29.04.2019 - 12:24

Tesla rechnet an deutschen Superchargern nach kWh ab

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Ab sofort rechnet Tesla auch in Deutschland an seinen öffentlichen Superchargern nach Kilowattstunde ab. Seit dem Wochenende stellen die Kalifornier nach und nach die Abrechnung pro Minute auf pro Kilowattstunde um. Dies hat jetzt ein Tesla-Sprecher gegenüber electrive.net bestätigt. 

+++ Dieser Artikel wurde aktualisiert. Sie finden die neuen Infos ganz unten. +++

Mit dieser Umstellung zahlen nun alle Tesla-Besitzer innerhalb Kontinentaleuropas ihre Ladevorgänge nach geladener Kilowattstunde. Die Blockiergebühr in Höhe von 0,40 bzw. 0,80 Euro (volle Auslastung) pro Minute nach dem Ende des Strombezugs bleibt hierzulande unverändert.

Im TFF-Forum hatten sich am vergangenen Wochenende erste Tesla-Fahrer zu Wort gemeldet, denen die Abrechnung pro kWh aufgefallen war. Auch in den sozialen Netzwerken tauchten weitere deutsche Supercharger-Standorte mit kWh-Preisen auf. In die Kritik geriet Tesla vor allem deshalb, weil die neue Abrechnungsmethode nicht vorab angekündigt wurde. Auch auf der Webseite der Kalifornier findet sich weiterhin nur die Abrechnung pro Minute.

Die kWh-Abrechnung sieht Tesla jedoch als das fairste und transparenteste Preismodell für Ladevorgänge an. Nach dem neuen Modell sollen die durchschnittlichen Kosten in Deutschland 0,40 Euro pro Kilowattstunde betragen, teilte uns ein Tesla-Sprecher mit. Doch die Preise unterscheiden sich teils deutlich: In Zella-Mehlis (Thüringen) etwa kostet die Kilowattstunde 0,40 Euro. An den Superchargern bei Neuberg (Hessen) zahlen Tesla-Fahrer schon 0,41 Euro/kWh. Deutlich teurer wird der Ladevorgang in Wiesbaden (Hessen), denn dort kostet die Kilowattstunde bereits 0,44 Euro. Eine Begründung für die Preisunterschiede gibt es von Tesla nicht. Die Vermutung liegt nahe, dass die Auslastung der Standorte bei der Kalkulation berücksichtigt wird.

Derweil hat Tesla auch sein Empfehlungsprogramm erneut überarbeitet. Bislang galt: Neukunden, die den Weiterempfehlungscode eines bestehenden Kunden vorzeigen, können an Superchargern gratis Energie für 1.500 Kilometer laden – ebenso jener Fahrer, der den Neukunden geworben hat. Außerdem lockte Tesla mit monatlichen und vierteljährlichen Verlosungen mit Aussicht auf den Gewinn eines künftigen Model Y bzw. Roadster 2. Jetzt gilt: Neukunden, die den Code eines bestehenden Kunden bis zum 28. Mai 2019 vorzeigen, erhalten an Superchargern gratis Energie für 7.500 Kilometer. Diese haben jedoch statt bisher drei Jahre nur noch sechs Monate ihre Gültigkeit. Danach wird der Wert wieder auf 1.500 Kilometer gesenkt. Zudem gibt es jetzt die fünffache Chance ein Model Y oder einen Roadster der „Founders Series“ gewinnen zu können. Tesla-Besitzer, die bereits kostenloses Aufladen an Superchargern besitzen, bekommen sogar eine zehnfache Gewinnchance.

Update 04.05.2019: Nachdem Tesla seine Supercharger in Deutschland vor wenigen Tagen auf eine Abrechnung nach kWh mit durchschnittlichen Preisen von 40 Cent pro Kilowattstunde umgestellt hat, wurden die Preise nun gesenkt: Die Tesla-Webseite weist nun einen neuen Durchschnittspreis pro kWh in Höhe von 33 Cent aus. Die spezifischen Gebühren für die einzelnen Supercharger-Standorte werden jedoch erst in der Navigations-App auf dem Touchscreen des Fahrzeugs angezeigt.

