehen, einen Anschub- und Förderungs-Fond aufzustellen sowie Kooperationen einzugehen, um verschiedenen Startups sowie akademischen Forschungsprojekten zur Seite zu stehen. Blackstone habe bereits detaillierte „due-Diligence“ für einige „sehr vielversprechende Projekte“ aufgestellt; die entsprechenden Auswahl-Prozesse wurden gestartet.
blackstoneresources.chblackstoneresources.ch (Update)

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2 Kommentare zu “Blackstone will Zellfertigung in Deutschland aufbauen

  1. R. König

    1 GWh (ich ersetze mal das 1 GW jährlich durch 1 GWh pro Jahr) durch 100 Mio Zellen sind nur 10 Wh pro Zelle. Das sind ja dann nur kleine 18650er Zellen mit 2800 mAh * 3,6V, auch noch in einer alten Technologie. Das passt also schon mal nicht zusammen, denn damit kann man für BEV nix mehr anfangen.
    100 Mio Zellen durch 100.000 Batteriepacks wären 1000 Zellen pro Batteriepacks. Bis 4000 Zellen pro Fahrzeug (25.000 Batteriepacks). Dann müssten es z.B. 217000er Zellen sein, die kommen dann bei so 20-80 kWh pro Batteriepack raus (das passt dann ungefähr) und haben um 20 Wh = 5,5 Ah*3,6V pro Zelle. Aber die nahen deutschen Abnehmer wie BMW, VW, Daimler, Opel/PSA müssten dann erstmal Zellen vom Format 21700 in ihren Batteriepacks verarbeiten. Heute nehmen sie andere, größere Zellen wie Pouch-Zellen von um 60Ah*3,7V=222Wh oder PHEV2-Zellen mit so 37Ah, kommend: 50Ah, 60 Ah. Oder im i3 BEV2-Zellen von so 120Ah.

    Also da passen die im Artikel genannten Zahlen noch nicht so recht zusammen.

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16.01.2019 12:30