16.05.2019 - 12:27

Lilium zeigt fünfsitziges E-Flugtaxi / Erstflug absolviert

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Das Startup Lilium aus der Nähe von München hat nun erstmals seinen neuen elektrisch angetriebenen Flugtaxi-Prototyp präsentiert, der für die Beförderung von fünf Personen konzipiert ist. Anfang Mai absolvierte das Team mit der neuen Maschine auch bereits den Jungfernflug.

Lilium strebt bekanntlich an, bis 2025 eine Flotte von E-Flugzeugen in Städten auf der ganzen Welt zu positionieren, die einen Pay-per-Ride-Service anbieten. Die dabei zum Einsatz kommenden fünfsitzigen VOTLs werden über 36 elektrische Triebwerke verfügen, bis zu 300 km/h schnell sein und eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern erreichen. In Europa hat das Startup vor Kurzem den Zulassungsprozess für den neuen Lilium Jet angestoßen. Daneben gelten die USA mit einer Vielzahl an Hubschrauberlande- und Flugplätzen als entscheidender Markt, weshalb Lilium auch dort behördlich Fuß fassen will.

Bisher war Lilium für seinen zweisitzigen Prototypen bekannt, die Präsentation der fünfsitzigen Variante bezeichnet Mitgründer und Chef Daniel Wiegand als „einen weiteren riesigen Schritt für die Realisierung einer individuellen urbanen Flugmobilität“. In weniger als zwei Jahren sei es gelungen, ein Luftfahrzeug zu entwerfen, zu bauen und erfolgreich zu fliegen, das nun als Grundlage für die geplante Massenproduktion dienen werde. Und: „Es war immer unsere Ambition, den Lilium Jet von zwei auf fünf Sitze zu erweitern. Nur so kann der Luftraum für noch mehr Reisende erschlossen werden.“

Optisch fällt der Lilium Jet vor allem durch sein minimalistisches Design ohne Heck, Seitenruder, Propeller und Getriebe auf. Dies ermögliche insbesondere die feste Tragflächenkonstruktion des Flugzeugs, so die Münchner. „Während Dronen-Fluglösungen einen Großteil ihrer Energie damit verbrauchen, sich in der Luft zu halten, profitiert der Lilium Jet von dem zusätzlichen Auftrieb seiner festen Tragflächen. Damit benötigt er während des Reiseflugs weniger als zehn Prozent seiner maximalen 2.000 PS.“ Dank dieser Effizienz entspreche der Energieverbrauch des Lilium Jets dem eines Elektroautos über die gleiche Strecke.

Zum Jungfernflug am 4. Mai auf dem Versuchsgelände der Unternehmenszentrale in Weßling heißt es ferner, dass der Lilium Jet vom Boden aus ferngesteuert in die Luft gestiegen sei und nun eine umfangreiche Testflugreihe absolvieren werde. Diese soll den Grundstein für die Zertifizierung des Flugzeugs legen. Nächstes Ziel sei die Erprobung des sogenannten Übergangsflugs, sprich die reibungslose Bewegung des Flugzeugs vom vertikalen in den horizontalen Flug. Der Jungfernflug erfolgte fast genau zwei Jahre nach dem ersten Flugtest der zweisitzigen Lilium-Maschine.

In der Zwischenzeit hat Lilium rund 100 Mio Dollar eingesammelt, um seine Entwicklungstätigkeit zu finanzieren. Zu den Geldgebern gehört u.a. der chinesische Internet-Riese Tencent. Bis 2025 will das Unternehmen mit dem Betrieb des eigenen Lilium Jets einen On-Demand-Flugtaxi-Service aufbauen, der dank eines dichten Netzes an Landeplätzen in Städten und Regionen Flüge gewährleisten soll, „die im Preis mit einem Taxi vergleichbar, aber viermal so schnell sind“. Der Probebetrieb an mehreren Standorten wird laut Lilium schon vor 2025 beginnen.

Nicht weit von München entsteht im österreichischen Linz unterdessen bereits eine Teststrecke für E-Lufttaxis – allerdings zur Erprobung einer Maschine des chinsischen Herstellers Ehang. Ab 2020 soll das autonome Lufttaxi vom Typ EHang 216 auf einer Luftstraße der stadteigenen Linz AG unterwegs sein. Es gehe darum, Start- und Landestrukturen, Fragen des Batterieaustauschs oder auch die Akzeptanz in der Bevölkerung zu klären, so das Unternehmen. Vom passagierlosen Test bis zum ersten regulären Einsatz sollen weniger als fünf Jahre vergehen.
spiegel.de, lilium.com (beide Lilium), futurezone.at, aero.de (beide Ehang)

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