„Die Preisgestaltung der Tesla Supercharger basiert auf einer Reihe unterschiedlicher Kriterien, die wir regelmäßig überprüfen, um das richtige Gleichgewicht für unsere Kunden sicherzustellen“, teilt Stefan Keuchel, Head of Communications DACH von Tesla, auf Twitter mit. „Unter der alten Minuten basierten Abrechnung haben die tatsächlichen gezahlten Preise für die erworbenen kWh extrem variiert. kWh Preise dagegen sind sehr transparent und immer gleich, egal wie schnell man gerade lädt“, so Keuchel weiter.
tff-forum.de (Abrechnung), tesla.com (Empfehlungsprogramm)

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9 Kommentare zu “Tesla rechnet an deutschen Superchargern nach kWh ab

  1. Skodafahrer

    Viele Anbieter bieten Ladekarten an die gegen eine Monatsgebühr niedrigere Kosten pro geladener kWh gewähren. Weiterhin ist dann auch ein Roaming für die Säulen anderer Anbieter enthalten. Tesla bietet noch keine eigene Ladekarte an, die gerade für Vielfahrer nützlich wäre.

    • notting

      Das Netz an Nicht-Tesla-CCS-Ladern (selbst wenn man nur >100kW bzw >150kW betrachtet) ist zumindest bei uns schon besser als das der Supercharger. Angebl. sollten alle (gängeren?) Modelle CCS bekommen, das Model 3 hat es ja schon. Dann kann man auf SCs verzichten.
      Das mit der Ladekarte widerspricht vermutl. auch der Philosophie von Tesla, auch wenn’s oft Sinn macht (auch wenn die Ladekarte gerade bei Vielfahrern evtl. sogar weniger Sinn macht).

      notting

  2. notting

    Ich finde es sollte von der ersten min an attraktiv sein, sein Fahrzeug schnell zu laden, dass die Säule nicht unnötig lange blockiert wird. Also z. B. ein min-Preis, der bei 350kW einem vernünftigten kWh-Preis entspr. und wer weniger lädt weil er eine schlechte bzw. veraltete Karre hat oder auch die letzten Prozente laden will, zahlt halt drauf oder muss es bleiben lassen. Dafür kann man ja daheim an eigener Infrastruktur ohne zeitabh. Kosten laden.

    notting

    • Northbuddy

      @Notting: Also am besten jedes Jahr eine neue Karre kaufen, denn die alte lädt mit 40 oder 50kw CCS viel zu langsam. So geht halt Ökologie.
      Der kw-Preis sollte für alle gleich sein – egal wie schnell geladen wird, solange *so schnell wie technisch möglich* geladen wird (und nicht wie manche am AC-Lader mit minimaler Geschwindigkeit, damit man umsonst parken kann).

  3. StefanSausK

    Das nach kwh abgerechnet wird ist richtig und ein Preis von 40 ct/kwh geht auch in Ordnung. Teurer sollte es aber nicht werden.
    Was gar nicht geht sind uneinheitliche Preise an unterschiedlichen Standorten. Das ist nicht Transparent und ich fühle ich mich als Telsa Fahrer veräppelt.

  4. Mike

    Mal 40 Cent, mal 44 Cent? Ist das überhaupt Eichrecht- bzw. PAngV-konform??? Wollt Ihr da mal nachforschen?

    • Fluelimat

      Den aktuellen Preis und die aktuelle Blockiergebühr kann man im Auto unter jedem Supercharger nachsehen. Sehe keinen Unterschied zu einer Sprittankstelle.

    • Josef

      Freier Wettbewerb musst ja nicht dort laden desto mehr Elektroautos kommen desto teurer wird es

  5. tomvital

    Für Vergleichbarkeit ist das die einzig Sinnvolle Abrechungsmethode … man will ja keine Parkgebühr verrechnen

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https://www.electrive.net/2019/04/29/tesla-rechnet-an-deutschen-superchargern-nach-kwh-ab/
29.04.2019 12:24